Muskelschmerz und Muskelschmerzen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Sie kennen das: Die Muskeln schmerzen. Irgendwas tut einem weh. Und gerade im Bereich der "Schmerztherapie" gibt es so viele Verfahren wie Bäume im Wald.

In jeder Publikumszeitschrift wird etwas angeboten - und im Fernsehen sowieso: Mal sollen wir uns den Schmerz mit einer Tablette "wegspülen" oder wir sollen eine tolle Salbe draufschmieren oder das neueste "Wunderverfahren" in Anspruch nehmen.

Auf dieser Webseite möchte ich Ihnen zunächst einen Überblick über verschiedene Ursachen und Krankheiten geben, die mit Muskelschmerzen in Verbindung stehen. Danach stelle ich Ihnen einige Verfahren aus dem Bereich der Naturheilkunde und Alternativmedizin vor, die hilfreich sein können.

Muskelzellen verfügen über Rezeptoren, die Unstimmigkeiten durch Signale wie z.B. den Schmerz weiterleiten können. Besonders Rücken- und Nackenschmerzen zeigen sich bei über 75 Prozent der Bevölkerung.

Die Annahme, das besonders sitzende oder stehende Tätigkeiten ohne Möglichkeit der Bewegung häufig zu schmerzenden Muskeln (Myalgien) ist teilweise richtig. Ihr Körper hat einen Bewegungsapparat und kein Sitzapparat - das sage ich auch meinen Patienten immer wieder.

Muskelschmerzen können diffus (nicht wirklich einer bestimmten Stelle zuzuordnen) oder lokal auftreten. Die Symptomatik ist vielfältig. Die Muskulatur kann dabei ziehende, stechende, drückende, brennende oder auch dumpfe Schmerzen verursachen.

Zusätzlich werden Nachbarregionen (Faszien, Sehnen und Knochenareale) gereizt, was zu einer Verstärkung der Symptome führen kann. Der Betroffene nimmt häufig eine Schonhaltung ein, vermeidet bestimmte Bewegungen und fördert so ggf. eine Verhärtung der betroffenen Muskulatur mit fortschreitender Bewegungseinschränkung.

Eine Übersicht über Erklärungsmodelle und "Ursachen" von Schmerzen finden Sie in diesem Artikel von mir: Schmerzen - Was sind die Ursachen?

Lesen Sie auch den Artikel zu: Muskelschmerzen nach Sport oder Training

Neben den einen Muskelschmerz begünstigenden Faktoren lösen auch viele Erkrankungen die beschriebenen Symptome aus.

Schauen wir uns einmal verschiedene Erkrankungen an, die mit Schmerzen in der Muskulatur einhergehen:

  • Die Fibromyalgie führt zu einer Schmerzsymptomatik des gesamten Körpers, besonders der Triggerpunkte (spezielle Schmerzpunkte).
  • Auch Viren, Bakterien und Parasiten können schmerzhafte Entzündungen der Muskulatur verursachen (inflammatorische Myalgien).
  • Bei den Stoffwechselstörungen fördern vor allem die erblichen Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels die Entstehung von Myalgien.
  • Bei einer Hypothyreose wird die Muskulatur geschwächt, sie ermüdet schnell und neigt zu Krämpfen. Die degenerative Muskelerkrankung führt zu einer Schwächung der Muskulatur, die im Verlauf völlig degeneriert (z.B. Duchenne-Muskeldystrophie).
  • Auch Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) zeigen in ihrer vielfältigen Symptomatik den Muskelschmerz. Besonders erwähnenswert sind hier Morbus Parkinson, die Multiple Sklerose und Kinderlähmung (Poliomyelitis).
  • Weitere, einen Muskelschmerz auslösende Erkrankungen können Durchblutungsprobleme, Nierenprobleme, ein Bandscheibenvorfall, Osteoporose, Arthrose, aber auch u.a. auch Tumoren von Knochen, Brust und Lunge sein.
  • Zudem fördern ein Alkoholabusus (übermäßiger Alkoholgenuss) oder die Tablettenintoxikation Schmerzen und Krämpfe der Muskulatur von Armen und Beinen.
  • Zu denken ist aber auch an eine Borreliose durch Zeckenstich bzw. Zeckenbiss.

Die krampfartigen Schmerzen beruhen oft auf einer Minderversorgung und einer Übersäuerung der Muskulatur. Dies führt zu einer verringerten Blut- und demzufolge zu einer verringerten Sauerstoffzufuhr. Grundsätzlich kann ein Krampf natürlich jeden Muskel befallen, doch meistens tritt er in den unteren Extremitäten auf.

 

Bedenklich: Die Therapie mit Schmerzmitteln und sogenannten "Muskelrelaxantien"

Die klassische Therapie mit Schmerzmitteln, wie zum Beispiel: ASS(z.B. Aspirin), Ibuprofen (z.B. Dolormin), Paracetamol oder Diclofenac (z.B. Voltaren) bringen zwar eine Erleichterung, sind aber aus meiner Sicht keine sinvolle Therapie bei chronischen Beschwerden - allenfalls sind es kurzfristige "Erleichterungen". Zudem können zahlreiche Schmerzmittel auf Dauer eingenommen selbst Schmerzen auslösen.

Beliebt sind auch die sogenannten Muskelrelaxantien (muskelentspannende Mittel), wie zum Beispiel Diazepam, Tetrazepam (z.B. Musaril), Tizanidin, Tolperison (z.B. Mydocalm). Die Studienlage zu diesen Mitteln ist aus meiner Sicht nicht eindeutig. Selbst die Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz sieht die Muskelrelaxantien nur als "Mittel der Reserve", die auch nicht länger als zwei Wochen angewendet werden sollten - wegen der unerwünschten Wirkungen dieser Mittel. In der Praxis sehe ich immer wieder Patienten, die diese Mittel zum Teil MONATELANG verordnet bekommen. Und das, obwohl "offizielle" Stellen wie zum Beispiel die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) eine "negative Nutzen-Schaden-Bilanz" bei Tolperison (z.B. Mydocalm) unterstellen und dieses Mittel z.B. bei schmerzhaften Muskelverspannungen nicht mehr verordnet werden soll. Von der Anwendung der Benzodiazepine kann ich wegen der Gefahr der Abhängigkeit grundsätzlich auch nur abraten. Der Entzug der Benzodiazepin-Abhängigkeit ist (Vorsichtig ausgedrückt) keine Kleinigkeit. Mehr zum Problem der Muskelrelaxantien auch in meinem Beitrag: Muskelrelaxantien bei schmerzhaften Muskelverspannungen?

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Muskelschmerzen in Frage kommen können.

Bevor Sie selbst an sich herumdoktorn, sollten Sie mögliche Ursachen (wie ich sie oben erwähnt habe) bedenken. Ansonsten kann man sich mit Hausmitteln ganz gut helfen.

Verschiedene Schmerzzustände wie Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Regelschmerzen, Nervenschmerzen, Phantomschmerzen, Gelenkschmerzen, Darmparasiten, Tumorschmerzen finden Sie im Übersichtsbeitrag zu Schmerzen. Bitte schauen Sie daher auch unter den anderen Beiträgen nach.

akupunktmassage nach Penzel

Diese Therapieform ist bei chronischen Muskelschmerzen geeignet um einen allgemeinen Ausgleich der Energie im Körper wiederherzustellen. Nach Vorstellung der APM Therapeuten kann sich ein Muskel erholen, wenn der Muskel die bedarfsgerechte Menge Energie erhält.
Akupunktur Akupunktur hat in mehreren Studien die Wirksamkeit bei verschiedenen Schmerzsyndromen gezeigt.
Anthroposophische Medizin Folgende Mittel können in Frage kommen:
Arnica cp./ Cuprum (We)
Arnica cp./ Formica (We)
Magnesium phos. cp. (Wa)
Rhus. tox. (Wa,We)
Solum Ol, Solum Inject (Wa)
Ernährung

Der Bereich der chronischen Muskelschmerzen hat meiner Erfahrung nach auch immer mit der Ernährung zu tun.

1. Als erstes ist immer an eine Übersäuerung zu denken. Diese könnte im akuten Fall durch Basenpulver angegangen werden.

2. Streichen Sie auf jeden Fall Schweinefleisch. Dieses enthält zu viel Arachidonsäure.

3. Achten Sie auf allgemeine Regeln einer gesunden Ernährung.

4. Bei Schmerzen Wasser trinken.

Heilfasten

Heilfasten ist für mich bei vielen Leiden das Mittel der Wahl. Allerdings sollten Sie danach schon einige Verhaltensweisen ändern, die zu den Problemen geführt haben. Mehr dazu auch im Beitrag: Fasten gegen Schmerzen

Homöopathie

Mehr dazu im Homöopathie Lexikon unter: Homöopathie bei Schmerzen.

Phosetamin

Heilpflanzen

Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor: Meerrettichwurzel, Pfefferminzöl, Fichtennadelöl, Paprikafrüchte; neuere Studien bestätigen auch die Wirkung von Ingwer gegen Schmerzen.

Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor: Edeltannenöl, Manukaöl

Für Schmerzen bedingt durch Muskelkatereignet sich Arnika: entweder als Tinktur oder Salbe (z.B. DOC Arnika Salbe).

Manuelle Verfahren

Es gibt zahlreiche Manuelle Verfahren, die bei chronischen Schmerzen wirksam sind. Hierzu gehören die Chiropraktik, Osteopathie, Osteopraktik, Polarity, Shiatsuoder auch Rolfing.

Ein Versuch zur Selbsthilfe sind auch Zilgrei, Yoga, oder die fünf Tibeter.

Ich halte aber sehr viel davon, dass sich Patienten selbst helfen können. Ein Verfahren dass sehr wirksamist und Eigenübungen vom Patienten verlangt ist die Schmerztherapie nach Liebscher-Bracht.

Wenn man die Schmerzen erst einmal im Griff hat, empfehle ich unbedingt ein vernünftiges Fitnesstraining. Was auch verordnet werden kann und effektiv ist (wenn es richtig gemacht wird): Medizinische Trainingstherapie

Darüberhinaus bin ich dabei, spezielle Programme gegen Muskelschmerzen auszuarbeiten.Wenn Sie dazu auf dem laufenden gehalten werden wollen, dann fordern Sie doch meinen kostenlosen Gesundheits-Newsletter an.

Medizinische massagen Klassische Massagen fördern die Blut- und Sauerstoffzufuhr der Muskulatur und senken den Muskeltonus. Bei ausgeprägten Übersäuerungszuständen und Triggerpunkten in der Muskulatur ist die Massage aber relativ unangenehm.
Orthomolekular-Medizin

Muskelverhärtungen können ein Symptom für einen Mangel an Magnesium sein. Studien zufolge kann Vitamin E Muskelschmerzen reduzieren, indem es die Muskelzellen vor Oxidationsprozessen schützt. Ebenso kommt Vitamin B in Frage. Mehr dazu auch im Beitrag: Vitamin B und Magnesium gegen Schmerzen. Zu denken wäre auch an einen Mineralstoffmangel.

Schüssler Salze

Gliedmaßen schlafen ein: Calcium phosphoricum
Gliedmaßen zittern: Calcium phosphoricum
Gliedmaßen zucken: Silicea

Genrell aber bei Muskelschmerzen: Die heiße Sieben

Säure-Basen-Haushalt

Die Problematik Säure-Basen-Haushalt hatte ich bereits weiter oben angesprochen.

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen und sollte unbedingt beachtet werden.

Zahnstörfeld Bei chronischen Muskelschmerzen sollte auch an verschiedene Störfelder gedacht werden. Die Neuraltherapie kann hier helfen.
sonstiges

Es gibt viele weitere Verfahren, die bei Muskelschmerzen helfen können: TENS, Hypnoseund selbst Sauerstofftherapien.

Wichtig finde ich generell auch die Entspannungsverfahren, mit denen sich Patienten (einmal erlernt) helfen können. Besonders wirksam: Autogenes Training.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 8.5.2013 aktualisiert.