Akute und chronische Schmerzen - Wirksame und mögliche Therapiealternativen

Informationen aus der Naturheilpraxis René Gräber

René Gräber

Lassen Sie es mich gleich vorweg sagen: Kein Patient muss mit Schmerzen leben. Und: Kein Patient muss "klassische" Schmerzmittel nehmen.

Ich schreibe dies gleich zu Beginn, weil fast alle Patienten dies glauben. Auch ich habe dies lange geglaubt!

Bevor ich aber zur Naturheilkunde und naturheilkundlichen Schmerztherapien kommen muss ich noch einige Dinge loswerden...

Schmerzen: Lästig, aber überlebensnotwendig

Manche Patienten betrachten Schmerzen als etwas sehr Lästiges. Dabei sind Schmerzen absolut logisch und für unser Überleben wichtig.

Ohne Schmerzsignale würden wir die Gefahren bestimmter Krankheiten oder Verletzungen gar nicht bemerken. Doch das Hauptproblem in unserer westlichen Gesellschaft sind die chronischen Schmerzsyndrome. Dabei könnte aus meiner Sicht den allermeisten Patienten geholfen werden - und zwar dauerhaft.

Schmerzen sind eine Sinneswahrnehmung des Körpers, die in erster Linie als Warnsignal dienen und einen Schutzmechanismus auslösen sollen. Insofern kann man Schmerzen durchaus als "Warnschmerzen" oder als "Alarmschmerzen" betrachten.

Beispiel Nackenschmerzen

Der Schmerz zeigt sich an unterschiedlichen Stellen, wird durch exogene (von außen) oder endogene (von innen) Faktoren verursacht und weist dabei unterschiedliche Qualitäten auf.

Das Schmerzsyndrom

Führt eine Erkrankung zu Schmerzen an verschiedenen Körperstellen oder zeigen sich unterschiedliche Beschwerden, die alle dem Schmerz zugeordnet werden können, spricht man von einem Schmerzsyndrom.

Schmerz kann überall im Körper entstehen. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Rückenschmerzen und Kopfschmerzen. Daneben können die Haut, Knochen, Muskeln oder andere Organe betroffen sein.

Ein Schmerz wird vom Betroffenen immer als Störfaktor empfunden. Ich habe es jedenfalls noch nichts anderes in der Praxis erlebt - was natürlich auch daran liegen kann, dass nur Patienten zu mir kommen, die den Schmerz "los werden" möchten.

Frage ich die Patienten nach dem Ausmaß der Schmerzen, zeigt sich bei gleicher Erkrankung jedoch häufig eine sehr unterschiedliche Wahrnehmung. Dies hängt mit dem Empfindungsvermögen sowie der Ausprägung des neuronalen Netzes jedes Menschen zusammen.

Einige Menschen spüren Schmerzen erst, wenn sie sehr stark ausgeprägt sind. Bei anderen Menschen löst bereits der Stich mit einer Nähnadel starke Reaktionen aus. Hierdurch wird unter anderem die Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) erschwert: Viele Betroffene fügen bei der Beschreibung ihrer Beschwerden sehr subjektive Empfindungen hinzu.

Wie entstehen eigentlich die Schmerzen genau?

Der menschliche Organismus ist mit speziellen Schmerzsensoren (Nozizeptoren) ausgestattet, die auf mechanische (Druck), thermische (Hitze und Kälte) sowie chemische Reize ansprechen.

Diese Rezeptoren verarbeiten entsprechende Signale im Rückenmark und leiten diese weiter ans Gehirn, wo wir diese letztendlich als Schmerz identifizieren und oft auch mit einem Gefühl verbinden.

Daneben lassen sich noch

  • der zentrale Schmerz,
  • der neuropathische Schmerz,
  • der somatische Schmerz und der
  • psychosomatische Schmerz differenzieren.

Schmerz kann akut einsetzen oder andauernd (chronisch) verbleiben.

Der akute Schmerz (z.B. Kopfschmerz) setzt relativ plötzlich ein und führt hierdurch zu Empfindungen, die den Betroffenen darauf aufmerksam machen sollen, dass eine Unregelmäßigkeit (z.B. in Form einer Erkrankung) vorliegt.

Chronischer Schmerz ist durch seine permanente Anwesenheit gekennzeichnet. Von einer Chronifizierung sprechen wir in der Medizin bei Symptomen, die länger als drei Monate andauern. Da der Körper sich an diese Situation gewöhnt, wird die Empfindung nicht mehr als Warnung registriert. Der Betroffene lernt "mit dem Schmerz zu leben" (z.B. bei anhaltenden Rückenschmerzen).

Chronische Schmerzen

Vor allem bestimmte "Schmerzsyndrome" weisen vielfach eine Chronifizierung auf. Hierzu zählen unter anderem die Migräne, rheumatische Erkrankungen, Osteoporose oder auch Allergien.

Zum Beispiel ist die Fibromyalgie eine spezielle Form von Weichteilrheumatismus, bei der es nach klassischer Vorstellung durch eine Verhärtung der Muskulatur und der Sehnenansätze zu anhaltenden Schmerzen im gesamten Körper sowie zu einer erhöhten Druckempfindlichkeit (Schmerzdruckpunkte = Tender Points) kommt.

Der Phantomschmerz ist eine Sonderform, bei der es nach Entfernung einer Körperregion (z.B. Unterschenkel) oder eines Organs (z.B. Milz) zu Schmerzempfindungen kommt, die dem Betroffenen ein weiteres Vorhandensein der betroffenen Stelle vorgaukeln. Dieses Phänomen kommt durch das Zusammenspiel der neuronalen Verschaltung im Gehirn sowie die gekürzten Nervenendigungen zustande.

Daneben kann Schmerz auch forciert und somit gewollt sein, z.B. durch Selbstverletzung. Dieses forcierte Schmerzerlebnis kann Ausdruck einer psychischen Störung sein, kann daneben unter anderem auch der Befriedigung oder Steigerung eines (sexuellen) Lusterlebnisses dienen.

Die Empfindungen, die ein Schmerz beim Betroffenen auslöst, sind sehr unterschiedlich ausgeprägt und werden dementsprechend beschrieben (= Schmerzqualität). Ein Schmerz kann stechend, klopfend, pochend, drückend, brennend, wellenförmig, stoßweise, diffus verteilt oder zentral gelegen sein. Daneben fließen Empfindungen wie z.B. stark, schwach, heftig, quälend, lähmend oder unerträglich ein, die die Qualität zusätzlich untermalen.

Ich halte diese "Schmerzqualitäten" für relativ wichtig, weil diese einen Hinweis für die Ursache des Problems sein können.

Diagnose

Nicht immer gestaltet sich die Diagnose bei Schmerzen einfach - schon gar nicht bei Kindern.

Zum Teil können die Muskelspannungen oder Nervenspannungen gemessen werden, ein EEG zeigt die Aktivität der Hirnströme an. Ich habe aber selten Fälle erlebt, bei denen eine neurologische Untersuchung eine eindeutige Klärung brachte.

Zum Ausschluss von Organerkrankungen werden bildgebende Verfahren (Röntgen, CT, MRT) eingesetzt - in einigen Fällen halte ich dies auch für sinnvoll. Zum Beispiel sollten bei hartnäckigen Kopfschmerzen oder Knochenschmerzen immer mal ein Röntgenbild gemacht werden um z.B. bösartige Prozesse auszuschließen.

Die meisten Schmerzsyndrome sind (nicht nur meiner Erfahrung nach) eindeutig muskulär bedingt und lassen sich durch eine entsprechende Therapie lindern.

Da stellt sich natürlich die Frage nach der "richtigen" Schmerztherapie...

Je nach auslösender Ursache werden verschiedene Therapien genutzt. Schmerzen durch Verspannungen lassen sich vielfach durch geeignete Sport- und Fitnessangebote (zur Stärkung der Muskulatur), sowie physikalische Therapien lindern.

Akute Schmerzen (z.B. im Kopf) werden meist analgetisch (mit Schmerzmitteln) behandelt. Bei Vorliegen einer Organstörung (z.B. Tumor) erfolgt vielfach die operative Behandlung.

Meistens werden aber doch nur Schmerzmittel eingesetzt (auf die ich gleich noch ausführlicher eingehe). Vorher möchte ich aber noch ein Paradox erwähnen:

Patienten "glauben" an die Fortschritte der Schulmedizin

Viele Patienten betrachten die Fortschritte der schulmedizinischen Schmerztherapie hoffnungsvoll. Doch paradoxerweise nimmt mit der Wirksamkeit der Schmerzbehandlung auch die Zahl der Schmerzpatienten zu. Diese Entwicklung kann auf verschiedene psychologische Gründe aber auch Systemfehler zurückgeführt werden, über die ich ja schon hinreichend berichtet habe, unter anderem auch in meinem Schulmedizin-Report.

Mit fortschreitender "Optimierung" der Schmerztherapie entsteht eine Erwartungshaltung, die einem Rechtsanspruch auf absolute Leidensfreiheit gleichkommt.

Dadurch empfinden viele Menschen schon leichte Schmerzen als unerträglich und nicht mehr als biologisch funktionales Warnsignal. Aus Sicht der Patienten ist somit keine Änderung der eigenen Lebensführung erforderlich und zielführend, sondern ausschließlich eine medizinische Behandlung. Wo früher der individuelle Umgang mit Schmerzen als Weg zur persönlichen Gesundheit gehörte, wird heute die Gesundheit mit absoluter Schmerzfreiheit gleichgesetzt.

Da frage ich mich mal wieder: Wie will man denn eine "ordentliche" und auch ursächliche Schmerztherapie mit Schmerzmitteln herbeiführen?

Nicht dass Sie mich falsch verstehen: Ich halte einen schmerzfreien Körper für absolut selbstverständlich! Und das in JEDEM Alter!

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Schmerzmittel sind keine dauerhafte Lösung

Schmerz ist ein Alarmsignal des Körpers, der uns darauf hinweisen will, dass etwas nicht mehr stimmt. Anstatt die Ursache des Schmerzes zu suchen und zu beheben, neigen die meisten dazu, mit irgendwelchen Chemikalien den Schmerz zu unterdrücken.

Die klassische Therapie mit Schmerzmitteln (zum Beispiel Dolormin) bringt zwar eine Erleichterung, ist aber keine sinnvolle Behandlung bei chronischen Schmerzen.

Und die Mittel verschleiern nicht nur die Krankheit, sie gelten unter Kritikern auch als höchstgefährlich. So gehen einige Forscher davon aus, dass durch die Einnahme von Schmerzmitteln und den damit verbundenen Nebenwirkungen mehr Todesfälle verursacht werden als beispielsweise durch Diabetes, Lungenerkrankungen oder Unfälle.

Und es sind nicht allein Überdosierungen der Schmerzmittel, die zum Tod führen können. Auch die ganz reguläre Nutzung von ASS (=Acetylsalicylsäure, bekannt unter dem Handelsnamen Aspirin), Ibuprofen und Co. können lebensgefährliche Reaktionen auslösen.

Nebenwirkungen: Au weia!

Denn bei regelmäßiger Einnahme von ASS (auch in geringen Dosierungen) kann es zu der Bildung von Geschwüren und zu Blutungen der Magenschleimhaut kommen. Näheres hierzu finden Sie auch in meinem Artikel zur Acetylsalicylsäure.

Ein erhöhtes Blutungsrisiko der Magenschleimhaut ist ebenso für Ibuprofen und andere Nichtsteroidale Antirheumatika bekannt. Mediziner schätzen, dass in Deutschland bis zu 2.200 Menschen jährlich an diesen Komplikationen sterben. Möglicherweise liegt die Dunkelziffer aber noch weit höher (Ärztliche Praxis, 22, 29. Mai 2007, S. 8).

Das Reye-Syndrom, eine seltene Erkrankung bei Kindern, bei der es unter anderem zu Gehirnschäden und zur Bildung einer Fettleber kommt, wird höchstwahrscheinlich in vielen Fällen durch die "beliebte" Acetylsalicylsäure ausgelöst (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10228187). Kinder und Jugendliche sollen deshalb auf keinen Fall Aspirin erhalten.

Aber auch die für Kinder geeigneten Schmerzmittel, wie Paracetamol, sollte man unbedingt von diesen fernhalten: Denn wie häufig kommt es vor, dass die Kleinen mit einer Überdosierung der gefährlichen Schmerzmittel in die Notaufnahme müssen? Die entstandenen Leberschäden können dann im schlimmsten Fall zum Tode führen.

In Großbritannien und den USA ist Paracetamol auch tatsächlich der häufigste Auslöser für ein akutes Leberversagen. In etwa der Hälfte der Fälle erfolgt die Überdosierung unabsichtlich (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16317692). Ausführliche Informationen zu Paracetamol finden Sie auch in meinem Artikel über das Schmerzmittel.

Opiate - nicht meine Wahl

Oxycodon und andere Opiate sind starke Schmerzmittel, die ein hohes Suchtrisiko bergen. Dennoch lässt sich feststellen, dass die Verschreibung starker Schmerzmittel zwischen 2006 und 2011 in Deutschland um etwa 50 Prozent gestiegen ist.
Verweigerten Mediziner vor 20 Jahren oft sogar sterbenskranken Krebspatienten aus Angst vor einer Abhängigkeit die Medikamente, so werden Opioide heute recht schnell verordnet. Allerdings nicht unbedingt in der Palliativmedizin und Krebstherapie (wo dies oft sinnvoll erscheint), sondern in weit größerem Maße bei chronischen Schmerzen (Quelle siehe: Ärzteblatt). Doch genau die "normalen" Patientengruppen können durch die lange Einnahmedauer und die rasche Wirkung der Präparate leicht in eine Abhängigkeit geraten. ( http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/041-003.html).

Diese Abhängigkeit kann der Beginn einer Drogen-Karriere sein. Oft steigen Patienten von den legalen Suchtmitteln auf illegale Opioide wie Heroin um. Die gesamten Risiken, die mit den Opioiden verbunden sind, drohen in den USA mittlerweile zu einer nationalen Katastrophe zu werden. Seit 2012 ist die Zahl der Drogen-Toten um über 30 % gestiegen. Wohlgemerkt umfasst die Statistik legale Medikationen und die Opioide vom Schwarzmarkt (newsy.com/stories/drug-overdose-deaths-increased-33-percent-over-past-5-years/).

Letale Überdosierungen alleine durch pharmazeutische Opioide sind seit 1999 ums Vierfache gestiegen und stehen damit der Anzahl der Heroin-Opfer kaum nach. Hier ist im Vergleichszeitraum eine Versechsfachung zu verzeichnen. Die Problematik hat in den USA inzwischen die gesamte Gesellschaft infiltriert und ist längst kein Randgruppen-Phänomen mehr. Illegaler Drogen-Konsum ist durch die Opioide auf Rezept bis in die ländlichen Räume vorgedrungen und hat Menschen aller Alters-Klassen erfasst. So entwickeln sich mittlerweile selbst Senioren zu Junkies (Quelle: JamaNetwork).

In den USA sank die Lebenserwartung zum ersten Mal seit 20 Jahren. Die enormen Opioid-Verschreibungen sollen dafür mitverantwortlich sein, denn Studien zufolge sterben mehr US-Amerikaner an den Medikamenten, als durch Autounfälle (Quelle: Forbes.com).       

Bei opioidhaltigen Pflastern werden außerdem oft direkt die höchsten Dosierungen verordnet. Eine Überdosierung kann aber fast dieselben schwerwiegenden Folgen haben wie die orale Medikation, etwa lebensbedrohliche Atemlähmungen oder Krämpfe.

Bei langfristigem Konsum kommt es zu Veränderungen im Nerven-System. Die durch Opioide blockierten Rezeptoren werden im Überschuss produziert und im synaptischen Spalt eingelagert. Daraus resultieren psychische und hormonelle Probleme wie Depressionen, Knochenerkrankungen und Magen-Darm-Störungen. Die Entgiftung ist der einzige Weg aus der Sucht. Bevor sich das Nerven-System sich normalisiert hat, kommt es zu Entzugserscheinungen wie Schmerzen, Panik-Attacken, Herzrasen und Hyperventilation.  

Auffällig ist zudem, dass gerade deutsche Allgemeinmediziner ihren Patienten gerne Opioide verschreiben. Dabei kritisieren Fachleute, dass sie diese Aufgabe besser erfahrenen Schmertherapeuten überlassen sollten. Denn sie können die Patienten optimal einstellen und kombinieren oft verschiedenste Behandlungsmethoden, um die Nebenwirkungen gering zu halten und die Schmerzen zu beseitigen.

COX 2 Hemmer

COX-2-Hemmer, wie Celecoxib, Diclofenac oder das mittlerweile vom Markt genommene Vioxx, können bei regelmäßiger Anwendung einen Herzinfarkt und einen Hirnschlag auslösen. Hierzu können Sie meine Artikel über den Vioxx-Skandal und ähnliche Nebenwirkungen bei anderen Schmerzmitteln lesen.

Doch damit nicht genug. Die "Nebenwirkungen" betreffen zum Teil auch die Zellen selbst. Nichtsteroidale Antiphlogistika aus der Gruppe der NSAID schädigen bestimmte Enzyme in den Bereichen der Zellmembrane. Von diesen Auswirkungen können alle Zellen im Körper betroffen sein, wie Untersuchungen an der John Hopkins University School of Medicine im Jahr 2014 ergaben. Gefährdet sind vor allem Patienten, die die NSAID in hohen Dosen verabreicht bekommen oder die Medikamente über eine lange Zeit einnehmen. Die Forschungsgruppe testete die negativen Folgen von drei verschreibungspflichtigen Medikamenten aus der Gruppe der NSAID auf die menschlichen Zellen. Dabei handelte es sich um Flurbiprofen, Indometacin und Sulindac. Je höher die verabreichten Dosen der Arzneimittel waren und je häufiger sie gegeben wurden, desto ausgeprägter waren die problematischen Zelleffekte. Arzneimittelhersteller müssten bei ihren Forschungen die Auswirkungen auf die Zellhüllen unbedingt berücksichtigen. Bei der Entwicklung von neuen Medikamenten dürften diese Nebenwirkungen nicht mehr einfach als tolerabel akzeptiert werden. (Quelle: Cell Reports, 2014; doi: 10.1016/j.celrep.2014.07.039)

Und zu guter Letzt: Nur wenige wissen auch, dass Schmerzen durch Medikamente selbst entstehen können. Viele Patienten denken bei auftretenden Nebenwirkungen durch die Schmerzmittel gar nicht daran, dass dies die Schmerzmittel selbst sein könnten. Die Patienten gehen sogar oftmals davon aus, dass sich einfach ihre Beschwerde verschlechtert habe.

Da bleibt mir (wieder einmal) nur zu sagen: Herzlichen Glückwunsch!

Ich trage hier vor allem Fakten zusammen um (auch) zu zeigen, dass die konventionelle Schmerztherapie aus meiner Sicht in einer Sackgasse steckt. Schmerzmittel gehören für mich in den Bereich, wo "nichts mehr geht" (z.B. Krebsschmerzen etc.), sowie in den Bereich der Klinik und Notfallmedizin.

weitere Themen: Bauchschmerzen - Fersenschmerzen - Gelenkbeschwerden - Magenschmerzen - Nackenschmerzen - Nasennebenhöhlenentzündung - Nervenschmerzen - Ohrenschmerzen - Phantomschmerz - Rheuma - Rückenschmerzen - Tennisarm

Weitere Beiträge zum Thema Schmerzen:

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Naturheilkunde und Naturheilverfahren

Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Schmerzen in Frage kommen können.

Denken Sie bitte daran, dass Schmerzen immer nur ein "Symptom" sind. Es gilt also die Ursache zu finden und diese zu behandeln.

AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt. Energiestauungen lösen und wieder zum fließen bringen. Einen Versuch ist es wert.

Klassische Akupunktur

Ähnlich arbeitet die Emotional Freedom Technique (EFT), der eine Meditation vorausgeht, wonach Akupressur mit den Fingerspitzen erfolgt.  
Akupunktur ist besonders geeignet, um Schmerzen bei orthopädischen Krankheitsbildern und Kopfschmerzen sowie Fibromyalgie zu lindern.

 

Ernährung

Die Ernährung spielt im Schmerzgeschehen nach meiner Erfahrung immer eine Rolle. Meine generelle Empfehlung: Meiden Sie Schweinefleisch und Milchprodukte: vor allem Milch und Joghurt. Außerdem sollten Sie bei Schmerzen Wasser trinken. Empfehlenswert ist auch eine kohlenhydratarme und zuckerfreie Kost. Dadurch sinkt der Spiegel der entzündlichen Prostaglandine. In die gleiche Richtung wirken auch Omega-3-Fettsäuren (Fisch- und Krillöl), die Vorstufen dieser Hormone sind.

Vitamin E scheint sich hingegen sehr positiv auf die Linderung von Schmerzen auszuwirken. Eine Vitamin-E-reiche Kost mit vielen pflanzlichen Ölen ist daher empfehlenswert.

Neuraltherapie

Um eine schnelle Erleichterung zu bringen, ist die Neuraltherapie (hier: Injektion in Triggerpunkte) sehr geeignet. Die Ausschaltung der Triggerpunkte beseitigt zahlreiche Schmerzzustände. Allerdings sollten dennoch die Ursachen abgestellt werden, die zu den Triggerpunkten geführt haben.

Heilpflanzen

Kurkuma, auch in Currypulver enthalten, wirkt ebenfalls positiv, da die Inhaltsstoffe freie Radikale abfangen, die für Schmerzen und Schwellungen verantwortlich sind.

Afrikanische Teufelskralle zählt ebenfalls zu den schmerzlindernden Heilpflanzen. Vor allem bei Arthritis-Schmerzen gilt sie als sehr wirkungsvoll. Sie wird auch bei Pferden und Hunden zur Schmerzlinderung eingesetzt.

Weihrauch, der vor allem in der indischen Medizin seit Jahrhunderten bei Schmerzen erfolgreich zum Einsatz kommt, gilt ebenfalls als sehr effektiv.

Ingwer gilt in Asien als ein hervorragendes Mittel bei Übelkeit, Schmerzen und Entzündungen.

Das Flavonoid Rutin wird von vielen Pflanzen als natürlicher UV-Schutz produziert. Beim Menschen kann es Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern. Unter anderem findet man relativ große Mengen in Buchweizen und in Petersilie.

Das Nachtkerzenöl ist ebenfalls eine Überlegung Wert.

Die Wurzeln der Palmlilie Yucca schidigera sollen unter anderem bei Migräne helfen.

Capsaicin-Creme aus Paprika-Extrakt wird äußerlich angewendet und hemmt die Aktivität der P-Substanz.
Ein sehr starkes pflanzliches Analgetikum ist der Extrakt des malaysischen Kratom-Baumes. Einige der Inhaltsstoffe greifen an den µ-Opioid-Rezeptoren an und sind daher Opiat-Substitute. Wegen der psychotropen Effekte und der Suchtgefahr unterliegen die Präparate dem BTM.

Nicht ganz unkritisch muss auch "medizinisches Cannabis" beurteilt werden.

Homöopathie

Bei Gelenkschmerzen werden mit homöopathischen Präparaten aus Arnika, Bittersüß und Beinwell gute Erfolge erzielt. Das Thema ist allerdings sehr komplex und nicht einfach hier zu beantworten. In meinem Beitrag: Homöopathie bei Schmerzen differenziere ich genauer und spreche mögliche Mittel an.

Säure-Basen-Haushalt

Zu jeder Schmerz-Therapie gehört aus meiner Sicht prinzipiell die Entsäuerung. Vor allem chronische Schmerzen gehen tendenziell mit erhöhten Laktatspiegeln einher. Bei einer chronische Übersäuerung kommt es eher zu einer vermehrten Produktion von bestimmten Gewebshormonen, wie der Kinine und einer Senkung der Aktivität des abbauenden Enzyms. Ebenso sind die Grundsubstrate der Prostaglandine (Stichwort: Arachidonsäure, Schweinefleisch!) ebenfalls sauer. Dazu kommen Säuren der Schmerzmittel und Stress (Adrenalin), dass die Situation weiter verschlimmert, bis der Körper den Säureüberschuss nicht mehr kompensieren kann.

Wirbelsäule: Chiropraktik, Osteopathie und andere

Viele Arten von Schmerzen können durch Fehlstellungen von Wirbelkörpern entstehen, ebenso durch die Fehlspannung im Gewebe, vor allem in den Faszien. Hier gibt es unterschiedlichste Ansätze zur Therapie. Angeboten werden Verfahren der:

Für eine Aufzählung ist hier zu wenig Platz, weswegen ich ihnen hierzu meinen Beitrag zur Schmerztherapie empfehlen möchte.

Orthomolekulare Medizin: Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren & Co.

Ein entzündungshemmendes, schmerzlinderndes und (nach meiner Erfahrung) nebenwirkungsfreies Mittel ist das MSM. Eine Dosis von 3-5g sind bei den meisten Patienten angebracht.

Cetylmeristoleat (CMO) ist ein Öl in Milch und einigen Fischen enthalten. Die entzündungshemmende Wirkung unterstützt auch die Schmerz-Therapie.
Astaxanthin hat eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung. Daher wird das Carotinoid auch in der Schmerz-Therapie eingesetzt.

Das Tripeptid Glutathion, das aus den Aminosäuren Glutaminsäure, Cystein und Glycin gebildet wird, übernimmt im Körper unter anderem einige schmerzlindernde Aufgaben. Das Antioxidans kann von unserem Organismus selber hergestellt werden. Es ist aber, um eine ausreichende Menge zu gewährleisten, auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Die Glutathion-Transferase kann meiner Beobachtung nach z.B. durch Kaffee-Einläufe gesteigert werden. Kaffee-Einläufe sind so nach meiner Erfahrung auch ein ausgezeichnetes "Schmerzmittel".

Darüberhinaus kommen folgende Mittel bei Schmerzpatienten in Frage: OPC, hochdosierter Vitamin-B-Komplex, Vitamin C (aus natürlichen Quellen, wie z.B. Camu Camu), Conezym Q10 und Vitamin E, Kombinationen aus Kalzium und Magnesium, sowie Omega 3 Fettsäuren in Frage.

Bromelain ist die Bezeichnung für zwei proteolytische Enzyme der Ananaspflanze, die dafür bekannt sind, Entzündungen zu hemmen. Bekannte Enzympräparate sind u.a. das Wobenzym, Phlogenzym, Karazym u.a. Ananasextrakt kann auf diese Weise auch verschiedene Schmerzen lindern und ausschalten.

Versuch mit DMSO halte ich für chronische Schmerzpatienten evtl. für sinnvoll.

Störfelder

ZahnstörfelderTote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen sind bedenklich. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen.

Narben können ebenfalls ein Problem sein. Mehr dazu unter: Narbenentstörung und Narbenprobleme.

weitere Therapieverfahren die bei Schmerzen in Frage kommen
  • Heilfasten (siehe auch: Fasten gegen Schmerzen)
  • K-Laser, Klasse 4 Laser-Therapie: Infrarot-Strahlung, die tief in die schmerzenden Gewebeanteile eindringen
  • Massagen
  • Physiotherapie
  • Erdung (Barfußgehen/Laufen)

Und weil ich immer mal wieder zu "Schmerzpflastern" gefragt werde, hier ein Beitrag von mir zu den FG Xpress Pflastern, die ca. 2014 - 2016 "hochgejubelt" wurden.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 4.9.2017 aktualisiert.