Borreliose - Die naturheilkundliche und alternative Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Lassen Sie mich gleich vorweg erwähnen, dass es sich nach meiner Erfahrung absolut lohnt, bei einer Borreliose auch naturheilkundliche oder auch sogenannte alternative Therapieformen zum Einsatz zu bringen!

Bevor ich aber auf diese Therapien eingehe, vorweg einige Dinge, bzw. Fakten zur Borreliose.

Fakten zur Borreliose 

Die Borreliose gilt als eine Infektionskrankheit, die meistens durch einen Zeckenstich (manche sagen auch Zeckenbiss) auf den Menschen übertragen wird. Mittlerweile soll es auch weitere Insekten geben, etwa Stechmücken oder Pferdebremsen, die die Krankheit übertragen können.

Im Speichel der Zecken können sich Bakterien befinden, sogenannte Borrelien, die beim Stich (nicht Biss) freigesetzt werden.

Allerdings bedeutet nicht jeder Zeckenstich automatisch eine Infektion. In Deutschland beträgt die Wahrscheinlichkeit, nach einem Biss auch infiziert worden zu sein, zwischen 1,5 und 6 Prozent. Eine manifeste Erkrankung tritt bei 0,3 bis 1,4 Prozent auf (siehe: Lyme-Borreliose - RKI-Ratgeber für Ärzte). Bislang sind 37 Arten von Borrelien bekannt.

Zeckenbiss / Zeckenstich 

Jährlich infizieren sich ca. 60.000 Menschen in Deutschland mit den Borreliabakterien. Während viele Tiere immun gegen diese Borrelien zu sein scheinen, kann die Infektionskrankheit unter anderem Menschen, Hunde und Pferde befallen.

Eines der bekanntesten Borrelien, das Borrelia burgdorferi, wurde erst 1982 als Erreger einer arthritisähnlichen Erkrankung beschrieben.

EXKURS: Bevor wir aber zu Symptomen und Therapien kommen eine Anmerkung zur möglichen Entstehung der Borreliose. Folgendes wird angenommen: Die Borreliose wurde als biologische Waffe während des zweiten Weltkriegs von den Deutschen eingesetzt und in den Kriegsgebieten verbreitet. Waren die Bakterien zuvor recht harmlos, so wurden sie im Labor gezielt verändert, so dass sie zu gefährlichen Krankheitserregern wurde. Die Zecken haben sich als Kriegswaffe aber nicht bewährt, da die Erkrankung zu langsam voran schreitet.

Die Theorie besagt weiter, dass der deutsche Veterinärmediziner Erich Traub, der bereits unter der Herrschaft der Nationalsozialisten die Borrelienversuche unternahm, diese später in das amerikanische Militärlabor Plum Island vor der Ostküste mitbrachte. Durch Vögel, Rehe oder möglicherweise Hurrikans sind die infizierten Zecken dann an die Ostküste der USA gelangt und haben sich von dort aus immer weiter ausgebreitet. Für diese Theorie spricht unter anderem, dass es sich in den USA lediglich um einen Borrelienstamm handelt, während in Europa viele Formen vorkommen.

Diese Zusammenhänge werden im Buch: Lab 257: The Disturbing Story of the Government's Secret Plum Island Germ Laboratory, von Michael C. Carroll beschrieben. Diese Information zur Quelle erhielt ich von einem Vereinsmitglied des Borreliose Informations- und Selbshilfevereins München e.V. Siehe auch: Wikipedia, Erich Traub (en.wikipedia.org/wiki/Erich_Traub)

So, nun weiter zur Borreliose...

Bevor wir aber zu den Symptomen und der Therapie kommen, möchte ich noch die neuesten "Entwicklungen" erwähnen:

Die "Anaplasma Borreliose"

Seit Neuestem gibt es ein weiteres Bakterium, das eine Lyme-Borreliose auszulösen scheint. Allerdings handelt es sich bei diesem Bakterium nicht um eine neue Art aus der Gattung der Borrelien, sondern aus der Gattung der Anaplasma. Auch diese Art der Bakterien ist infektiös und wird ebenfalls über Zeckenbisse übertragen. Hunde, Katzen, Pferde und Kühe können auch infiziert werden.

Im Jahr 2014 wurde die neue Art von Anaplasma im Nordosten von China gefunden. Ihr Zwischenwirt ist eine Zecke, die primär auf Ziegen vorzukommen scheint. Die Arbeit dazu wurde im „Lancet" veröffentlicht: Human infection with a novel tick-borne Anaplasma species in China: a surveillance study.

In dieser Arbeit sammelten die Autoren Blutproben von Probanden, die in den vorausgegangenen 2 Monaten einen Zeckenbiss gehabt hatten. Das Blut wurde auf Anaplasma Arten untersucht und positive Befunde kultiviert. Die gefundenen Bakterien wurden morphologisch und genetisch analysiert, um zu einer genauen Bestimmung zu gelangen. Weiter wurden Antikörper im Serum ermittelt.

Resultat: Bei 28 von 477 Probanden (= 6 Prozent) wurde eine Infektion durch Anaplasma festgestellt. Eine genauere genetische Analyse der beobachteten Bakterien ergab, dass sie sich genetisch von anderen, bislang bekannten Formen von Anaplasma deutlich unterschieden. Bei 22 Patienten zeigte sich eine vierfache Erhöhung des Antikörper-Titers. Alle betroffenen 28 Patienten entwickelten Fieberzustände, 23 Patienten manifestes Fieber, 14 Kopfschmerzen, 13 Malaise, 9 Schwindel, 4 Muskelschmerzen und 4 Schüttelfrost. Zusätzlich zeigten 10 der 28 Betroffenen Hautausschläge oder -schorf, 8 eine Lymphknotenschwellung, 8 hatten gastrointestinale Beschwerden und 3 einen steifen Nacken. 5 Patienten mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden aufgrund schwerer gesundheitlicher Einschränkungen. Bei 6 von 17 Patienten, für die Laborwerte vorlagen, zeigte sich eine Erhöhung der Leber-Aminotransferase.

Schlussfolgerung: Das Auftauchen von Anaplasma capra als Verursacher einer Infektion beim Menschen gibt allen Grund, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, wie sie auch gegen Zeckenbisse ergriffen werden, um eine Borreliose zu verhindern.

Meine Einschätzung dazu: Wenn man die Zahlen vergleicht, dann sieht es mit dem neuen Erreger nicht besonders gut aus. Während laut RKI, ein Biss in 1,5 bis 6 Prozent der Fälle zu einer Borreliose-Infektion führt, sind es bei Anaplasma capra ebenfalls 6 Prozent. Aber die Borreliose-Infektionen wird "nur" in 0,3 bis 1,4 Prozent der Fälle manifest. Bei Anaplasma capra waren es 100 Prozent der Betroffenen, bei denen die Infektion manifest wurde und die mehr oder weniger stark ausgeprägtes Fieber entwickelten und zudem andere unterschiedliche Symptome.

Und damit wären wir bei dem Gebiet der:

Symptome einer Borreliose

Die Symptome sind sehr vielfältig und werden oft im Anfangsstadium nicht mit Borreliose in Verbindung gebracht. Die Infektion kann sich je nach Stadium mit Fieber, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen, Gelenkentzündungen, Lupus erythrmatodesNervenschmerzen, Lähmungen und Gefühlsstörungen sowie in seltenen Fällen mit einer Herzbeutelentzündung bemerkbar machen. Beschrieben wurden auch psychiatrische Symptome wie Angststörungen, Depressionen und Erschöpfungszustände. Daneben können auch Beeinträchtigungen der Schilddrüse auftreten.

Nachweis / Diagnose

Der Nachweis dieser Infektionskrankheit erfolgt indirekt über einen Antikörpernachweis im Blut. Die Antikörper sind mit dem ELISA-Test jahrelang im Blut nachweisbar und ein Indiz dafür, dass der Körper irgendwann einmal mit den Krankheitserregern in Kontakt gekommen ist. Etwa 50% der Borreliose-Infektionen verlaufen jedoch ohne jeglichen Symptome.

Da sich die Borreliose mit vagen und unspezifischen Symptomen manifestiert, vermuten zunehmend mehr Menschen bei sich hinter scheinbar unerklärlichen Krankheitssymptomen wie Müdigkeit und Abgespanntheit, Schlafstörungen und unklaren Beschwerden eine Borreliose-Infektion.

Die ersten Symptome sind meist Kopfschmerzen, Wanderröte und Gelenkbeschwerden. Auch Muskelschmerzen, Nackensteifheit sowie Sehprobleme und Hörprobleme treten relativ häufig bereits im Frühstadium der Borreliose auf. Grippeähnliche Symptome und Schlafstörungen können ebenfalls erste Anzeichen der Infektionskrankheit sein. Es können aber viele unspezifische Beschwerden hinzukommen. Und auch wenn die Wanderröte als sicheres Indiz für eine Borrelieninfektion gilt, so kommt sie doch nur bei etwa 50 Prozent der Betroffenen vor.

Therapie

Wer eine Zecke am eigenen Körper bemerkt, ist bei den oben genannten Symptomen bereits gewarnt und sollte so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, damit die Krankheit nicht chronisch wird. Doch zahlreiche Patienten, bei denen die Borrelien-Antikörper nachgewiesen werden können, berichten, dass sie von keiner Zecke gebissen wurden. Dies hängt damit zusammen, dass nicht ausschließlich diese Parasiten als Überträger in Frage kommen. Auch eine Verbreitung durch blutsaugende Insekten ist möglich.

Auch können die Zecken theoretisch nach dem Blutsaugen wieder abgefallen sein, ohne von den Betroffenen bemerkt zu werden.

So erhalten viele vermeintliche Borreliose-Patienten immer wieder Antibiotika, um eine angebliche Infektion mit diesen Krankheitserregern zu bekämpfen, während die eigentliche Krankheitsursache im Dunkeln bleibt.

Unterscheiden muss man auch zwischen der akuten bakteriellen Infektion der Borreliose, die mit Antibiotika behandelt wird, solange sich die Bakterien noch im Körper befinden und unter den Folgeerscheinungen einer Borreliose-Infektion.

Die Bakterien können Folgeerkrankungen wie Arthrose an Gelenken oder Nachfolgeschäden an der Haut und Nerven hinterlassen. Diese Erkrankungen lassen sich nicht mit Antibiotika behandeln, da sich zu diesem Zeitpunkt keine Borreliose-Bakterien mehr im Körper befinden, die durch Antibiotika unschädlich gemacht werden könnten.

Entscheidend ist auch die Abklärung anderer möglicher Krankheitsbilder, die ähnliche Symptome wie Gelenkbeschwerden und Nervenentzündungen verursachen wie beispielsweise Rheuma oder Multiple Sklerose.

Doch oftmals ist es ausgesprochen schwierig: Die Patienten leiden an chronischer Müdigkeit, an Fieber, Schwindel oder Depressionen. Oft werden sie eingehend und ohne befriedigendes Ergebnis untersucht.

Denn nicht jeder Arzt kommt bei den Symptomen auf die Idee, auf Borreliose zu testen. Und selbst, wenn eine Antikörperbestimmung stattfindet, muss die Krankheit nicht zwingend erkannt werden. Denn die Tests liefern recht häufig falsche Ergebnisse.

Dies liegt vor allem am so genannten Borreliose-Paradoxon: Man muss erst die Krankheit behandeln, um sie identifizieren zu können. Denn die Krankheitserreger befallen unter anderem die weißen Blutkörperchen, um sie an der Entwicklung von Antikörpern zu hindern. Zudem vermuten einige Forscher, dass Borrelien sich im Körper in einer ihnen typischen Form verstecken können. Dieser von den Bakterien gebildete Biofilm (pleomorphe Form) soll durch Antibiotika nicht angreifbar sein. Bestimmte Stress-Faktoren sollen die Bildung des Biofilms auslösen. Dazu gehören Antibiotika-Kontakt, pH-Wert-Verschiebungen, immunologische Aktivität und Hunger. Bewiesen ist die Biofilm-Theorie jedoch nicht. Manche Wissenschaftler vermuten, dass die Erreger die pleomorphe Form nur in Labor-Kultur ausbilden.   

Während der Borreliose-Bund Deutschlands von ca. einer Million chronischer Borreliose-Fälle in Deutschland ausgeht, relativieren die auf Borreliose spezialisierten Mediziner der Uniklinik Göttingen die tatsächliche Zahl der chronischen Borreliose-Erkrankungen auf ein Minimum.

Entscheidend ist (nach deren Meinung): bei Vorliegen eines klinischen Krankheitsbildes (Symptome des Patienten), mittels einer gründlichen Untersuchung den Verdacht auf eine chronische Borreliose-Erkrankung zu bestätigen oder zu widerlegen und nicht für alle unklaren oder scheinbar unerklärlichen Krankheitssymptome das Krankheitsbild chronische Borreliose verantwortlich zu machen.

Da die Borreliose in verschiedenen Krankheitsstadien abläuft erfordert diese auch eine differenzierte herangehensweise. Während im Akutstadium (Stadium 1) die Antibiotika-Therapie der Schulmedizin wirksam ist, versagt diese in den Folgestadien.

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Warum?

Bei der chronischen Borreliose scheinen die die sogenannten zellwandfreien Formen der Borrelien (CWD, cell wall deficiency syndrom) eine Rolle zu spielen. Und genau diese Formen kann unser Immunsystem nicht ausreichend erkennen.

Nach meiner Erfahrung und der zahlreicher Kollegen lässt sich eine fortgeschrittene Borreliose ausschließlich über eine biologische Therapie heilen - und zwar vollständig.

Naturheilkunde, Alternative Medizin und Hausmittel

Dr. Dietrich Klinghardt behandelt Borreliose-Patienten recht erfolgreich mit einer speziellen Ozontherapie. Dr. Klinghardt geht davon aus, dass die Krankheitserreger durch elektromagnetischen Felder und Mikrowellen- bzw. Handystrahlungen in den vergangen Jahren immer aggressiver wurden. Und wer das mit der Handystrahlung usw. für Unsinn hält, sollte einmal hier weiterlesen: Handystrahlung, WLAN und Co.

Dr. Klinghardt selber sagt auch, dass niemals ein Patienten mit Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose bei ihm in Behandlung war, der nicht auch von Borrelien befallen war. Dies wiederum lässt vermuten, dass die genannten Erkrankungen, (deren Ursache bisher unklar ist), möglicherweise mit einer Infektion durch die Borrelien in Zusammenhang stehen könnte. Und in der Tat gibt es auch Studien, die auf diesen Zusammenhang hinweisen! In meinem Beitrag: Multiple Sklerose und Borreliose - Werden hier Krankheiten verwechselt?, gehe ich genauer darauf ein.

Dr. Klinghardt empfiehlt seinen Patienten, Elektrosmog und Strahlungen von drahtlosen Geräten (WLAN, Bluetooth) möglichst zu vermeiden. Ausführlich lesen Sie dazu bei Dr. Klinghardt: "Die Lyme-Borreliose: Behandlungswege jenseits von Antibiotika". Das ist eine pdf die auf der Webseite von Dr. Klinghardts Institut verfügbar war, dort aber leider nicht mehr auffindbar ist. Suchen Sie dieses Thema einmal in einer Suchmaschine.

Einen umfangreichen Therapieplan, sowie weitere Gedanken zu einer alternativen Borreliose-Therapie stellt zum Beispiel mein Kollege Dieter Berweiler (aus Stuttgart) vor. Die Datei hat etwas mehr als 6 MB und ist auf seiner Webseite noch einsehbar (Stand Mai 2017). Dort finden Sie auch die Sache mit der Karde, die als wirkungsvoll gelten soll.

Eine Studie aus 2015 legt eine Wirkung von Stevia-Extrakt gegen die Borrelien nahe. Die Forscher der University New Haven behandelten die Erreger in Kultur-Medien mit verschiedenen Präparaten des südamerikanischen Korbblütlers. Verwendet wurden wässrige Lösungen aus Trocken-Extrakten sowie alkoholische Auszüge. Die Zubereitungen brachten die Wissenschaftler auf die Kulturen aus und verglichen die Wirkung mit Antibiotika-Behandlungen (Daptomycin, Doxycyclin, Cefoperazon in Einzelgabe und Kombinationen). Dabei zeigte sich, dass der alkoholische Auszug aus Stevia-Blättern eine bessere Wirkung hatte als die Antibiotika. Sogar der Biofilm konnte mit dem Pflanzen-Extrakt so effektiv bekämpft werden, dass es nicht zum Wiederaufflammen der Bakterien-Rasen in den Petri-Schalen kam. Auch dies zeigt, dass der alkoholische Auszug aus Stevia die Erreger-Kulturen wirkungsvoller abtötet als die Antibiotika oder der Trocken-Extrakt (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4681354/).

Freilich lassen sich die Ergebnisse der Labor-Versuche zunächst nicht auf die klinische Praxis übertragen. Aber eine Rechtfertigung weiterer Forschungen sind sie allemal.     

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 20.07.2017 aktualisiert.

Bild: Quelle fotolia - Bobo