Magengeschwür
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Was ist eigentlich ein Magengeschwür?
Das Ulcus ventriculi (Magengeschwür) bezeichnet ein gutartiges Geschwür des Magens, welches zu den drei
häufigsten Erkrankungen des Magens zählt und die Schleimhaut bis zu den inneren Muskelschichten (Muskularis
mucosae) schädigt.
In der Fachsprache der Schulmedizin hört man in diesem Zusammenhang oft den Begriff "Substanzdefekt". Und
in der Tat: Das Magengeschwür (Ulcus ventriculi) ist ein Substanzdefekt im Magen, der tiefer als die Muskelschicht
unterhalb der Schleimhaut des Magens reicht.
Das Geschwür zeigt sich oft erst nach dem 50. Lebensjahr mit einer Inzidenz von 50 Fällen pro 100.000
Einwohnern in Deutschland und entsteht, wenn der Magen keinen Schutz mehr in Form von alkalischem Schleim gegen die
aggressive Salzsäure bilden kann.
Männer erkranken deutlich häufiger als Frauen, Häufigkeitsgipfel liegt im mittleren Lebensalter.
Ursachen gemäß der Schulmedizin
Damit ein Geschwür entstehen kann, muss (gemäß geltender Lehrmeinung) ein Missverhältnis von
schleimhautschützenden und schleimhautschädigenden Faktoren vorhanden sein. Oft liegt begleitend oder vorausgehend
eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) vor.
Als häufigste Ursache (circa 80 Prozent) gilt heute in der Schulmedizin ein Befall
mit einem speziellen Bakterium (Helicobacter Pylori). Es ist durch eigene Enzyme in der Lage im sauren Milieu zu
überleben und sich dort zu vermehren. Die "Durchseuchung" ist hoch, doch nicht jeder infizierte Mensch entwickelt
auch Symptome. Diese Form des Magengeschwürs liegt meist an dem kleinen Magenbogen (Kurvatur) im unteren Teil des
Magens kurz vor dem Ausgang in den Darm (Antrum). Das Bakterium kann am sichersten durch eine Magenspiegelung, aber
auch über Nachweis im Stuhl oder per Atemtest nachgewiesen werden. Traurige Berühmtheit erlangte der Helicobacter
Pylori, da er unbehandelt in einigen Fällen Magenkrebs oder Lymphome im Gastrointestinal-Trakt
(Verdauungstrakt) verursachen kann. Die Prognose ist aber nach einer Behandlung (die Eradikation erfolgt in
Deutschland mittels Triple-Therapie, welche aus einem Säureblocker und zwei Antibiotika
besteht) gut. Ich empfehle Ihnen auf jeden Fall einmal die Geschichte dieses Helicobacter Pylori zu lesen. Diese Geschichte zeigt sehr deutlich mit welchen Dogmen wir es
in der Schulmedizin zu tun haben.
Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann zu einem
Magenulkus führen. Am häufigsten handelt es sich um Wirkstoffe aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika
(z.B. Aspirin, Ibuprofen und Diclofenac). Diese hemmen die Bildung von Prostaglandinen, welche für die schützende
Schleimbildung mitverantwortlich sind. Vor allem in Kombination mit Cortison kommt es zu einem massiv erhöhten
Risiko. Eine Ulkus-Prophylaxe mit Protonenpumpen-Hemmern ist im medizinischen Alltag üblich.
Wichtiger Auslöser ist körperlicher oder psychischer Stress. So kommt es bei Patienten
auf Intensivstationen oder allgemein mit schweren körperlichen Leiden im hohen Prozentsatz zu Magengeschwüren.
Eine Therapie mit Protonenpumpen-Hemmern ist auch hier oft "schulmedizinischer" Standard. Auch psychischer,
lärmbedingter oder beruflicher Stress kann das Risiko deutlich erhöhen.
Ein Ulkus kann aber auch im Rahmen einer Autoimmunerkrankung auftreten.
Das eigene Immunsystem bildet Antikörper gegen die säureproduzierenden Zellen im Magen (Belegzellen). Als Reaktion
gegen den pH-Anstieg wird vermehrt säureerhöhendes Gastrin produziert. Da die Belegzellen zusätzlich einen Stoff
produzieren, welcher für die Vitamin B12-Aufnahme aus dem Darm notwendig ist, kommt es zu einem Vitaminmangel. B12 wird für die Blutbildung benötigt, daher ist diese Ulkusform oft mit
einer Anämie vergesellschaftet (so genannte perniziöse Anämie).
Seltene Ursachen sind die Nebenschilddrüsenüberfunktion (Hyperparathyreoidismus), das Zollinger-Ellison-Syndrom (dabei
handelt es sich um einen gastrinproduzierenden Tumor, welcher so die Säureproduktion anregt), gestörte
Magenbewegung - oft kombiniert mit einem Gallensäurerückfluss (z.B. bei Gastroparese im Rahmen eines Diabetes
mellitus), Mangel an epidermalem Wachstumsfaktor und Durchblutungsstörungen im Bereich des Magens (vor allem bei
älteren Menschen, oft auch im Rahmen von schweren anderen Erkrankungen oder im Schock). Auch genetische Faktoren
scheinen eine Rolle zu spielen, so sind Menschen mit der Blutgruppe 0 häufiger betroffen.
Scharfes Essen, Rauchen, Kaffee und Alkoholkonsum begünstigen zusätzlich das Auftreten
von Magenschleimhautentzündungen, welche in ein Geschwür übergehen können.
Symptome eines Magengeschwürs
Die Symptome sind zu Anfang mit Appetitlosigkeit,
Unverträglichkeit bestimmter Speisen, Übelkeit, Gewichtsverlust und Völlegefühl unspezifisch.
Ein Brennen und Drücken in der Magengegend tritt vor allem nach der Nahrungsaufnahme auf, wenn
die Säureproduktion aktiviert wird. Fängt das Magengeschwür an zu bluten, kann es zu schwarzem Stuhlgang
kommen (dem sogenannten Teerstuhl), da sich Blut im Kontakt mit Magensäure dunkel verfärbt.
Klassisch zeigt sich ein Magengeschwür durch ein Druckgefühl und
Schmerzen im Oberbauch (= epigastrische Schmerzen), die bis zum Sternum (Brustbein), Unterbauch oder auch zum
Rücken hin ausstrahlen können. Die Nahrungsaufnahme löst bei vielen Betroffenen einen weiteren Schmerz aus,
daneben zeigt sich aber auch der Nüchternschmerz, gehäuft in der Nacht. Seltener kommt es zu Übelkeit und Erbrechen, bedingt dadurch auch zu einem
Gewichtsverlust.
Tritt ein plötzlicher massiver Schmerz auf, könnte ein Durchbruch des
Geschwürs (Perforation) vorliegen.
Aber auch völlig asymptomatische Verläufe (ohne irgendwelche Symptome) kommen
vor.
Ansonsten kann sich aber auch noch ein weiterer Katalog von Symptomen zeigen: Brechreiz, Mundgeruch, belegte Zunge, Sodbrennen,
Aufstoßen, Bauchschmerzen, Magenkrämpfe,
Magenschmerzen, eingeschränkte
Leistungsfähigkeit, Schmerzen bei leerem Magen, Neigung zu Kopfschmerzen,
Verstopfung oder Durchfall mit übel
riechendem Stuhl, Blähungen, Gewichtsverlust. Dies alles sind aber vermutlich nur Vorzeichen eines Magengeschwürs, die
Sie bis jetzt wahrscheinlich unbeachtet gelassen haben.
Die permanente Reizung der Magenschleimhaut durch ein fortschreitendes Ulkus (Geschwür) kann zu Blut im Stuhl (Meläna) oder auch blutigen Auflagen beim Erbrechen (Hämatemesis) führen,
meist Zeichen eines bestehenden oder drohenden Durchbruchs (Perforation).
Kleinere Geschwüre können z.T. ohne Therapie abheilen, führen aber zu Narben im Magengewebe, die anfälliger für
zukünftige Reizungen sind.
Größere Geschwüre bzw. wiederkehrende Ulcera können zu einem Durchbruch der Magenwand und so zu
lebensbedrohlichen Situationen führen.
Sie sehen also: das Symptombild kann sehr verwirrend sein - und für all diese Symptome können auch andere
Erkrankungen verantwortlich sein.
Die Sprache der Symptome
Wenn Sie Ärger mit dem Magen haben, ärgern Sie den Magen! Wer oft unter Magenproblemen leidet,
sollte auch dringend sein Umfeld prüfen und gegebenenfalls auch hier aufräumen, nicht nur im Magen. Sie
sollten sich auch fragen: „Was kann ich denn nicht richtig verdauen, was liegt mir denn so schwer auf dem
Magen?“
Ursachen aus naturheilkundlicher Sicht
Als Ursache wurde das Bakterium Helicobacter pylori entdeckt. Mein Kollege Hermann Kaufmann
meint dazu:
"Die Mediziner haben nun endlich einen Sündenbock gefunden, der für das Magengeschwür
verantwortlich sein soll. So ein Blödsinn, schuld ist nicht das Bakterium „Helicobacter pylori“, sondern
ganz alleine Sie selbst. Und wenn Sie Ihre Lebensart (Hektik, Ärger etc) und -einstellung (alles
herunterschlucken) nicht ändern, können Sie den ganzen Magen herausschneiden, das Symptom kommt
einfach an einem anderen Ort wieder zum Vorschein."
Auch eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit kann
bei Magengeschwüren und Sodbrennen eine Rolle spielen. Raucher haben ein
weit höheres Risiko, Magengeschwüre zu bekommen, als Nichtraucher. (Klar, rauchen macht letztendlich
nervös!)
siehe auch: Lebensmittelvergiftung - Lebensmittelinfektion - Milchzucker
Unverträglichkeit - Reizmagen

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei einem Magengeschwür in Frage kommen können.
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AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel
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Diese
Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der
Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt.
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Aromatherapie
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Einnahmen von
Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet werden.
Basilikum, Cajeput, Kamille,
Kümmel, Pfefferminze
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Ernährung
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Es gibt auch
verschiedene Nahrungsmittel, die dem Magengeschwür dienlich sind. Achten Sie also auf basische
Ernährung. Die irrige Meinung, Milch helfe bei Magengeschwüren und Sodbrennen kann auf lange Sicht
das Leiden verstärken. Milch hilft nur ganz kurzfristig, um dann mit einer erneuten
Säureausschüttung das Leiden zu verstärken.
Studien zufolge schützen
Brokkolisprossen den Verdauungstrakt vor Entzündungen und Geschwüren. Die Sprossen senken im
Magen Studien zufolge die Belastung mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Das
Sulforaphan im Brokoli soll einen "antibiotischen" Effekt haben.
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Orthomolekulare-Medizin
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In Frage können kommen:
Vitamin
A: bis 30.000 Int. Einheiten; hohe Vitamin-A-Dosierungen sollten Sie nur in Begleitung
eines erfahrenen Therapeuten oder Arztes einnehmen. Einnahmezeit etwa 1-2 Monate. Wenn die Symptome
nachlassen, die Dosis reduzieren.
Vitamin
E: 400-800 mg; Supplemente können die Heilung von Geschwüren in Magen und Zwölffingerdarm
beschleunigen.
Vitamin
C: 0,5-2 g; in Form von Kalzium- oder Natriumascorbat in getrennten Dosen mit dem Essen.
Nicht in Form von Ascorbinsäure-Pulver einnehmen.
Zink: 50-100 mg; beschleunigt die Heilung
von Geschwüren. Gemeinsam mit 2 mg Kupfer einnehmen.
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Säure-Basen-Haushalt
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Der
Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten
und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
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Schüssler-Salze
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Kalium
phosphoricum Nr. 5, Natrium chloratum Nr. 8, Natrium phos. Nr. 9, Calcium sulfuricum Nr.
12.
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Wirbelsäulensegmente
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Achten Sie auf
die Brustwirbel 5 - 7. Hier verlassen die Nerven die Wirbelsäule, die den Magen
innervieren.
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Sonstiges
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Aus der
Volksmedizin gibt es eine uralte, aber nach überlieferten Berichten zufolge ein
"unglaubliches" Rezept: verschlucken Sie eine lebende, rote Waldschnecke! Der von ihr abgesonderte
Schleim schützt Ihre Magenschleimhaut.
Das folgende Rezept ist vielleicht etwas besser und angenehmer durchzuführen. Machen Sie einen
Schneckensirup: eine Lage Schnecken, eine Lage Zucker usw. Die Schnecken werden sich auflösen und
zurück bleibt nur der Sirup. Davon nimmt man gemäß überlieferter Volksmedizin täglich einen
Esslöffel voll vor den Mahlzeiten.
Nun, die Schnecken sind auch nicht meine
Sache - ich habe das auch noch nie probiert. Die Maroni-Kur erscheint da schon wesentlich
angenehmer.
Maroni-Kur: Kochen Sie 5-6 geschälte, getrocknete Edelkastanien in ¼
Liter Wasser, bis sie sich leicht zerdrücken lassen. Sie mischen 1 TL Süßholzpulver und 1 TL
Engelsüßpulver mit 3 EL Dinkelmehl und warmem Wasser zu einem Teig. Fügen Sie diesen nun den
gekochten Maroni bei und erwärmen alles nochmals kurz. Während 2-3 Wochen nehmen Sie morgens 2 EL
von diesem Brei nüchtern ein.
Jeden Tag einen halben Liter Saft von rohem Kohl kann die Heilung fördern. Er enthält zwei wichtige
Aminosäuren, welche die Heilung beschleunigen können.
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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 9.1.2012 aktualisiert.

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