Heilpflanzen
Das Heilpflanzen Lexikon - Heilung aus dem Garten der Natur
Die wohltuende und kurierende Kraft der Heilkräuter und Heilpflanzen ist dem Menschen bereits seit
vorgeschichtlicher Zeit bekannt.
Die ersten historischen Überlieferungen von ihrer medizinischen Verwertbarkeit stammen aus dem zweiten
Jahrtausend vor unserer Zeit von den alten Ägyptern. Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Medizin war die
Aufbereitung bestimmter Pflanzen zu Heilzwecken.
Sie wussten die Wirkung solcher Pflanzen jedoch auch zur täglichen Hygiene sowie zu kosmetischen Zwecken zu
Nutzen. Zudem fand man heraus, dass aus Zedernholz und Myrrhe gewonnene Extrakte den Verwesungsprozess ihrer
Toten hinauszögern können.
Durch die Entwicklung von Handel und Seefahrt gelangten fremdländische Heilpflanzen und -kräuter auch in unsere
Breitengrade, wo sich „Weise Frauen“, Druiden aber auch Mönche und Klosterfrauen mit dem Wissen um heilkräftige
Arzneipflanzen beschäftigten.
Die wohl bekannteste Vertreterin der Pflanzenheilkunst des frühen Mittelalters war Hildegard von Bingen, die im 11. Jahrhundert zahlreiche Schriften nicht nur
auf die körperliche Anwendung von Arzneipflanzen verfasste, sondern und auch ihre stimulierende Wirkung auf die
seelisch-geistige Dimension des Menschen erkannte.
Gesammelt und getrocknet kommen bis heute ganze Kräuter oder nur Blüten, Blätter, Saft, Beeren oder Wurzeln und
Rinde zur Anwendung.
Der Gehalt der in den Pflanzen enthaltenen Glykoside, Alkaloide, ätherischen Öle sowie Bitter-, Schleim- und
Gerbstoffe ist abhängig von Standort, Klima und Erntezeit, die im allgemeinen von Juni bis September andauert.
Zur Entfaltung der Wirkstoffe werden Heilkräuter und -pflanzen entweder zur inneren Anwendung
in Wasser aufgekocht oder in Wein, Essig, Öl oder Schmalz zur äußeren Anwendung ausgezogen. Neben den zumeist
ungefährlichen Arzneipflanzen, die bei sachgemäßer Anwendung ihre Heilkraft entfalten, existieren auch wenige
Arten, die schon bei geringer Einnahme zu tödlichen Vergiftungen führen können.
Gleichzeitig können solche Giftpflanzen – dazu zählen z.B. Mohn, Tollkirsche und Fingerhut - auch bei
entsprechender Dosierung eine heilende Wirkung haben. Allgemein sind Vergiftungen durch Heilpflanzen und Kräuter
jedoch sehr selten, da die meisten Giftstoffe im Geschmack sehr abstoßend sind oder der menschliche Körper sie nur
schlecht resorbiert. Zudem werden manche Gifte durch das Trocknen oder Kochen der Pflanze auch unwirksam.
Während des 19. Jahrhunderts wurden pflanzliche Wirkstoffe auch kostengünstig synthetisch hergestellt und die
wissenschaftlichen Fortschritte dieser Zeit verdrängten die natürlichen Heilmittel bald durch chemische Stoffe mit
der Folge, dass die wissenschaftlich fundierte Medizin lange Zeit die Wirkung der Arzneipflanzen als menschliche
Einbildung darstellte.
Erst während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als eine Diskussion um Kosten und gesundheitliche
Konsequenzen künstlich hergestellter Medizin entbrannte, erkannte die moderne Medizin nach dem Erscheinen positiver
Forschungsergebnisse, die heilende Wirkung der volkstümlichen Heilmittel an. Heute finden Heilkräuter und
Heilpflanzen wie selbstverständlich in der Pharmazie Anwendung.
Im Heilpflanzen-Lexikon auf dieser Webseite finden Sie zur Zeit folgende Pflanzen, bzw. deren Extrakte:
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 09.01.2013 aktualisiert

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