Eine Krankheit - viele Symptome: Arthrose Knorpelschaden - Gelenkverschleiß

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Arthrose ist eine degenerative Gelenkabnutzung, bei der ein Knorpelschaden entsteht. Es können im Prinzip alle Gelenke des Körpers betroffen sein. Am häufigsten sind dies jedoch: Hüftgelenk (Coxarthrose), Kniegelenk (Gonarthrose), Fuß- und Zehengelenke, Fingergelenke oder die kleinen Wirbelsäulengelenke (Spondylose).

Durch Degeneration verliert der Gelenkknorpel seine Elastizität und wird spröde. Die bestehende Struktur der Knorpelzellen wird zerstört und mit der Zeit verschwindet der Knorpel.

Am Anfang sind die Beschwerden klein und man ist versucht, diese nicht ernstzunehmen. Wenn sich jedoch Knirschen und Knarren der Gelenke, Bewegungseinschränkungen und Anlaufschmerzen manifestieren, ist die Arthrose und der Gelenkverschleiß bzw. der Knorpelverschleiß bereits fortgeschritten.

Gelenke mit möglicher Arthrose in verschiedenen Röntgenbildern
Abb1: Am weitesten verbreitet ist die Arthrose am Knie. Alleine über 120.000 Knieprothesen aufgrund von Arthrose werden pro Jahr eingesetzt, man kann also schon von einer „Volkskrankheit“ sprechen.

Bis in die Mitte der 90er Jahre ging die Schulmedizin generell davon aus, dass eine Arthrose nicht heilbar sei. Heute wissen "wir", dass sich der Gelenkknorpel regenerieren kann. Der hyaline Gelenkknorpel wird mit TypII Faserknorpel "repariert". Das setzt aber voraus, dass überhaupt noch Knorpelzellen vorhanden sind. Und: Das was dazu geführt, dass es zur Arthrose gekommen ist, muss abgestellt. Nicht umsonst lautet ein Sprichwort: Wenn Sie das selbe tun wie bisher, werden Sie auch die gleichen Ergebnisse erhalten.

Die "Schulmedizin" bietet inzwischen eine Menge Behandlungsmöglichkeiten: zum Beispiel operative "Gelenkspülungen", Knorpeltransplantationen und künstlichen Gelenkersatz. Das ist für mich aber bestenfalls die drittbeste Möglichkeit. Solange noch Knorpelmaterial vorhanden ist, lassen sich mit natürlichen Mitteln sehr gute Ergebnisse erzielen.

Werfen wir aber erst einmal kurz einen Blick auf die Funktion der Gelenkknorpel:

Knorpel ist in jedem unserer Gelenke vorhanden und sorgt im wahrsten Sinne des Wortes für eine reibungslose Bewegung. Aktive Knorpelzellen schaffen um sich herum ein elastisches und sehr wasserhaltiges Bindegewebe, das eine ausgesprochen glatte Oberfläche bildet. Die Elastizität des Knorpels ist so hoch, dass er (z.B. im Falle des Kniegelenks) problemlos hunderte Kilos Belastung wegsteckt. Im Knie liegen zusätzlich zum Knorpel noch die Menisken, die als Polster zwischen den Knochen die teils massiven Stöße abdämpfen, denen das Gelenk täglich ausgesetzt ist.

Bei einer Arthrose sterben die Knorpelzellen ab und können somit auch das Bindegewebe nicht mehr bilden und regenerieren. Der Knorpel verliert an Elastizität und Glätte, bekommt Risse und wird schließlich ganz zerstört.

Ein Knorpelschaden wird in vier Stadien eingeteilt:

  • Arthrose-Grad I: Noch weiche Knorpeloberfläche, noch keine Schädigung der Knorpeloberflächenschicht
  • Arthrose-Grad II: Es sind nur oberflächliche Knorpelschichten betroffen und leichte Schäden in der Knorpelzellstruktur vorhanden, die Knorpelfläche ist insgesamt aufgeraut.
  • Arthrose-Grad III: Tiefe Knorpelbrüche sind mit bloßem Auge bei einer Gelenkspiegelung erkennbar, die Knorpelschäden reichen bereits bis zum darunter liegenden Knochen
  • Arthrose-Grad IV: Der Knorpel ist völlig zerstört und der freiligende Knochen bereits sichtbar. In diesem Stadium entstehen sogenannte Geröllzysten („Loch im Gelenkknochen“) und der sehr schmerzhafte knöcherne Umbau im Gelenk beginnt.

Diagnose einer Arthrose

Die Diagnose einer Arthrose ist nicht ganz einfach. Der Knorpel selbst enthält keine Nervenzellen und meldet deshalb auch bei Beschädigung keinen Schmerz ans Gehirn. Wirkliche Schmerzen treten deshalb häufig erst auf, wenn der Knorpel schon sehr beschädigt ist und die beiden Knochen aneinanderreiben.

Und jetzt kommt ein wirkliches Problem. Ich möchte Ihnen das anhand eines Beispiels verdeutlichen:

Ein Patient kommt in die Praxis und klagt über Knieschmerzen. Natürlich wird erst einmal ein Röntgenbild gemacht. Wenn auf diesem Röntgenbild eine Verschmälerung des Gelenkspalts zu sehen ist, lautet die Diagnose "Arthrose!". Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber wenn:

  1. Knorpel keine Schmerzrezeptoren hat
  2. noch ein Gelenkspalt zu sehen ist,

woher sollen dann die Schmerzen kommen? Die Knochen haben Schmerzrezeptoren und wenn Knochen auf Knochen im Knie "geht", haben die Patienten Dauerschmerzen - und zwar bei jedem Schritt. In der Konsequenz ist die Diagnose für obigen Patienten schlicht und ergreifend FALSCH. Denn die Schmerzen können nicht durch die Arthrose verursacht sein. Ursache und Wirkung werden hier meines Erachtens täglich in hunderten (wenn nicht in tausenden) von Praxen verwechselt.

Das mit den bildgebenden Verfahren (Röntgen, MRT, CT usw.) ist halt so eine Sache... Man möchte gerne etwas auf einem Bild sehen. Aber das was man auf dem Bild sieht, bedeutet noch lange nicht, dass dies auch die Ursache für die Schmerzen ist. Etwas mehr dazu, habe ich im Beitrag "Röntgenologische Fehldiagnosen" geschrieben.

Knieschmerzen ThamKC

Mögliche Ursachen eines Knorpelschadens

Die Literatur in der Medizin ist lang und deren Bände füllen zahllose Regale. Sie können sich das alles sparen, denn die Therapie der Arthrose ist relativ einfach. Voraussetzung für eine "alternative" Therapie ist allerdings IMMER, dass noch Knorpelsubstanz auf dem Knochen zu finden ist.

Die Haupt-Ursache für eine Arthrose ist die chronische Übersäuerung. Einige weitere wichtige Ursachen für Gelenkverschleiß und Knorpelverschleiß sind: Falsche Belastung der Gelenke durch Fehlstatik, Übergewicht, Fehlstatik der Wirbelsäule (Beinlängendifferenz, O- oder X-Beine), Bindegewebsschwäche. Fast immer findet man eine Muskeldysbalance (ein Ungleichgewicht der Muskulatur), kontraktes Bindegewebe, Myogelosen oder Triggerpunkte in der umgebenden Muskulatur. 

Im Sinne der Störfeldtheorie könnte man noch an Mandelentzündungen denken.

Mögliche Folgen von Knorpelverschleiß

Eine höchst wahrscheinliche Folge sind Chronische Gelenkschmerzen, v.a. wenn der Arthrosegrad III-IV erreicht ist. In diesem Stadium haben Sie ständige Gelenkschmerzen. Unternehmen Sie also rechtzeitig etwas!

Die Arthrose ist in den ersten Stadien sehr gut zu stoppen. Solange sich noch Knorpelsubstanz auf den Knochenendigungen befindet, kann sich der hyaline Gelenkknorpel wieder regenerieren. Dazu müssen aber die Fehler abgestellt werden, die zur Arthrose geführt haben. aber das hatte ich ja bereits erwähnt. Im schlimmsten Falle droht natürlich ein künstliches Gelenk. Und die Arthrose in den anderen Gelenken droht dann ebenfalls noch. Die Gelenke können sich auch entzünden, im Sinne einer aktivierten Arthrose: dann kommt eine Arthitis noch hinzu.

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei einer Arthrose in Frage kommen.

Wer den üblichen Ratschlägen für ein gesundes Leben folgt, hat schon sehr viel für seine Gelenke getan: Ausreichende Bewegung, Abbau von Übergewicht, ein Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie eine gesunde Ernährung sind der beste Schutz vor einem Knorpelverschleiß.

Anthroposophische Medizin

Folgende Mittel können in Frage kommen:
Apis mell.: Firma Wala (Wa) oder Weleda (We)
Bryonia (Wa,We)
Bryonia / Stannum (Wa)
Formica (Wa,We)
Mandragora (Wa,We)
Rhus tox (Wa,We)
Solum Inject (Wa)
Stannum met.praep. (We)

Bewegung & Sport

Leider hören Patienten von ihrem Arzt oftmals nur ein: "Bewegen Sie sich mehr!"
Und richtig: Bewegung kann die Beschwerden bei Arthrose ganz erheblich verbessern. Die meisten Patienten neigen dazu, ein schmerzendes Gelenk ruhigzustellen, was zu weiteren Problemen wie Muskelverhärtungen führt. Regelmäßige, sanfte Bewegung wie zum Beispiel Spazierengehen, Wassergymnastik oder Tai Chi, kann die Symptome deutlich verbessern. Ich habe über 15 Jahre nach der "richtigen", bzw. besten Bewegungsmethode gesucht.

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Ernährung

Ernährung bei Arthrose: Aus naturheilkundlicher Sicht ist die Arthrose und der Gelenkverschleiß die Folge einer jahrelangen falschen Ernährung mit den altbekannten Ernährungsproblemen: zu viel, zu Fett, zu süß und vor allem zu "sauer". Die chronische Übersäuerung muss daher gestoppt und umgekehrt werden.

Studien mit Zwillingen zeigen: Knoblauch und alliumhaltiges Gemüse (Zwiebel, Lauch) verringern das Risiko, an einer Hüftarthrose zu erkranken. Bratkartoffeln und Pommes Frites erhöhen dagegen das Risiko. Die beobachteten Ergebnisse scheinen sich (aus nicht bekannten Gründen) aber nur auf die Hüftarthrose zu beschränken.

Essen Sie zum Beispiel täglich zwei Esslöffel Braunhirse (z.B. im Müsli, Saft). Sie ist sehr mineralstoffreich, sollte aber im Rohzustand gegessen werden. Neben der positiven Wirkung auf die Arthrose ist Braunhirse auch wertvoll für Gelenke, Knochen, Bänder, Haut, Haare und Nägel.

Übrigens: Gesunde Ernährung führt auch zum Abbau von Übergewicht, was ebenfalls zu einer Besserung der Arthrose-Symptome beiträgt.

Heilfasten Fasten hilft bei Arthrose. Sehr gute Erfolge sehe ich bei richtig durchgeführtem Fasten. Wie man dies sinnvoll gestalten kann, lesen Sie in meiner Fastenanleitung.
Heilpflanzen

Folgender Tipp stammt von meinem Kollegen, dem schweizer Naturarzt Hermann Kaufmann: "Am Vormittag um 9 und am Nachmittag um 16 Uhr 2-3 Teufelskrallen-Tabletten oder -Kapseln (außer bei Magen- oder Darmgeschwüren und Gallensteinen). Mindestens 2-3 mal pro Woche ein Thymian-Bad von 20 Minuten: eine Handvoll Thymiankraut in einem Liter Wasser aufkochen, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen und dem Badewasser zugeben.

Kapseln: Teufelskralle, Quecke, Löwenzahn, Borretschöl, Wacholder, Chlorella, Grünlippmuschelextrakt kann Gelenkknorpel und Bindegewebe regenerieren.

Weihrauch ist eine empfehlenswerte Nahrungsergänzung speziell bei chronisch entzündlichen Erkrankungen.

Homöopathie

In Frage kommen folgende Mittel:
Symphytum D2
Arnica D4
Hypericum D3
Bellis perennis D6

Aber bei einer ausgeprägten Arthrose würde ich die Homöopathie nur unterstüzend einsetzen.

Urtinktur
(Frischpflanzentropfen)

Eine Mischung folgender Urtinkturen kann helfen: 40 ml Löwenzahn, je 20 ml Wallwurz, Brennessel, Weidenrinde.

Medizinische Massagen

Durch die Schmerzen tritt eine zunehmende "Verhärtung der Muskulatur" ein. Massage hilft die Beweglichkeit des Gelenks zu verbessern.

Myofaszialpunktpressur Über den Druck bestimmter Muskelpunkte ist es möglich, über 90% der Arthrose-Schmerzen deutlich zu reduzieren. Mehr dazu lesen Sie auf meiner Webseite: Schmerztherapiezentrum.
Orthomolekular-Medizin

Chondroitinsulfat (1000 - 2000mg täglich) und Glucosaminsulfat (500 - 1000 mg täglich, zum Beispiel Dona 200 s) sind zwei wichtige Substanzen, die dabei helfen können die defekten Knorpelstrukturen wieder zu regenerieren. Beachten Sie: Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat helfen beim Knorpelaufbau, es sind keine Schmerzmittel. Deswegen müssen diese über mindestens sechs Wochen eingenommen werden. Ich empfehle wenigstens drei Monate.

auch hilfreich: Grünlippmuschel; Das Borax möchte ich nur der Vollständigkeit halber erwähnen.

Beliebt ist auch die Injektion von Hyaluronsäure in das Gelenk, vor allem in das Kniegelenk. Eines der beliebtesten Mittel: Das Synvisc. Dieses wird von den gesetzlichen Kassen nicht erstattet (Stand Mai 2016). Die Ampullen sind nicht gerade billig. Drei Ampullen liegen bei ca. 285.-€, dazu die Kosten der Injektion usw. Der Erfolg ist durchaus gut. Ich brauche seit einigen Jahren diese Injektion nicht mehr, da ich günstigere und nachhaltigere "Mittel" gefunden habe, die ich zum guten Teil ja auch hier beschreibe.

Regenaplexe Wichtigste Mittel: 108a, 108b, 73aN, 1a, 6,
105, 51a, 51b, 51c, 29,
203, 55, Riga + Active
Balsam, TraumeelS +
Discus comp. i.m. (Firma Heel)
Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" können bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.

Schüssler-Salze

Knorpelaufbau: Natrium chloratum D 6, Kalium phosphoricum D 6
Knorpelentzündung: Calcium fluoricum D 12, Ferrum phosphoricum D 12, Natrium chloratum D 6

Traditionelle Chinesische Medizin

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin werden die Knochen und das gesamte Skelett dem Funktionskreis Niere zugeordnet. Degenerative Gelenkerkrankungen sind eine Yin-Erkrankung (Leere), der auch eine Blockade des Qi zugrunde liegt. Die Schmerzzustände an den Gelenken sprechen auf Akupunktur gut an.

Wirbelsäulensegmente

Mittels einer Statikanalyse (zum Beispiel mittels Body-Static-Control) kann man die Körperstatik beurteilen. Dies ist hilfreich bei einseitiger Arthrose der Fußgelenke, Hüfte oder Knie, sowie der Wirbelsäulengelenke.

Sonstiges

Bei geschwollenen Gelenken einen Quarkwickel anlegen.

Wer keine Klassische Akupunktur möchte, kann eine Low-Level-Lasertherapie in Betracht ziehen.

Weitere Heilverfahren die in Frage kommen: Akupunktur - Alexander-Technik - Chiropraktik - Dornmethode - Liebscher-Bracht-Methode - Magnetfeldtherapie - Neuraltherapie - NPSO - Ohrakupunktur nach Nogier - Osteopathie - Osteopraktik - Rolfing - Trager Methode - Wirbelsäulen-Basis-Ausgleich

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 27.6.2014 aktualisiert.

Bilder von fotolia: Abb 2: Knieschmerzen ThamKC