Gedächtnisschwäche: Therapien, Medikamente und Hausmittel gegen das Vergessen...

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bevor ich zur Therapie, Medikamenten oder "Hausmitteln" komme, möchte ich zunächst einen Überblick über das Problem geben.

Weltweit leiden ca. 180 Millionen Menschen an Störungen des ZNS (Zentrales Nervensystem) unterschiedlicher Genese, die zu einem Verlust von Gedächtnisleistungen führen. Und Begriffe dafür gibt es relativ viele: Gedächtnisschwäche, Gedächtnisprobleme, Vergesslichkeit.

Auf jeden Fall geht es genau genommen und eine Minderung der Gehirnfunktionen. Und mit zunehmendem Alter kann das als physiologisch (normal) betrachtet werden - zumindest ist das die gängige Auffassung der Schulmedizin. Viele Menschen geben sich damit aber nicht zufrieden und wollen dieser "Erscheinung" aktiv durch Gedächtnistraining entgegentreten oder etwas anderes wie Naturheilmittel, Vitamine und ähnliches.

Bis zur Jahrtausendwende glaubten Wissenschaftler, dass sich Nervenzellen im erwachsenen Organismus nicht mehr bilden können. Dann entdeckten Forscher neuronale Stammzellen im Gehirn, die zu aktiven Neuronen heranwachsen können. An der Steuerung dieses Prozesses sind verschiedene Wachstums-Faktoren beteiligt. Eine herausragende Bedeutung hat hier der BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), der in hohen Konzentrationen in den Gehirn-Arealen vorkommt, die kognitive Leistungen erbringen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2504526/). Diese Fakten weisen darauf hin, in welch umfangreichem Maße das Gehirn zu Anpassungen und Erweiterungen des Tätigkeits-Spektrums fähig ist.

Was macht das Gehirn eigentlich?

Das Gehirn besteht aus über einer Billion Nervenzellen, die über Schaltstellen (Synapsen) miteinander verbunden sind. Sie dienen der Weiterleitung wahrgenommener Reize, führen zu Reaktionen und letztlich zur Speicherung der daraus gewonnenen Informationen an verschiedenen Orten des Gehirns. Für eine rege Gehirnaktivität sind vor allem eine gute Durchblutung, Sauerstoff sowie ein geregeltes Maß an Eiweißen und Zuckermolekülen notwendig. Nach neuerer Ansicht ist jedoch eine Versorgung der Nervenzellen mit Keton-Körpern aus dem Protein- und Fettabbau günstiger.

Ursachen für eine Gedächtnisschwäche

Neben einer altersbedingt reduzierten Fähigkeit der Reizübermittlung, können viele verschiedene Ursachen für eine Gedächtnisschwäche genannt werden.

Hierzu zählen unter anderem die kurz- oder langfristige Schwäche durch:

Auch Erkrankungen und Störungen, die nicht unmittelbar mit dem Gehirn in Verbindung gebracht werden, können die Gedächtnisleistung trüben.

Hierzu zählen z.B.:

Schlafstörungen sowie Stress beeinflussen die Gehirnaktivität ebenso wie mangelhafte Ernährung (unter anderem nimmt die Gedächtnisleistung bei Diäten ab) und Flüssigkeitsaufnahme. Häufigste Ursache ist jedoch nach wie vor eine schlechte Durchblutung, z.B. durch arteriosklerotische Veränderungen oder den akuten Gefäßverschluss.

Für die nachlassende Leistungsfähigkeit unseres Gehirns haben Forscher zahlreiche Theorien entwickelt. Neben einer erblichen Veranlagung, stehen für mich eindeutig die Umweltfaktoren: Ernährung, Bewegung und Umweltgifte (dazu zähle ich auch zahlreiche Medikamente) auf der Liste der wichtigsten Ursachen.

Immer mehr Wissenschaftler stützen diese These und sehen zahlreiche Auslöser in sog. Neurotoxinen: Gifte und Stoffe die unsere Nerven "verschmutzen" und auch als "Hirnverschmutzer" bezeichnet werden. Hierzu zählen u.a.:

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Symptome und Anzeichen

Vor allem in den Anfangsstadien ist die geminderte Hirnleistung den Betroffenen bewusst. Sie erkennen die Lücken im Gedächtnis und empfinden dies als Alarmsignal. Ein kleiner Test kann ein erster Anhaltspunkt sein: Beobachten Sie 15 Gegenstände 1 Minute lang, decken Sie diese ab. Wenn Sie sich nicht an mindestens 7 davon erinnern können, sollten Sie etwas für Ihr Gedächtnis tun.

Hierbei können zwei Hauptformen unterschieden werden:

Bei einer Störung des Kurzzeitgedächtnisses wird gerade Erlebtes oder Wahrgenommenes nicht gespeichert.

Bei einer Schwäche des Langzeitgedächtnisses kann sich der Betroffene nur noch an Ereignisse erinnern, die kurz zuvor passiert sind, alte Informationen sind nicht mehr abrufbar.

Daneben sind auch Mischformen möglich.

Eine zunehmende Gedächtnisschwäche (z.B. bei Morbus Alzheimer) macht sich meist zuerst durch den langsamen Verlust des Kurzzeitgedächtnisses bemerkbar.

Alltägliche Tätigkeiten können nur mithilfe von Notizzetteln oder Denkanstößen bewältigt werden (z.B. Einkaufen mit Liste, um nichts zu vergessen). Auch ist eine zunehmende Unordnung zu beobachten.

Gegenstände werden nach Gebrauch verlegt, das Umfeld wird vernachlässigt (kein Gießen der Blumen, Füttern von Tieren, etc.). Die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage, sich an gerade getätigte Dinge zu erinnern.

Ihr Misstrauen gegenüber der Umwelt wächst, da sie nicht erkennen, dass sie selbst für verlegte Gegenstände oder mangelnde Ordnung verantwortlich sind. Im Verlauf werden zusätzliche Areale des Gehirns in ihrer Funktionalität gestört.

Hierdurch gehen weitere Eigenschaften verloren, die zum Teil zu einer Hilflosigkeit führen (unter anderem durch einen eingeschränkten Sprachschatz).

Vor allem in der Kindheit erlernte Fähigkeiten sind zum Schluss nicht mehr abrufbar (z.B. Zähne putzen, Essen), die Persönlichkeit verändert sich, die Betroffenen ziehen sich zurück.

Der langsame Verlust der Gedächtnisfähigkeit wird vom Umfeld eher wahrgenommen als vom Betroffenen selbst. Zusätzlich erschweren lichte Momente den Befund. Durch eine kurzfristig verbesserte Durchblutung oder Herzfunktion kann sich das Gedächtnis regenerieren, so dass verloren gegangene Informationen wieder präsent sind.

Diagnose

Die Diagnose einer Gedächtnisschwäche gestaltet sich als schwierig. In über 60 Prozent aller Fälle der über 60-Jährigen liegt eine beginnende Alzheimer-Erkrankung vor - jedenfalls wird das von der klassischen Medizin als Ursache angeführt. In 20 bis 25 Prozent kann eine vaskuläre Störung (z.B. Gefäßverkalkung) nachgewiesen werden.

Durch Befragung und verschiedene Tests, die das Erinnerungsvermögen untersuchen, lassen sich erste Anhaltspunkte schaffen. Veränderungen der Hirnareale können durch bildgebende Verfahren (CT, MRT, PET = Positronen-Emissions-Tomographie) dargestellt werden.

In vielen einfacheren Fällen von Gedächtnisschwäche steigern  eine ausreichende Ernährung und vor allem Flüssigkeitszufuhr die Leistung wieder!

Auch Gedächtnistraining in Form von Rätseln, Tests und anderen Übungen ist hier förderlich. Durchblutungsstörungen werden zum Teil medikamentös beseitigt. Die Hoffnung auf Heilung einer schweren kapillaren Durchblutungsstörung ist jedoch oft vergeblich. Zum Teil erfolgt die operative Wiederherstellung des ungestörten Blutflusses durch einen Stent oder Gefäßersatz, wenn größere Gefäße verengt sind.

Bei vielen Erkrankungen, die das Gedächtnis mit betreffen, können die Symptome nur gelindert werden, ein Aufhalten ist jedoch meist nicht möglich (z.B. bei Morbus Alzheimer) - zumindest nach Ansicht der meisten Schulmediziner.

Ein andauerndes, aktives Training von jungen Jahren an kann die abnehmende Leistung (bei Ausschluss einer schwer therapierbaren Erkrankung) bis ins hohe Alter verlangsamen.

verwandte Themen: Anti Aging - Konzentrationsschwäche

Zur Vorbeugung gegen den schleichenden Gedächtnisverlust zählen auch viel Bewegung und Mäßigung in der Ernährung sowie ein Verzicht auf Genussgifte, vor allem Alkohol und Nikotin.

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Naturheilkunde und Naturheilverfahren

Im folgenden finden Sie Hilfe und Hausmittel aus der Naturheilkunde und der Alternativmedizin, die bei einer Gedächtnisschwäche in Frage kommen.

Ernährung und Flüssigkeitshaushalt

Weiter oben erwähnte ich es kurz: Ernährung und Flüssigkeitszufuhr helfen!
Das Problem älterer Menschen ist ja bekanntlich, dass diese zu wenig trinken. Wasser wäre das Beste, allerdings kriegen die alten leutchen das kaum runter. Am besten man findet einen wohlschmeckenden Kräutertee oder einfach Wasser mit frischer Zitrone. In diesem Zusammenhang fällt mir auch die "Schlank-Wasser-Diät" ein. Als Diät ist das natürlich nichts, aber die Bestandteile sind gut!

In hartnäckigen Fällen rate ich auch zu Einläufen oder einem Klistier, denn der Dickdarm nimmt vor allem Flüssigkeit auf. In diesem Sinne kann ich auch eine Colon-Hydro-Therapie anraten!

Optimal gewöhnt man sich bereits in jungen Jahren eine reichliche Wasserzufuhr an. Das Kneippsche Motto "Trinke zu jeder vollen Stunde ein Glas Wasser in kleinen Schlucken" kann hier der Leitsatz sein.

In der Ernährung sollte auf einige Lebensmittel verzichtet werden: Ungünstig sind Zucker und alle Kohlenhydrate aus Getreide. Gemüse und Obst, vorrangig in roher Form sind wegen des Gehaltes an Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen für die Neuronen vorteilhaft. Empfehlenswert sind vor allem Kohl, besonders Brokkoli und Blumenkohl sowie Kurkuma, Walnüsse und Sellerie.

Das Verhältnis der Omega-3-Fettsäuren zu den Omega-6-Fettsäuren sollte bei 1:1 liegen. Erreicht wird dies durch den Verzehr von Krill-Öl, das gleichzeitig  auch die Antioxidans Astaxanthin enthält. Eine gute Quelle der gesunden Fette ist auch Kokosöl. 2 Esslöffel dieser Speiseöle pro Tag reichen aus, um genügend Omega-3-Fettsäuren und mittelkettige Fettsäuren zu liefern. Die ausreichende Versorgung mit Cholin kann durch ein Hühnerei am Tag gewährleistet werden.

Die Nahrungsaufnahme sollte immer oder zeitweise in Gestalt des Intermittierenden Fastens erfolgen. Dabei kann man beispielsweise das Essen auf ein Zeitfenster von 6 – 8 Stunden am Tag beschränken. 

 

Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)
Eine folgende Mischung aus Urtinkturen kann helfen: 60 ml Ginkgo biloba, 20 ml Immergrün, 20 ml Taiga.


Orthomolekular-Medizin

An einen Vitamin B1-Mangel ist zu denken. Vitamin A oder Vitamin E können die Therapie unterstützen. Eine besondere Bedeutung scheint auch hier (wieder einmal) das Vitamin D zu haben: In der im April 2014 erschienenen Ausgabe des “Journal of the American Geriatrics Society” wurden Ergebnisse veröffentlicht, die einen Zusammenhang zwischen der Gesundheit, dem Altern und der geistigen Verfassungen aufzeigen und beweisen sollen, dass eine hohe Vitamin D Zufuhr den Abfall der kognitiven Leistung verhindern oder ihm zumindest entgegenwirken kann. Die dazugehörige Studie wurde über einen Zeitraum von vier Jahren mit 2777 gesunden Probanden zwischen 70 und 79 Jahren durchgeführt und bietet interessante Einblicke in dieses oft diskutierte Thema. Nachdem die Studie erfolgreich gestartet war, wurde nach einem Jahr der „Serum 25-Hydroxyvitamin D“ Level gemessen, welcher bei 68 % der Probanden sehr gering war. Daraus konnten die Wissenschaftler den Schluss ziehen, dass der ebenfalls festgestellte kognitive Leistungsabfall in direkter Verbindung zu dieser relativ niedrigen Versorgung mit Vitamin D stehen müsse. Dieser Eindruck wurde zudem klar verstärkt, als nach vier Jahren weitere Tests durchgeführt wurden und die Ergebnisse noch fataler ausfielen. Wie unter http://onlinelibrary.wiley.com/
journal/10.1111/%28ISSN%291532-5415
nachgelesen werden kann, zeigt diese Studie mit großer Wahrscheinlichkeit, dass eine Verbindung zwischen einem geringen Vitamin D Level und dem Abfall der kognitiven Leistungsfähigkeit über einen bestimmten Zeitraum gegeben ist. Um das Denkvermögen auch langfristig aufrechterhalten zu können, ist eine adäquate Zufuhr an Vitamin D also dringend notwendig. Wie man das sinnvoll bewerkstelligen kann, beschreibe ich ausführlich in meinem Vitamin D Report.

2015 wurde eine Studie veröffentlicht, die sich mit Tyrosin und seinem Einfluss auf kreatives Denken beschäftigt hat. Es gibt noch einige weitere interessante sogenannte "Brain-Enhancer" über die ich in einem Report berichten werde. Wenn Sie das interessiert, sollten Sie auf jeden Fall meinen kostenlosen Gesundheits-Newsletter anfordern.

Cholin kann als essentieller Vitalstoff supplementiert werden. Der
"Nervennährstoff" ist für die Bildung der Zellmembranen wichtig, wovon vor allem das sehr membranreiche Nervengewebe profitiert. Zudem ist Cholin die Vorstufe des Neurotransmitters Acetylcholin. In der Schwangerschaft sind cholinreiche Lebensmittel (Ei, Leber) für die Entwicklung des fetalen Nerven-Systems unentbehrlich.

 

Säure-Basen-Haushalt Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
Schüssler-Salze

Mit Schüssler Salzen kann man einen Versuch starten

Bei "Ermüdung" kommt : Kalium phosphoricum Nr. 5 oder Natrium chloratum Nr. 8 in Frage.

Bei Schwäche: Calcium phos. Nr. 2, Kalium phos. Nr. 5 oder Natrium chlor. Nr.8 oder Silicea Nr. 11

Bei Vergesslichkeit allgemein: Nr. 2 Calcium phosphoricum und Nr. 5 Kalium phosphoricum

Zahnstörfeld Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen sind gefährlich. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen. Das Ganze betrifft das Thema Entgiftung.
Gedächtnistraining

Es gibt viele Möglichkeiten, das Gedächtnis zu trainieren. Schon handwerkliche Hobbys können die kognitiven Fähigkeiten erhalten und erweitern. Daneben haben Wissenschaftler hierfür spezielle PC-Games entwickelt wie "Brain HQ" (https://www.brainhq.com). 20 Minuten täglich angewendet soll das Programm schon beachtliche Effekte erzielen.

Bei schon vorhandenen Gedächtnisschwierigkeiten kann man sich der Mnemotechnik  bedienen. Dabei werden Fakten mit Bildern, Abkürzungen, Parolen oder Reimen assoziiert, die dadurch besser im Gedächtnis haften bleiben und schnell abgerufen werden können. Ein Beispiel ist die altbekannte "Eselsbrücke", wie wir sie noch aus der Schule kennen ("Iller, Lech, Isar und Inn fließen rechts zur Donau hin"). Werden Sie selber kreativ und bilden Sie ihre eigenen Verse!   

Sport  Sportliche Aktivität verbessert die Durchblutung und wirkt der Arteriosklerose entgegen. Dadurch wird auch die Gehirnleistung nachweislich gesteigert, wie ein Experiment mit Makaken belegt. Sportlich geforderte Tiere konnten Aufgaben doppelt so schnell lösen wie Tiere der Kontroll-Gruppe (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/
pubmed/20211699
). Wahrscheinlich steigert die Aktivität auch neurotrophe Faktoren wie den BDNF.   
Darmsanierung  Das enterische Nerven-System, auch Bauchhirn genannt, besteht aus Neuronen, die im Gastro-Intestinal-Trakt beheimatet sind und in regem Kontakt zum ZNS stehen. Daher ist ein gesunder Darm auch eine Voraussetzung für ein gut funktionierendes Gehirn. Die Darmflora sollte ausgewogen mit positiven Keimen besiedelt sein. Im Zweifel empfiehlt sich eine Darmreinigung mit anschließender Aufstockung durch Probiotika.    
Allgemeine Maßgaben  Ausreichend Schlaf fördert die Neuroplastizität des Gehirns, weil in der Ruhephase die Genexpression abgewandelt wird. Daher werden einige assoziative Muster im neuronalen Gewebe bevorzugt im Schlaf gebildet. So fördert Schlaf bei Säuglingen nachweislich die sprachliche Entwicklung (http://journals.sagepub.com/doi/abs/
10.1111/j.1467-9280.2006.01764.x
).   

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.01.2018 aktualisiert.