Infektionen

Unter dem vielschichtigen Begriff "Infektion" oder "Infektionserkrankungen" wird eine Reihe von zum Teil sehr
unterschiedlichen Erkrankungen zusammengefasst, die vor allem bei der Art der Krankheitsursache, nämlich der
Ansteckung oder Infektion ( vom lateinischen Verb „inficio für „vergiften, versetzen, vermischen“) Gemeinsamkeiten
aufweisen.
Typisch für eine Infektion ist das auf unterschiedliche Art mögliche Eindringen von Mikroorganismen in den
Körper, die sich im Wirtskörper vermehren und als Krankheitserreger wirken.
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Der menschliche Körper, insbesondere Haut, Schleimhäute und Darm, sind Lebensraum für eine unübersehbare,
artenreiche Gruppe körpereigener Mikroorganismen, die zum Teil für die Körperfunktionen wichtige Aufgaben
übernehmen. Neben dieser auch „Residentflora“ genannten Kleinstlebewesenwelt sind aber auch ständig Bakterien,
Viren, Pilze, Würmer und andere Organismen im Körper vorhanden, die von außen eingedrungen sind und als so genannte
„pathogene Mikroorganismen“ in der Lage sind, Krankheiten hervorzurufen. Allerdings ist die Wirksamkeit dieser
Krankheitserreger verschieden stark ausgeprägt.
Jeden Tag verhindert das menschliche Immunsystem den Ausbruch einer Krankheit durch Neutralisierung der
"pathogenen Organismen". Nur ausnahmsweise kommt es zum Ausbruch von Symptomen. Wie gut ein Mensch eine
Infektionserkrankung übersteht, hängt demzufolge von der Abwehrlage des körpereigenen Immunsystems ab. Ist die
Abwehr geschwächt (z.B. bei Stress) können sich die Erreger häufig besser im Körper
vermehren und ein schwereres Krankheitsbild hervorrufen.
Infektionsquellen
Eine Infektion setzt nach schulmedizinischer Vorstellung stets eine "Infektionsquelle" voraus. Darunter
wird der Ursprungsort der Krankheitserreger verstanden, der entweder außerhalb des Körpers liegt („exogene
Infektion“) oder von einem Organ innerhalb des Körpers auf ein anderes übertragen wird („endogene Infektion“).
Häufige exogene Infektionsquellen sind Kot, Eiter oder verwesendes Fleisch. Bekannt ist auch die
"Tröpfcheninfektion" von Mensch zu Mensch. Oft werden Krankheitserreger über die Körperflüssigkeiten von Tieren
direkt, oder auch indirekt über den Genuss entsprechender Tierprodukte (Fleisch, Eier, Milch), auf den Menschen
übertragen.
Die häufigsten sind die Tröpfcheninfektion (Übertragung auf dem Luftweg, z.B. durch Anniesen),
Schmierinfektionen (z.B. fäkal-oral bei unzureichender Händehygiene) oder Infektionen, die durch direkten Kontakt
mit Körperflüssigkeiten (z.B sexuell übertragbare Krankheiten) übertragen werden.
Bestimmte pathogene Mikroorganismen sind in der Erde oder auf Pflanzen vorhanden und geraten bei einem Kontakt
auch ohne Zwischenwirt in den menschlichen Körper. Gute Aufnahmeschnittstellen sind insbesondere der
Mund-Rachen-Raum und dei Vagina. Aber auch kleine Verletzungen sowie Injektionen mit unsauberen Nadeln erleichtern
den Krankheitserregern das Eindringen in den Körper.
Die Infektionserkrankungen können ferner nach ihrer Verortung eingeteilt werden. Bei den lokalen
Infektionen sind nur Teile des Körpers, insbesondere im Bereich der Eintrittsstelle sowie an einzelnen
Organen, betroffen (Diphtherie, Wundstarrkrampf). Bei der generalisierten Infektion ist dagegen der
gesamte Körper betroffen (Blutvergiftung).
Inkubationszeit
Bei fast allen Infektionen verstreicht eine gewisse Zeit zwischen Infektion und Krankheitsausbruch.
Diese „Inkubationszeit“ genannte Zeitspanne kann bei einigen Krankheiten wenige Stunden, bei anderen Infekten aber
auch einige Wochen dauern.
Sonderformen der Infektion sind die Superinfektion, bei der eine bereits bestehende Infektion die Ursache für
die Ansteckung ist, und die Reinfektion (Wiederansteckung durch gleiche Erreger bei Schwächung des
Immunsystems).
Verlauf von Infektionen
Je nach Erreger kann jede Infektionserkrankung einen eigenen Zeitverlauf (z.B. subakut, akut, chronisch) und ein
eigenes Symptomspektrum (z.B. kaum bemerkbar oder tödlich) mit Befall unterschiedlicher Körperregionen (z.B. lokal
auf der Haut, im gesamten Körper als Blutvergiftung = Sepsis) haben.
Beim schwereren Verlauf einer Infektionserkrankung kommt es zu einer typischen Körperreaktion (Fieber, Abgeschlagenheit und Ruhebedürfnis, erhöhte Puls- und
Atemfrequenz, Durst). Eine lokal begrenzte Infektion geht meist nur mit einer lokalen Entzündungsreaktion
einher (Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz, z.B. bei einem Hautfurunkel).
Diagnose
Die Diagnose von Infektionskrankheiten gestaltet sich wegen der häufig unklaren Symptomatik oft schwierig .
Wegen der Gefährlichkeit der Infektionskrankheiten für die Gesundheit der Bevölkerung hat der Gesetzgeber im
Infektionsschutzgesetz vorgeschrieben, dass bestimmte Infektionskrankheiten, insbesondere Geschlechtskrankheiten,
meldepflichtig sind.
Naturheilkundliche Betrachtungen
Die weit verbreitete Ansicht: "Ich habe mich angesteckt" ist im Grunde nicht zutreffend, beziehungsweise
realtiv ungenau. Wenn Sie sich mit einem Erreger infiziert haben (was Sie sowieso dauernd tun), kommt es auf
Ihr Immunsystem an, ob Sie überhaupt Symptome produzieren (wie weiter oben bereits erwähnt).
Der Ansatz einer naturheilkundlichen (und auch ganzheitlichen) Therapie ist also nicht die Vernichtung des
Erregers mittels eines Medikaments, sondern die Aktivierung des Immunsystems, sodass dieser spielend mit jedem
Erreger fertig wird. Mehr dazu unter dem Stichwort: Abwehrschwäche
Als vorbeugende Maßnahme bietet die Schulmedizin gegen einige Erreger von Infektionserkrankungen das Impfen an, die vor dem eigentlichen Erregerkontakt das Immunsystem in eine gezielte Abwehrlage
versetzen (z.B. Masern und Rötelnimpfung, Hepatitis A - und Hepatitis B -Impfung, jährliche Grippeschutzimpfung gegen Influenzaviren). Lesen Sie hierzu auch den Artikel Impfungen.
Zu den häufigsten Infektionserkrankungen in unseren Breiten zählen:
- Infektionen der oberen Atemwege und der Mandeln (meist durch Rhino- oder
Coxsackieviren, im Verlauf kann eine bakterielle Sekundärinfektion auftreten),
- die Magen-Darm-Grippe (= Gastroenteritis, meist durch Rota-
oder Noroviren bzw. Campylobacter jejuni oder Salmonellen)
- die Lungenentzündung (= Pneumonie, meist durch Pneumokokken,
Staphylokokken oder Viren ausgelöst)
- Harnwegsinfekte (z.B. Blasenentzündung oder
Nierenbeckenentzündung, meist durch Darmbakterien ausgelöst)
- Leberentzündungen (= Hepatitis, ausgelöst durch die Hepatitisviren A, B, C, D, E)
- Hautinfektionen (z.B. Akne oder Furunkel, meist durch Staphylokokken ausgelöst)
- das Pfeiffersche
Drüsenfieber (übertragen durch das Epstein-Barr-Virus)
- die Tuberkulose (Lungenerkrankungen und Systemerkrankung ausgelöst durch das Mycobacterium
tuberculosis)
- Pilzinfektionen des Darms und des Genitales (häufig durch Candida albicans)
Seltener kommt es zu einer Hirnhautentzündung (= Meningitis, ausgelöst durch Meningokokken), zu Syphillis
(Geschlechtskrankheit hervorgerufen durch Treponema pallidum), zu AIDS (Immunschwächeerkrankung, die
(vermeintlich)durch das HI-Virus hervorgerufen wird), zur echten Grippe (ausgelöst
durch Influenza-Viren), zu Masern und Röteln (Kinderkrankheiten, übertragen durch Viren) oder zu Scharlach (Erkrankung des Kindesalters durch Streptokokkeninfektion). Zu nennen ist auch die Borreliose über deren Diagnose, Vorkommen und Therapie sich die Gelehrten noch
streiten.
Es gibt noch zahlreiche weitere Infektionserkrankungen, die sich in ihrer Verbreitung und der Häufigkeit ihres
Auftretens unterscheiden.
Einige Infektionserkrankungen kommen in unseren Breiten nur in Einzelfällen oder gar nicht vor (z.B. Malaria,
SARS, Hantaan-Viren-Infektionen, Ebola-Viren-Infektionen).
siehe auch: Abszesse - Adnexitis - Angina - Antibiotika - Antibiotikaresistenz - Aphten - Arthritis - Bronchitis - Durchfall - Entzündungen - Erkältung - Furunkel - geschwollene Lymphknoten -Grippe - Gürtelrose -Halsschmerzen - Husten - Kehlkopfentzündung - Kopfläuse - Knochenhautentzündung - Mundschleimhautentzündung - Mittelohrentzündung - Mykosen - Nagelbettentzündung - Nervenentzündung - Scheidenpilze - Virusinfektion

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative
Therapieverfahren, die bei Infektionen in Frage kommen können.
| Ernährung |
Bei Infektionen sollten Sie grundsätzlich Ihre Ernährung umstellen. Verzichten Sie auf Weißmehl, Gebäck, Kuchen,
Süßigkeiten (Zucker) und vor allem Schweinefleisch und auf Milch.
|
| Orthomolekular-Medizin |
In meinem Beitrag: Immunsystem und Immunstärkung durch Vitalstoffe schreibe ich mehr
dazu.
In Frage kommen: Vitamin C, Alpha-Liponsäure oder Beta-Glucan.
weitere Artikel: Der Einfluss von Vitamin C auf das Immunsystem
Dr. Th. Matschurat beschreibt in der Fachzeitschrift “Naturheilpraxis” eine Reihe von Fakten, die
die Wirkung von Vitamin C auf das Immunsystem.
|
| Heilpflanzen |
Für folgende Pflanzen liegen positive
Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor.
Helmkraut
Arnika (Arnica montana)
Lebensbaum (Thuja occidentalis)
Benediktenkraut (Cnicus benedictus)
Mistel (Viscum album)
Blasentang (Fucus vesiculosus)
Oleander (Nerium oleander)
Brennessel (Urtica dioica)
Ringelblume (Calendula officinalis)
Echinacea (E. angustifolia, E. purpurea)
Sägepalme (Sabal serrulata)
Engelwurz, Ostasiatische (Angelica acutiloba)
Süßholz (Glyzyrrhiza glabra)
Eleutherokokkus (Acanthopanax senticosus)
Tragant, Gelber (Astragalus mongolicus)
Ginseng (Panax ginseng)
Wasserdost (Eupatorium cannabinum)
Indigo, Wilder (Baptisia tinctoria)
Zimt (Cinnamomum cassia)
Kraut der Unsterblichkeit (Jiaogulan)
|
| Säure-Basen-Haushalt |
Mehr dazu im Beitrag Übersäuerung.
|
| Zahnstörfeld |
Lassen Sie sich von einem dafür
ausgebildeten Zahnarzt auf Infektionen an Zähnen, tote Zähne (Zähne mit Wurzelfüllungen), sowie auf Zahnherde (Granulome und Zysten)
untersuchen.
Auch Amalgam - Füllungen können problematisch sein.
|
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 22.10.2012 aktualisiert.

|