Volkskrankheit Rheumatismus - Rheumatische Erkrankungen im Spiegel der Naturheilkunde und der Alternativmedizin
Rheumatismus oder Rheuma ist ein Sammelbegriff für die
verschiedensten Beschwerden in den Muskeln, Gelenken, Sehnen, Schleimbeuteln und anderen Teilen des
Bewegungsapparates.
Mittlerweile werden je nach Definition über 400
verschiedene Einzelerkrankungen und Beschwerdebilder dazu gezählt. Alle haben eines gemeinsam:
Schmerzen.
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Der medizinisch korrekte Ausdruck lautet übrigens: „Krankheiten des
rheumatischen Formenkreises“. Der Begriff Rheuma stammt aus dem altgriechischen und bedeutet „fließen“. Nach der
früheren Lehre der Körpersäfte ging man davon aus, dass kalter Schleim vom Gehirn aus in den Körper fließe und
dadurch die Beschwerden auslöse.
Heute unterscheidet man rheumatische Erkrankungen in vier
Hauptgruppen, einigen Untergruppen und in einzelne Erkrankungen. Die Diagnose erfolgt durch eine
gründliche Anamnese (Befragung des Patienten) und Blutuntersuchungen. Bei der Blutuntersuchung werden unter anderem
Antikörper und genetische Marker gesucht. Nicht selten kommt es vor, dass diese aber nicht vorkommen. So bildet die
Blutuntersuchung lediglich einen richtungsweisenden und keinen beweisenden Charakter.
Dieses Krankheitsbild "Rheuma" lässt sich meistens nicht lokal an einer
Körperstelle begrenzen, sondern hat häufig den ganzen Körper befallen. Die Entzündungswerte sind oftmals im Blut
festzustellen, aber halt nicht immer. Die Erkrankten fühlen sich für gewöhnlich im Allgemeinen krank und
antriebslos und auch in der Erbringung von Leistungen eingeschränkt.
Verschiedene Formen rheumatischer Erkrankungen
Die bekannteste rheumatische Erkrankung ist die chronische
Polyarthritis, auch rheumatoide Arthritis genannt. Dabei schreitet die Entzündung der Gelenke meistens
schleichend voran. Ein plötzliches Auftreten kommt allerdings auch vor, wenn auch seltener. Der Befall weitet sich
während des Krankheitsverlaufs auf immer mehr Gelenke aus. Häufig geht dieses Krankheitsbild mit dem Nachweis eines
Rheumafaktors einher, was aber in keinster Weise zwingend ist.
Die zweite sehr bekannte Gruppe ist die seronegative Spondarthritiden. Hierbei ist meistens,
neben den Gelenken, immer die Wirbelsäule betroffen und der Rheumafaktor kann so gut wie nie nachgewiesen werden.
Die bekanntesten Krankheitsbilder sind die Spondylitis ancylosans (Morbus Bechterew) und Psoriasis-Arthritis. Letzteres tritt in Zusammenhang mit einer Schuppenflechte auf. Auffällig ist dabei die Tatsache, dass Männer von seronegative
Spondarthritiden häufiger betroffen sind als Frauen. Mit Ausnahme der Psoriasis-Arthritis, welche bei beiden
Geschlechtern gleich häufig auftritt.
Häufig treten entzündliche Gelenkerkrankungen auch nach Infekten auf, insbesondere im Bereich der Harnwege oder
des Darmes. Zu dieser Gruppe zählen auch die Gelenkentzündungen, welche in Verbindung
mit chronischen Darmentzündungen (Colitis
ulcerosa und Morbus Crohn) auftreten.
Des Weiteren zählen Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) und Vaskulitiden (Gefäßentzündungen) zu den entzündlich-rheumatischen
Krankheitsformen. Bei diesen beiden Krankheiten sind immer innere Organe und Gefäße beteiligt, sodass teilweise
lebensbedrohliche Erkrankungen auftreten können. Häufig sind die Haut, Nieren, das Nervensystem, das Herz, die
Gefäße und blutbildende Organe betroffen.
Zu den üblichen Bindegewebserkrankungen gehören der Systemische Lupus erythematodes (SLE), die Dermatomyositis bzw.
Polymyositis, die Panarteriitis nodosa und die Sklerodermie (progressive systemische Sklerose).
Mischerkrankungen (Mischkollagenosen) wie z. B. das Sharpsyndrom sind keine Seltenheit. Das
Sjögren-Syndrom tritt ebenfalls gelegentlich in Zusammenhang mit
rheumatoiden Arthritis auf, wobei die Trockenheit von Auge und die Mundtrockenheit im Vordergrund steht.
Polymyalgia rheumatica, eine Muskelerkrankung, welche im höheren Alter vorkommt und mit akuten
Schmerzen der Schulter- und Beckengürtelmuskulatur einhergeht.
Und dann haben wir da noch die Temporalarteriitis (Riesenzellenarteriitis).
Klassischerweise besteht in diesen Fällen eine Entzündung der Schläfenarterie.
Weitere sehr selten vorkommende Erkrankungen sind z. B. Wegnersche Granulomatose und das
Churg-Strauß-Syndrom.
Eine entzündliche Gelenkerkrankung der besonderen Form stellt die Arthritis des Kindesalter, die juvenile
chronische Arthritis dar. Diese kann in drei Hauptformen unterteilt werden: Das Still-Syndrom, welches innere
Organe betrifft und Fieber zeigt, die chronische Polyarthritis, welche der Erwachsenen-Form sehr ähnelt und die
Verknüpfung mit einer Regenbodenhautentzündung (Iris), welche im Erwachsenenalter oftmals in eine Gelenkerkrankung
übergeht und mitunter die Wirbelsäule betreffen kann (seronegative Spondarthropathie).
Damit hätten wir die entzündlichen rheumatischen Formen soweit erst einmal durch. Kommen wir nun zu den
degenerativen Gelenkleiden und Wirbelsäulenerkrankungen.
Degenerative Gelenkerkrankungen und Wirbelsäulenerkrankungen werden meistens mit dem Begriff Arthrosen dargestellt. Bei einer Arthrose ist der Gelenkknorpel geschädigt. Am häufigsten
sind Hüftgelenke und Kniegelenke davon betroffen.
Die Schulmedizin macht vielfältige Ursachen für eine Arthrose verantwortlich: Altersbedingte Veränderungen,
angeborene Fehlstellungen wie z. B. eine zu flach ausgebildete Hüftpfanne, Unfälle wie z. B. Knochenbrüche, übermäßige Belastung und eine "Schwäche des Knorpelstoffwechsels".
Kommt eine degenerative Erkrankung an der Wirbelsäule vor, sind Verschleiß und Überbelastungen der Bandscheiben
(Bandscheibenvorfälle) die häufigste Ursache - jedenfalls nach vorherschender
Meinung. Oftmals haben diese Erkrankungen, aufgrund der übermäßig starken Schmerzen, zur Folge, dass der
Betroffene, seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann und diese aufgeben muss.
Vor allem Personen ab dem 50. Lebensjahr sind von degenerative Gelenkbeschwerden und Wirbelsäulenerkrankungen
betroffen.
Kommen wir zur nächsten großen Gruppe: Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen
Beschwerden (pararheumatische Erkrankungen)
Gicht und Osteoporose sind in dieser
Krankheitsgruppe wohl die bekanntesten Vertreter.
Im Krankheitsbild der Gicht gilt der Stoffwechsel der Harnsäure als gestört, sodass häufig die Menge der Harnsäure im Blut ansteigt. Seltener
kommt es zu einer Anreicherung von Harnkristallen in den Gelenken, welche dann die Gelenkentzündung, den sogenannten Gichtanfall, hervorrufen. Insbesondere im Alter ist die
Gicht relativ weit verbreitet, auch wenn durchaus noch weitere Krankheiten bekannt sind, die
Kristallerkrankungen, und somit Gelenkentzündungen auslösen.
Ein weiterer bekannter Vertreter der Stoffwechselerkrankungen, welche Beschwerden
der Bewegungsorgane hervorrufen können, ist die Osteoporose (Knochenschwund). Im stark fortgeschrittenen Stadien brechen nicht selten Wirbelkörper ein,
sodass durch den Knochenverlust es zu starken Rückenschmerzen kommen
kann.
Osteoporose tritt in der Gruppe der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen häufig als Begleiterscheinung auf.
Nächste Erkrankung: Weichteilrheumatismus. Unter Weichteilrheumatismus hat nahezu
schon jede Person gelitten. Hierbei handelt es sich um nicht entzündliche weichteilrheumatische Erkrankungen wie z.
B. der Tennisarm, der steife Nacken oder einfache
Verspannungen durch z. B. Fehlhaltungen. Die Ursachen der Schmerzen liegen
meistens in der Muskel-Sehnen-Überlastung und lokalisieren sich für gewöhnlich auf eine Körperregion.
Häufig werden auch die Nervenengpasssyndrome wie z. B. das Karpaltunnelsyndrom (Engpass im Handgelenk) zu dieser Gruppe gezählt.
Das Fibromyalgie-Syndrom hingegen ist eine sehr ausgeprägte Form des Weichteilrheumatismus.
Dieses ist auf mehrere Gelenke und der Wirbelsäulenregion schmerzhaft ausgedehnt und geht mit weiteren Symptomen
einher.

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei rheumatischen Erkrankungen in Frage kommen.
| Ernährung |
Von zahlreichen Schulmedizinern hören Sie wenig darüber, dass Ihre Ernährung
die allermeisten rheumatischen Erkrankungen entscheidend beieinflusst. Das entscheidende
Stichwort ist auch hier das Thema: Übersäuerung.
Meiden Sie bei allen Arten von Entzündungen vor allem Fleisch (vor allem Schweinefleisch), denn es enthält u.a. die Arachidonsäure, die eine wichtige Rolle im Entzündungsgeschehen spielt.
Ebenso keine Weißmehlprodukte, Zucker, Süßigkeiten im allgemeinen. Verzichten Sie auch
weitgehend auf Eier und auf Milch.
Ich weiß, dass die meisten Rheumatiker dies als glatte Zumutung betrachten,
weil deren Speiseplan genau aus diesen Nahrungsmitteln besteht.
Versuchen Sie als Einstieg in eine neue Ernährungsweise einmal Heilfasten.
Zahlreiche Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite: www.Gesund-Heilfasten.de. Auch als Heilmethode ist das Heilfasten ausgezeichnet geeignet - vor allem bei
rheumatischen Erkrankungen.
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Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen) |
Folgende Mischung aus Urtinkturen kann angezeigt sein: 40 ml Weidenrinden, je 20 ml Brennnessel, Löwenzahn und
Zinnkraut.
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| Gemmo-Therapie |
Bis zur Besserung stündlich 1-2 Stöße
Bergföhren-Knospenmazerat oder Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) in den Mund
sprayen.
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| Heilpflanzen |
Folgende Heilpflanzen kommen zum Einsatz: Arnika, Cayennepfeffer, Teufelskralle,
Brennessel, Weidenrinde und Weihrauch.
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| Medizinische Massagen |
Massagen fördern die Durchblutung und den Stoffwechsel. Dadurch kann eine Linderung der Schmerzen erreicht werden.
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| Orthomolekular-Medizin |
Grünlippmuschelkonzentrat mit Glykosaminoglykane (GAG),
ergänzt mit Vitamin E, Ingwer und Yucca.
Wenn im Winter die Knochen schmerzen liegt das meist nicht am Wetter, sondern
am Vitamin D.
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| Säure-Basen-Haushalt |
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
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| Schüssler-Salze |
Schüssler-Salze Nr.5
Magnesium phosphoricum D6 3x 2-3 Tabl.
Schüssler-Salze Nr.7
Kalium phosphoricum D6 3x 2-3- Tabl.
Schüssler-Salze Nr.3
Ferrum phosphoricum D12 3x 2-3 Tabl.
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| Störfelder |
Tote Zähne (wurzelbehandelte Zähne) stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Bei
Rheumatikern halte ich dieses Thema für besonders dringlich. Grundsätzlich sollten
Zahnfleischtaschen saniert und toxisches Material wie zum Beispiel Amalgam entfernt werden.
Ebenso Granulome, Zysten im Zahnbereich. Ich rate ebenso dazu tote Zähne entfernen zu lassen. In
manchen Fällen hat das Ziehen eines toten Zahnes sofortige Besserung gebracht. Vor allem wenn
Patienten über Wetterfühligkeit klagen ist auch an sonstige
Störfelder wie Narben, die Mandeln oder die Nebenhöhlen zu denken.
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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 30.9.2011 aktualisiert.

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