Naturheilkunde und Alternativmedizin

Volkskrankheit Arteriosklerose - Die sogenannte Gefäßverkalkung oder Arterienverkalkung

Korrekterweise heißt die Arterienverkalkung tatsächlich Ateriosklerose, da dies eher den Umbau der Gefäße beschreibt. Noch korrekter bezeichnen es Mediziner eigentlich als Atherosklerose – aber das sind natürlich „lateinische Spitzfindigkeiten“, denn das Problem ist das Gleiche.

Die Gefäßverkalkung ist das häufigste aller Gefäßleiden. Früher galt sie als die Krankheit der alten Leute, heute jedoch, dank unserer „Zivilisation“, werden bereits jüngere Menschen damit konfrontiert. In Kulturen, wo das Leben etwas langsamer pulsiert, wo die Kost einfacher und die Sorgen kleiner sind, ist Arteriosklerose viel seltener anzutreffen.

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Mögliche Ursachen einer Arteriosklerose

Die Hauptursache für Arteriosklerose ist Überlastung auf längere Zeit in irgendeiner Form: Rauchen, Überernährung, Alkohol, Bewegungsmangel, Stress. Übersäuerung im Allgemeinen. Immer noch gilt bei vielen Medizinern überhöhtes Cholesterin als Auslöser. Diese Ansicht ist aber schon lange überholt.

Heute gilt die (auch aus naturheilkundlicher Sicht) stimmige Theorie, dass es sichbei der Arteriosklerose um einen durch verursachten übermäßigen Oxidationsprozess handelt. Demnach verändern freie Radikale das Blutfett Cholesterin und bilden dabei sogenannte Schaumzellen, die dann die Gefäße verstopfen.

Das Problem nur mit Cholestrinsenkern (sogenannte Statintherapie) zu behandeln ist grundsätzlich falsch, weil es die Oxidationsprozesse der Fette nicht stoppt. Die Risikofaktoren "freie Radikale" werden nicht beseitigt. 

Doch es kommt noch schlimmer: Möglicherweise beschleunigen Cholesterinsenker die Herzerkrankungen und Kreislauferkrankungen sogar. Forscher aus Arizona stellten fest, dass sie die großen Arterien verhärten, bei gesunden Menschen Typ-II-Diabetes auslösen und bei Diabetes-Patienten die gesundheitlichen Folgen verschlimmern können

Die Forscher befürchten sogar, dass es sich bei ihren Entdeckungen nur um die Spitze des Eisbergs handeln könnte. Ihre Datenbank enthält 300 verschiedene Nebenwirkungen von cholesterinsenkenden Medikamenten... (Quelle: Diabetes Care, 2012 Aug 8; Epub ahead of print: PMID: 22875226)

Das wichtigste Radikal, das im Blut bestimmt werden kann, ist das Homocystein, das beim Abbau schwefelhaltiger Aminosäuren im Körper anfällt.

Aber auch andere Radikale können im Körper großen Schaden anrichten. Nox Oxidasen sind körpereigene Enzyme, die sehr reaktive freie Sauerstoffradikale (reactive oxygen species = ROS) erzeugen. Sind diese ROS in geringer Anzahl für unser Überleben notwendig, so können sie auf der anderen Seite bei einer Überproduktion zu Arteriosklerose, Krebs und neuronalen Erkrankungen führen. Dies hängt oft mit einer Fehlsteuerung der Nox Oxidasen zusammen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21598086).

Zurzeit wird die Wirkung und Steuerung der Nox Oxidasen untersucht. Denn viele Wissenschaftler hoffen, bald eine Therapiemöglichkeit zu entwickeln, mit der eine Überproduktion der ROS – und damit die Entstehung von Arteriosklerose – verhindert werden kann.

Neuere Forschungen zeigen außerdem, dass bei Arteriosklerose ähnliche Prozesse stattfinden wie bei zahlreichen Autoimmunerkrankungen. An Mäusen konnte gezeigt werden, dass bei einer Entzündung im Körper verstärkt erkrankte Zellen abgebaut werden. Normalerweise wird dieser gesamte Zellschrott schnellstmöglich vom Immunsystem eliminiert.

Geschieht dies allerdings nicht, so wird unter anderem die stark negativ geladene DNA (Erbsubstanz) freigesetzt. Diese bildet nun unerwünschte Komplexe, beispielsweise mit verschiedenen Enzymen oder Antikörpern. Die Komplexe wiederum stimulieren die Freisetzung von Interferonen, die die Entzündungsreaktion gegen körpereigenes Gewebe verstärken (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22388324).

Ein weiterer Risikofaktor ist ein hoher Lipoprotein-a-Spiegel.

Außerdem gelten u.a. folgende Krankheiten und Symptome als Risikofaktoren:

Mögliche Folgen einer Arterienverkalkung

Das zunächst Tückische ist, dass die Arterienverkalkung nicht weh tut und auch sonst keine Symptome zeigt. Mit zunehmender Verkalkung werden die Gefäße dünner und brüchiger. Das Herz muss immer mehr leisten, um das Blut durch den Körper zu pumpen.

Je nach Ort der Verkalkung sind die Symptome anders: Bei Hirnbasisarterien: psychische Symptome, Erschöpfung, Energielosigkeit, Desinteresse, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Konzentrationsschwäche. Herzkranzgefäße: Angina pectoris, Brustschmerzen, Brustspannung. Periphere Gefäße: Schaufensterkrankheit, Beinschmerzen, Wadenkrämpfe, Durchblutungsstörungen, Einschlafen der Glieder. Nierenarterien: erhöhter Blutdruck, Niereninsuffizienz.

Ändert man nichts, führt die Arterienverkalkung letztlich mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Thrombose, einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall - und die beiden letztgenannten sind ja auch die häufigsten Todesursachen in der sog. westlichen Welt.

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter von Rene Gräber

Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei einer Arterienverkalkung in Frage kommen.

Ernährung

Vermeiden Sie starke Gewürze und Kochsalz. Machen Sie jedes Jahr eine ein- bis zweiwöchige Fasten-Kur, um den Organismus zu entlasten. Und insgesamt einfach eine gesunde Ernährung.

Es gibt einige Argumente, dass eine Kalorienrestriktion positive Langzeiteffekte bei der Entwicklung von Atherosklerose haben kann.

Urtinktur
(Frischpflanzentropfen)
Lassen Sie sich aus folgenden Urtinkturen eine Mischung herstellen:
Je 20 ml Weissdorn, Immergrün, Mistel, Schafgarbe und Ginkgo.
Gemmo-Therapie Mammutbaum-Knospenmazerat.
Klassische Homöopathie

Bei der sog. "roten" Arterienverkalkung (Blutandrang zum Kopf, Kopfschmerz, Schwindel, Schlaflosigkeit, Herzklopfen etc.):

Arnica D4
Aurum metallicum D4
Conium D4
Ergotinum D4
Strontium Carbonicum D12

Bei der sog. "blassen" Gefäßverkalkung (frostige Patienten, Vergreisung, hohes Lebensalter, Gedächtnisschwäche, allgemeine Paralyse):

Barium Carbonicum D6
Plumbum Metallicum D6
Cuprum Metallicum D6
Arsenicum Album D6

Orthomolekular-Medizin

 

Folsäure: 0,8 mg

Senkt den Homocysteinspiegel im Blut, sogar bei Menschen, deren Folsäurespiegel an sich normal ist. 

Vitamin B6: 50-100 mg

Senkt den Homocysteinspiegel im Blut. Hilft, die Blutfettwerte zu normalisieren und wirkt der Bildung von Blutgerinnseln entgegen. 

Niacin: 300-500 mg

In Form von Nikotinsäure. Bringt die Blutlipide ins Gleichgewicht. Hautrötungen können vermieden werden, wenn die Dosis über den Tag verteilt zu den Malzeiten genommen wird. Senkt zudem hohe Lipoprotein-a-Spiegel.

Vitamin C: 2-4 g

Schützt Fette und Cholesterin vor Oxydation. Bringt die Blutlipide ins Gleichgewicht (Lipoprotein-a). 

Vitamin E: 100-400 mg

Wirkt der Bildung von Blutgerinnseln entgegen, schützt Fette und Cholesterin vor Oxydation und kann HDL (das „gute“ Cholesterin) vermehren. 

Chrom: 200 µg

Kann auch in Form von 20 g hochwertiger Bierhefe genommen werden.  

Magnesium: 400-600 mg

Vermindert das Herzinfarktrisiko und die Gefahr von Herzrhythmusstörungen.  

Selen: 200 µg

Hilft, Blutfette und Cholesterin vor Oxydationsschäden zu schützen. 

Coenzym Q10:

60-90 mg

Vermindert die Anzahl von Brustschmerzanfällen (Angina pectoris) und verbessert die Herzfunktion.

 

L-Carnitin: 1-2 g

Vermindert ebenfalls das Risiko Angina pectoris.

 

Omega-3-Fettsäuren

 

1-1,5 g EPS in Form von Fischölkapseln. Wer regelmässig (2-3 mal pro Woche) Fisch isst, kann sich auf diese Art mit Omega-3-Fettsäuren versorgen. Senkt zudem hohe Lipoprotein-a-Spiegel.

Gamma-Linolensäure (GLS)

2-3 g Nachtkerzenöl (EPO).

 

Heilpflanzen

Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor.

Bei Arteriosklerose können Haferfrüchte, Johannisbrotkernmehl, Knoblauchzwiebel und Zwiebeln helfen.

Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor: Bärlauchkraut und Mistelbeeren sowie Safloröl

Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.

Schüssler-Salze

allgemein: Calcium fluoratum D 12, Calcium phosphoricum D 6, Natrium chloratum D 6, Magnesium Phosphoricum D 6 (als Zwischenmittel für ca. 3 Wochen)

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 18.4.2013 aktualisiert.

 

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter von Rene Gräber

Sie können sich jederzeit wieder mit einem Klick abmelden und ich beachte diese strengen
Richtlinien für E-Mail Versand.