Krankheiten/Beschwerden

Naturheilkunde bei Nasennebenhöhlenentzündung: 10 Naturheilmittel die helfen

Die Nasennebenhöhlen sind durch kleine Kanäle mit der Nasenhöhle verbunden. Die Stirnhöhlen liegen hinter der Stirn, in Höhe der Augenbrauen. Die Kieferhöhlen liegen im Bereich der Wangen. Entzündet sich die Schleimhaut dieser Höhlen, spricht man von einer Sinusitis.

Bei der Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), handelt es sich um einen entzündlichen Prozess in den von der Nase ausgehenden Nebenhöhlen. Sie ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt.

Beginnend mit einer Reizung der Atemwege, etwa durch einen Schnupfen, vermindert sich die Bewegung der Flimmerhärchen der Nase, während gleichzeitig mehr Schleim produziert wird, um die Krankheitserreger auszuwaschen. Bewegen sich die Flimmerhärchen aber nicht optimal, so kann der Schleim nicht aus den Nebenhöhlen heraus transportiert werden.

Dies führt dazu, dass der in den Nebenhöhlen eingeschlossene Schleim leicht ebenfalls von den Krankheitskeimen infiziert werden kann. Eine Nebenhöhlenentzündung ist dann die Folge.

Nach dem Verlauf unterscheidet man eine akute Sinusitis von der chronischen Sinusitis mit einer übermäßigen Schleimhautschwellung, die zu den sogenannten Polypen führt. Diese sind nicht mit den “Polypen” im Kindesalter zu verwechseln. Mit letzteren ist eine vergrößerte Rachenmandel gemeint.

Während eine akute Sinusitis normalerweise nach etwa ein- bis zwei Wochen überstanden ist, zieht sich eine chronische Nebenhöhlenentzündung oft über Monate oder Jahre hin.

Man unterscheidet folgende Arten der Sinusitis:

  • Entzündung aller Nasennebenhöhlen: Pansinusitis
  • Entzündung der Kieferhöhlen: Sinusitis maxillaris
  • Entzündung der Keilbeinhöhle: Sinusitis sphenoidalis

Symtome bei einer Nasennebenhöhlenentzündung:

Von einer Sinusitis Betroffene klagen über eitrigen SchnupfenHustenhohes FieberKopfschmerzen im Bereich der Höhlen (vermehrt beim Bücken) sowie ein Druckgefühl. Schwellungen der Augen sind häufig. Ebenso führt der erhöhte Druck manchmal zu Zahnschmerzen. Oft bemerken die Betroffenen, dass vermehrt Schleim in den hinteren Rachenbereich tröpfelt (Postnasales Tropfen). Noch dazu fühlen sich die Patienten sehr schlapp und müde.

Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung führt zudem zu  Halsschmerzen, schleimigen Absonderungen, sowie Geruchsstörungen und Geschmacksstörungen.

Mögliche Ursachen

Nach Vorstellung der Schulmedizin ist die Ursache natürlich (wieder einmal) ein “böser Erreger”. Leider werden hier Ursache und Auslöser wieder miteinander verwechselt. Lesen Sie zu dieser Problematik bitte auch meinen Grundsatzbeitrag zum Thema Infektionen.

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Ursachen nach Ansicht der Schulmedizin

Eine Entzündung der Schleimhäute (Sinusitis) entsteht nach Vorstellung der meisten Schulmediziner durch eindringende Krankheitserreger. Nur in ca. 10-20% der Fälle sind dies Bakterien, oftmals eher Pilze oder Viren.

Bei chronischer Sinusitis gehen Wissenschaftler sogar davon aus, dass in 96 Prozent der Fälle Pilze für die Erkrankung verantwortlich sind (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10488788). Deswegen ist eine Therapie mit Antibiotika oftmals absurd.

Eine Antibiotikagabe, die ja auch mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden sein kann, schadet deshalb in vielen Fällen mehr, als sie hilft. Denn wenn mit den Medikamenten die gesunden Bakterien unseres Körpers abgetötet werden, dann können sich Pilze noch leichter vermehren.

Meist liegen anatomisch bedingte Engstellen, Zahnentzündungen oder auch Allergien vor, die eine Entstehung begünstigen können.

Die akute Sinusitis wird durch Viren oder Bakterien (Pneumokokken oder Streptokokkeninfektion) ausgelöst, häufig infolge eines Schnupfens oder einer Rachenentzündung. Die Nasennebenhöhlen werden ungenügend belüftet, der Abtransport des gebildeten Schleims ist unzureichend, es kommt zu Entzündungen – so lauten jedenfalls gängige “schulmedizinische” Erklärungen.

Die chronische Sinusitis tritt häufig als Folge einer nicht biologisch ausgeheilten akuten Sinusitis auf. Daneben können sich auch mehrfach wiederkehrende Entzündungen auf Dauer in eine chronische Form verwandeln.

Eine Studie zeigt, dass Nebenhöhlenentzündungen und andere Atemwegserkrankungen möglicherweise sehr stark von der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur der Atemluft abhängen (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22022361). Die Autoren gehen davon aus, dass die Sensoren in unserer Nase diese Faktoren messen, um dann die „nasale Kühlung“ an die Eigenschaften der Atemluft anzupassen.

Dr. Robert Ivker, ehemaliger Präsident der American Holistic Medical Association, nennt als optimale relative Luftfeuchtigkeit Werte zwischen 35 und 45 Prozent. Trockene Luft bei Raumtemperatur und kalte Luft gelten hingegen als belastender für die Nebenhöhlen.

Luftbefeuchter können dabei helfen, die Raumluft zu verbessern. Um die Nase häufiger mal zu entlasten, kann man aber auch regelmäßig die Luft von einer Tasse heißem Tee bewusst einatmen.

Allerdings ist ebenso wichtig (natürlich nur in Räumen) die Luftfeuchtigkeit nicht zu sehr zu erhöhen. Denn sonst kann sich Schimmel bilden, was sich wiederum negativ auf die Gesundheit auswirkt.

Ein großer Entfeuchter kann dann eine sinnvolle Anschaffung sein. Außerdem kann man die Luftfeuchtigkeit in Räumen mit häufigem Lüften, nur kurzem und kälterem Duschen oder mit dem Einschalten der Dunstabzugshaube während und nach dem Kochen verringern.

Und ich will auch nicht verschweigen, dass 2011 die “neue” Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde vorgestellt wurde. Überraschenderweise werden hier bestimmte pflanzliche Heilmittel für die Therapie der Sinusitis empfohlen.

An erster Stelle der pflanzlichen Empfehlungen steht Myrtol, das als Ersatz für Antibiotika angesehen wird. Myrtol ist das ätherische Öl der Myrte. Diese ätherischen Öle sind in der Lage, zum einen wie ein natürliches Antibiotikum zu wirken und zum anderen schleimlösend und schleimhautabschwellend zu wirken.

Damit kommt es zu einer besseren Belüftung der Nasennebenhöhlen und einem besseren Abfluss des sich dort möglicherweise schon angestautem Sekrets. Denn wenn das Sekret nicht mehr abfließen kann, dann besteht immer die Gefahr einer zusätzlichen bakteriellen Infektion, alldieweil das Sekret einen optimalen Nährboden für Keime bietet.

Was ich ansonsten von den “medizinischen Leitlinien” halte, habe ich ausführlicher im Beitrag: Medizinische Leitlinien – Gefährliche “Leitplanken” im Medizinverkehr beschrieben. Diesen “Sachverhalten” sollte sich jeder Patient bewusst sein.

Naturheilkunde und Alternativmedizin

Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei einer Nasennebenhöhlenentzündung in Frage kommen können.

Akupressur

Wenden Sie eine Art Akupressur an (nicht zu verwechseln mit der klassischen Akupressur /Akupunktur): Der Punkt befindet sich über der Nasenwurzel zwischen den Augenbrauen. Drücken Sie hier den Daumen mit großer Kraft hinein. Gleichzeitig pressen Sie die Zunge kräftig an den Gaumen. Beides für 30 Sekunden. Die mechanische Methode hilft bei der Entleerung der Nebenhöhlen.

Apfelessig

Trinken Sie 3 Mal täglich warmen Apfelessig: 1 Esslöffel auf 1 ½ Tassen Wasser mit 3-5 Tropfen Stevia oder Honig. Apfelessig ist antibiotisch, schleimlösend und hilft bei der Ableitung der Flüssigkeitsansammlungen aus den Nasennebenhöhlen.

Aromatherapie

Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet werden. Majoran, Myrthenheide, Thymian, Pfefferminze.
Bei Vereiterung: Eukalyptus, Fichte, Lavendel, Zitrone.

Ernährung

Als bester “Schleimlöser” gilt immer noch das Wasser. Trinken Sie daher wenigstens 20-30ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht.
Ansonsten empfehle ich alle Ernährungstipps wie unter Entzündungen beschrieben:
keine Süßigkeiten, kein Weißmehl und keine Weißmehlprodukte, kein Zucker und kein Schweinefleisch. Verzichten Sie ebenfalls auf das Trinken von Milch.

Frischpflanzentropfen (Urtinkturen)

Folgende Urtinkturen können helfen: je 20 ml Echinacea, Pappel, Thymian, Huflattich und Salbei.

Gemmo-Therapie

Johannisbeer-Knospenmazerat

Heilpflanzen

Heiltees. In Frage kommen: Thymian, Spitzwegerich, KamilleHolunderblütenSalbei. Antibiotisch wirkt ein Tee aus 1 Zitrone und 3 mazerierten Knoblauchzehen mit etwas Honig.

Ist die Belüftung der Nasennebenhöhlen wieder hergestellt, dann vollzieht sich der übrige Heilungsprozess wie von selbst. Eine Therapie auf pflanzlicher Basis spricht zudem noch schnell an. Extrakte aus der Schlüsselblume können zusätzlich zum Einsatz kommen, da diese die Symptomatik verbessern helfen. Entsprechende Darreichungsformen mit weiteren pflanzlichen Extrakten gibt es in der Apotheke. Kamillenblüten, Salbeisud, Eukalyptusöl z.B. helfen ebenfalls, die Nasenwege durch Inhalation zu öffnen.

Meerrettich kann hervorragend zur Drainage der Nasennebenhöhlen dienen und ist zudem antibiotisch. Bereiten Sie ein „Pesto“ in einer Mischung mit gleichen Anteilen aus mazeriertem Meerrettich, Olivenöl und Zitronensaft. Verzehren Sie dies langsam und lassen Sie die Zubereitung länger im Mund und atmen Sie dabei tief durch die Nase.

Anmerkung: Das bekannte Präparate Soledum Forte enthält Cineol, das aus dem Eukalyptusöl gewonnen wird. Das Mittel hatte ich ja weiter oben schon erwähnt. Cineol gehört zur Gruppe der auswurffördernden Wirkstoffe. Ich bin allerdings kein Freund dieses Mittels, denn ich sehe eher die Tendenz zu einer “Einheilung” durch das Cineol, als zu einer Ausheilung. Ich würde das Mittel aber jederzeit einer Antibiotika-Therapie vorziehen.

Hildegard von Bingen

Fenchel-Dill-Kur: 20 g Fenchelkraut, 80 g feine Dillspitzen werden gemischt und 1 Esslöffel davon auf einer Tonscherbe (Blumentopf) verbrannt. Den Rauch einatmen und die Asche essen, z.B. aufs Essen streuen. Das machen Sie täglich 1 mal während 1-2 Wochen

Homöopathie

Arsenicum album: Bei Brennen und wässrigem Ausfluss.

Hydrastis: Bei gelbem Ausfluss und Stirnhöhlenentzündung
mit Kopfschmerzen.

Hepar sulfuris: Bei dickflüssigem Nasenabfluss und schmerzender, geschwollener Nase.

Kalium bichromium: Bei Geruchsverlust oder Geruchs-Irritationen, Stirnhöhlendruck und Empfindlichkeit gegen kalte Luft.

Mercurius iodatus: Bei blutigem Abfluss und Fieber.

Nux vomica: Bei verstopfter Nase und deren Nebenhöhlenverbindungen und erhöhter Licht- und Schall-Sensibilität.

Pulsatilla: Bei Einbuße des Geruchssinnes und Stirn- und Kieferdruck, auch wenn die Nase im Liegen und nicht im Stehen läuft.

Silicea: Bei verkrusteter und blutender Nase mit heftigem Niesen sowie Schmerzen in den Kieferhöhlen.

Inhalation

Die oben genannten Heilkräuter mit ätherischen Ölen werden kurz (!) aufgekocht. Den Topf auf Tisch stellen und den Kopf darüber beugen und mit einem Tuch ein kleines Zelt bilden, in dem sich der heiße Dampf fängt und diesen tief einatmen. Anwendung für 10 Minuten 3 mal täglich. Danach stopfen Sie in beide Nasenlöcher einen in Kamillentee getunkten Wattebausch. Alle 30 Minuten auswechseln.

Orthomolekular-Medizin

Vitamin C: 500 – 1000 mg – zur Vorbeugung, bei akuten Fällen können Sie bis zu einigen Gramm nehmen.
Zink: 15-30 mg zur Vorbeugung – 60-90 mg in akuten Fällen. Vorzugsweise als Lutschtabletten.

Säure-Basen-Haushalt

Ganz allgemein: kohlenhydrat- und säurearme Ernährung. In diesem Falle können Sie die Ratschläge auf dieser Seite befolgen.

Säure-Basen-Haushalt

Ganz allgemein: kohlenhydrat- und säurearme Ernährung. In diesem Falle können Sie die Ratschläge auf dieser Seite befolgen.

Schüssler Salze

Nebenhöhlenentzündung:Kalium chloratum Nr. 4, Kalium sulfuricum Nr. 6.
Nebenhöhlenvereiterung (akut): Natrium phosphoricum Nr. 9, Silicea Nr. 11, Calcium sulf. Nr. 12.
Nebenhöhlenvereiterung (chronisch): Kalium chlor. Nr. 4, Kalium sulf. Nr. 6, Natrium phos. Nr. 9, Natrium sulf. Nr. 10, Silicea Nr. 11.

Wirbelsäulensegmente

Bei immer wiederkehrenden chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen sollten Sie abklären, ob eventuell der zweite Halswirbel (Axis) eine Fehlstellung zeigt. Hier verlassen nämlich die Nerven, die die Nebenhöhlen innervieren, den Wirbelkanal. Dies sollten Sie unbedingt insbesondere in Betracht ziehen, wenn Sie zusätzlich auch unter chronischen Kopfschmerzen oder Migräne leiden.

Wickel

Spezielle Wickel für die Nebenhöhlen sind bewährt. Für die Herstellung werden zwei Esslöffel frisch geriebener Meerrettich auf ein Stück Leinentuch (Küchentuch o.ä.) gegeben, das anschließend zu einem kleinen Päckchen gefaltet und mit einem Schal im Bereich der Nasennebnehöhlen fixiert wird.

Vorsicht: Menschen mit empfindlicher Haut sollten den sehr starken Wickel zunächst nur einige Minuten lang auf der Haut belassen, um Reizungen zu vermeiden. Kinder verwenden hingegen einen sanften Wickel, der aus einem gekochten Leinsamenbrei besteht. Die zähflüssige Masse wird ebenfalls in ein Stück Küchenkrepp gewickelt und auf die Nebenhöhlen aufgelegt. Auch während der Schwangerschaft ist diese sanfte Variante zu bevorzugen.

Zahnstörfeld

Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Bei chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen ist grundsätzlich der Fokus Darm und die Zähne als Störfeld mitzubetrachten.

Sonstiges

Trinken Sie reichlich heiße Flüssigkeiten (Tee oder Suppe), dies hilft, Verschleimungen zu lösen.
Nasenspülungen können ebenfalls den Schleim lösen.

Beitragsbild: 123rf.com – kerdkanno

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 15.3.2021 aktualisiert.

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