Polyarthritis
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Die Polyarthritis wird dem rheumatoiden Formenkreis zugeordnet. Die Polyarthritis ist die
Erkrankung die im "Volksmund" unter Rheuma verstanden wird.
Bei der Polyarthritis handelt sich um entzündungsbedingte Gelenkveränderungen, die an mehreren Körperteilen oder
Körperregionen gleichzeitig auftreten (z.B. an mehr als vier Gelenken).
Die Polyarthritis ist übrigens die am häufigsten in Erscheinung tretende rheumatische Erkrankung des Menschen,
an der nahezu ein Prozent der Bevölkerung westlicher Industrienationen leidet.
Sie betrifft, durch ihren hochentzündlichen Charakter, neben den Gelenken auch verschiedene Organe und führt so
zu einem ausgeprägten "klinischen Bild" wie Schulmediziner das nennen: gemeint sind aber eine Vielzahl von
Symptomen.
Männer erkranken vermehrt im mittleren Lebensabschnitt (zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr). Frauen weisen eine
drei Mal so hohe Erkrankungsrate auf, hier entwickelt sich die Polyarthritis vor allem entweder um das 30.
Lebensjahr herum oder ab dem 50. Lebensjahr.
Es liegen seitens der Schulmedizin immer noch keine gesicherten Erkenntnisse zu den auslösenden Faktoren einer
Polyarthritis vor.
Vermutet werden Infektionen mit Viren oder anderen Krankheitserregern.
Daneben lassen sich eine genetische Disposition (familiäre Häufung) sowie eine gestörte Immunabwehr (Autoimmunerkrankung) nachweisen.
Bei der akuten Polyarthritis ist in vielen Fällen eine Virusinfektion nachweisbar (z.B. Epstein-Barr-Virus). Die entstehenden Entzündungen klingen aber meist rasch wieder ab.
Die chronische Polyarthritis ist dagegen durch wiederkehrende oder anhaltende Entzündungen gekennzeichnet. Lassen sich die typischen Rheumafaktoren im Blut nachweisen, liegt die seropositive
Form vor. Das Fehlen der Faktoren deutet auf die seronegative Form hin.
Bei einer Polyarthritis kommt es zu Entzündungen in Gelenken (vermehrt in Fingern, Knie, Schultern oder Ellenbogen), die
mit einer Überwärmung, Schwellung und zum Teil auch Ergussbildung (Wassereinlagerung) einhergehen.
Klassisch ist der Ruheschmerz, der vor allem nachts stark ausgeprägt ist und der sich bei Bewegung bessert.
Betroffene klagen über eine Morgensteifigkeit (kann mehrere Stunden andauern), die sich durch Bewegungen bessert,
aber nicht vollständig geht.
Die Mobilität und Fähigkeit zur Ausübung feinmotorischer Tätigkeiten werden zunehmend eingeschränkt, ein
osteoporotischer Abbau der Knochensubstanz ist feststellbar.
Der Verlauf der Erkrankung ist prägnant. Die rheumatoiden Anzeichen können den gesamten Gelenkapparat des
Menschen betreffen. Vor allem im Endgliedbereich der Hände und Füße kommt es durch Schonhaltung und entzündliche
Prozesse zu einer langsam einsetzenden Deformität.
Hier zeigen sich unter anderem Schwanenhalsdeformitäten der Finger (Längenveränderung der Röhrenknochen),
Deviationen wie z.B. Hallux valgus oder rigidus der Zehen sowie eine Skoliose der Handwurzelknochen (Abweichungen
der Finger und Zehen von der regulären Anatomie, z.B. zur Seite) und prominente Erhebungen an untypischen
Stellen.
Bei ca. 30 Prozent der Betroffenen bilden sich Rheumaknoten, die vor allem im Bereich von Knochenvorsprüngen
oder Sehnen zu einer Beeinträchtigung der Funktionalität führen.
Begleiterscheinungen sind Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Antriebsschwäche und ein Hang zu depressiven Verstimmungen. Zum Teil führen die Entzündungen zu einer erhöhten
Körpertemperatur.
Neben den Gelenken sind auch Organe betroffen. Im Bereich der Lunge kann sich eine Fibrose (Vermehrung des
Bindegewebes) ausbilden, Pleuritis (Lungenfellentzündung) oder Perikarditis (Herzbeutelentzündung) werden ebenfalls
beobachtet.
Vermehrt kommt es zu Veränderungen von Bindegeweben und von Schleimhäuten, die Haut reagiert mit Entzündungen
und Hautdefekten. An Gefäßen lassen sich Vaskulitiden feststellen.
Diagnose
Neben der Anamnese und Inspektion wird das Blut auf Rheumafaktoren und Entzündungszeichen hin ausgewertet.
Zusätzlich dienen klassische Anzeichen wie Rheumaknoten, Steifheit, Deformitäten und Osteoporosezeichen der
gesicherten Diagnose. Zu den verwertbaren bildgebenden Verfahren zählen die Sonographie, Röntgen und die CT.
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium (Einteilung nach Larsen in fünf Stadien). Die Erkrankung gilt in
der Schulmedizin als nicht heilbar.
Durch geeignete Maßnahmen können jedoch Beschwerden gelindert und der Verlauf verlangsamt werden. Hierzu zählen
vor allem abschwellende, schmerzstillende und antirheumatische Medikamente, physikalische Therapien (z.B.
Wassergymnastik, Ergotherapie, Wärmebehandlungen) sowie eine gesunde und vollwertige Ernährung (mit Verzicht auf
Alkohol und Nikotin).
Zu den operativen Maßnahmen muss immer dann gegriffen werden, wenn das Gelenk bereits derart zerstört ist, dass
es die Lebensqualität stark beeinträchtigt oder wenn lebensbedrohliche Organschäden drohen. Nach zehnjährigem
Krankheitsverlauf lassen sich bei nahezu 20 Prozent der Betroffenen erkrankungsbedingte Operationen nachweisen.
Der Verlauf führt "normalerweise" bei mehr als 40 Prozent der Erkrankten bereits nach zwei Jahren zu einer
Berentung, nach ca. zehn Jahren führt er bei mehr als zehn Prozent zu einer Schwerbehinderung.

Im folgenden finden Sie Naturheilkundeverfahren und Alternative Therapieverfahren, die bei Polyarthritis in
Frage kommen.
AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel |
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie
basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt. SAM-dorsal 3mal, dann SAM-ventral 3mal, dann alle Umläufe. Eventuell
Fremdenergie zuführen. Anschließend die Punkte B 23, DE 5, DE 15.
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| Aromatherapie |
Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet
werden. In Frage kommen u.a.: Knoblauch, Majoran,
Zitrone.
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| Ernährung |
Bei einer Polyarthritis halte ich eine Ernährungsumstellung für unabdingbar.
Auf Schweinefleisch und Milchprodukte (vor allem Milch und Joghurt) sollte verzichtet
werden.
Nach Kneipp ist folgendes Schema
bewährt: Kauen Sie eine Stunde vor den Mahlzeiten 3 Wacholderbeeren ganz gründlich, dadurch
wird Harnsäure ausgeschieden.
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Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen) |
Lassen Sie sich aus folgenden Urtinkturen eine Mischung
herstellen:
40 ml Löwenzahn, je 20 ml
Weidenrinden, Sonnenhut und
Pappel.
10 ml Thymian-, 10 ml Arnika- und 20 ml Wallwurztinktur mit 60 ml
Salbengrundlage mischen. Morgens und abends die betroffenen Stellen mit der Emulsion
einreiben.
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| Medizinische Massagen |
Massagen können zur Entspannung beitragen, sind aber keine ursächliche
Therapie.
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| Orthomolekular-Medizin |
Eine Haarmineralanalyse deckt eventuelle
Mineralstoffmängel auf.
Co - Kobalt, Mn - Mangan, Cu - Kupfer, Cr - Chrom, Au -
Gold PERNATON (GAG -Glykosaminoglykane)
| Vitamin E: |
400 IE pro Tag |
| Vitamin C: |
3 x 1000 mg |
| Vitamin B-Komplex: |
1 - 3 x 100 mg |
| Vitamin B12: |
bis zu 2000 µg |
| Niacin: |
bis zu 1 g |
| Pantothensäure: |
100 mg 3 x täglich |
| Lebertran: |
3 x 3 Kapseln an 5 Tagen pro Woche, dann 2 Tage
aussetzen. |
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| Säure-Basen-Haushalt |
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
Es gibt keine Rheuma-Therapie ohne Entsäuerung des Organismus.
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| Wirbelsäulensegmente |
Chiropraktik, Manuelle Therapie, Osteopathie, Osteopraktik und weitere Manualtechniken können
helfen Schmerzen zu reduzieren und Beweglichkeit zu erhalten.
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| Zahnstörfeld |
Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen sind
gefährlich. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren
lassen.
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| Sonstiges |
Eine homöopathische Phönix Entgiftungs-Kur (Phönix Laboratorium GmbH, D-71149 Bondorf) ist zu
empfehlen.
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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2011 aktualisiert.

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