Zu hoher Blutdruck? Alternative Hilfe bei Hypertonie (Bluthochdruck)

Lesen Sie hier:

  • Wie die Schulmedizin Bluthochdruck und die Werte für zu hohen Blutdruck immer wieder neu definiert 
  • Die Schattenseiten der Bluthochdruck-Medikamente 
  • Was Sie selbst bei Bluthochdruck tun können und welche alternativen Hilfen es gibt... 

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bluthochdruck ist in gewisser Weise heimtückisch: Er bereitet nämlich meistens gar keine Beschwerden. Dazu nützt uns im hektischen Alltag der hohe Druck sogar; wir spüren weniger Schmerzen und bekommen vom Ärger und Stress weniger mit.

Die Gefahren die wir uns aber mit einem städig erhöhten Blutdruck einhandeln können folgenreich sein: Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenleiden werden damit in Zusammenhang gebracht.

Laut WHO fordert der Bluthochdruck jährlich weltweit 7,5 Millionen Todesopfer, was ungefähr 12,8 Prozent der jährlichen weltweiten Gesamtsterblichkeit entspricht. Da aber ein Bluthochdruck an sich kein Problem darstellt und zudem auch nicht weh tut, gibt es eine große Grauzone an Betroffenen, die möglicherweise noch nichts von ihrem „Unglück“ wissen.

2008 hatten 40 Prozent der Weltbevölkerung über 25 Jahre einen erhöhten Blutdruck. Laut WHO fiel die Prozentzahl der Erkrankten von 1980 bis 2008 leicht, aber aufgrund des Bevölkerungszuwachses und Alterung stiegen die Gesamtzahlen von 600 Millionen in 1980 auf 1 Milliarde in 2008. In Europa liegt die Zahl der Betroffenen bei 40 Prozent für beide Geschlechter kombiniert.

Auch wenn uns Statistiker glauben machen wollen, dass das Problem mit dem Bluthochdruck im Allgemeinen und den Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Speziellen kurz vor der Lösung zu stehen scheint (da ja die Prozentzahlen eindeutig eine Abnahme verkünden), dann verkünden die eben erwähnten gestiegenen Gesamtzahlen eine andere Mär.

Die ist auch als möglicher Grund dafür anzusehen, dass z.B. die Zahl der Schlaganfälle in den USA zwischen 1995 und 2008 von 15- bis 44-Jährigen um 37 Prozent angestiegen ist. Die Ursache für einen Schlaganfall muss nicht unbedingt und ausschließlich in einem Hochdruck liegen. Aber laut Analysen litt jeder dritte 15- bis 34-Jährige, der einen Schlaganfall erlitt, auch an Hochdruck. Bei den etwas Älteren (35- bis 44-Jährige) war es schon jeder Zweite, der einen Hochdruck aufwies.

Fakten zum Bluthochdruck

Als „normaler“ Blutdruck wird ein Wert von 130/80 mmHg angenommen. Heute rät man bereits ab Werten um 130/85 mmHg zu einer medizinischen Abklärung (in Anlehnung an die amerikanischen JNC-VII-Richtlinien) und unterteilt die Hypertonie in mehrere Kategorien, die mit einer zunehmenden "Lebensgefährdung" einhergehen sollen.

Werte oberhalb 130/85 mmHg und unterhalb 140/90 mmHg kennzeichnen die leichte Hypertonie, die durch Änderung der Lebensgewohnheiten behandelt werden kann.

Als Hypertonie I gelten Werte bis 160/100 mmHg (zusätzliche medikamentöse Therapie). Die Hypertonie II umfasst Werte bis 180/110 mmHg (es drohen lebenseinschränkende Folgeerkrankungen). Werte oberhalb 180/110 mmHg sind hochgradig lebensgefährdend.

Der untere Blutdruckwert gilt allgemein als der "aussagekräftigere". Dies ist der Druck, der in den Arterien stehen bleibt, wenn das Herz sich entspannt und wieder mit Blut füllt. Die Bezeichnung "Millimeter Quecksilbersäule" (mm Hg) ist ein physikalisches Maß für den Druck.

Wie der Blutdruck genau geregelt wird können Sie in meinem Beitrag Blutdruckregulation lesen. Mehr zu den Blutdruckwerten lesen Sie in meinem Beitrag: Blutdruckwerte im Wandel der Zeit.

Ich habe den Verdacht, dass die älteren Werte nicht genügend "Patientenmaterial" ergaben - wie es so schön in der Fachsprache heißt.

Jedenfalls lese ich in einem neueren Buch (Syndrom X, ISBN 3-7742-5283-1), dass die "American Heart Association" die Werte nach unten korrigiert hat. Deutschland hat mittlerweile nachgezogen. Optimal wäre demnach jetzt ein Blutdruckwert von 120:80, normal 130:80. Ein Wert von 139:89 gilt als hoher Blutdruck und wäre somit therapiebedürftig. Bei bestimmten Nierenproblemen (wenn zum Beispiel mehr als ein Gramm Eiweiß pro Tag ausgeschieden wird), wird von manchen sogar ein Blutdruck von nur 125 zu 75 mmHG angestrebt. Bei Nierenproblemen kann man noch darüber nachdenken was man dagegen tun könnte.

steigender Blutdruck im Alter ist weitgehend  

Nur noch wenige Patienten können sich daran erinnern, dass "früher" einmal ganz andere Blutdruckwerte galten. Nämlich: 100 plus Alter. Tja, und dann kamen die "Wissenschaftler" (siehe oben). Und jetzt sind einige Wissenschaftler "wieder da" und kommen zu dem Ergebnis: Mit dem Alter ändern sich verschiedene medizinische Richtwerte. Das (angeblich) "schlechte" LDL-Cholesterin scheint nicht mehr ganz so schädlich zu sein und auch der Blutdruck darf bei den über Sechzigjährigen etwas ansteigen, so eine Studie aus dem Jahr 2014. Als akzeptabel galt bisher ein systolischer Wert von maximal 140. Nach dem 60. Geburtstag darf dieser nach neuen Erkenntnissen jedoch auch bei (höchstens) 150 liegen. Diese neuen Empfehlungen lösten zuerst einen Proteststurm aus: Nachdem anfangs sogar vermutet wurde, dass die veränderten Richtlinien Menschenleben kosten könnten, hat nun eine Studie die Richtigkeit der neuen Grenzwerte bestätigt. Ein systolischer Wert um die 150 ab einem Alter von 60 Jahren sei in Ordnung, so die Forscher der Oregon State University. Nach einer umfassenden Untersuchung kommen sie zu dem Ergebnis, dass eine intensivere Behandlung von Bluthochdruck bei älteren Menschen keine gesundheitlichen Vorteile zu erwarten lässt. Stattdessen kann ein zu niedriger Blutdruck, Schwindel oder Benommenheit zur Folge haben, was wiederum die Wahrscheinlichkeit von Stürzen erhöht. Zwar ist Forschern bewusst, dass Bluthochdruck potentiell gefährlich ist, weil er beispielsweise für Herzprobleme oder Schlaganfälle verantwortlich sein kann. Doch gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass sich Hypertension mit einer Ernährungsumstellung, sportlicher Aktivität, Gewichtskontrolle und einer Veränderung des Lebensstils effektiv bekämpfen lässt. Aber dazu weiter unten mehr (Quelle der Studie: Drugs & Aging, 2014; doi: 10.1007/s40266-014-0219-8).

Es wird weit über das Ziel hinausgeschossen 

Bei den allermeisten Patienten denke ich, wird weit über das Ziel hinausgeschossen. Denn es wird immer noch nach den "neuen" Richtlinien therapiert. Und so sind mit Sicherheit 60 bis 80 Prozent der Menschen jenseits des 60. Lebensjahres Hochdruckpatienten und jenseits des 70. Lebensjahres 100 Prozent - und natürlich brauchen diese MEDIKAMENTE.

Und trotz aller Medikamente: Bei ca. einem Viertel der Patienten geht der Blutdruck trotz der verschriebenen Mittel nicht zurück und bleibt dauerhaft erhöht. Resistente Hypertonie nennen die Mediziner das. Mit Erklärungen ist man da schnell bei der Hand: Übergewicht, Diabetes, chronische Nierenleiden, Schlaf-Apnoe oder Hyperaldosteronismus (eine Überfunktion eines Nebennierenrindenhormons) werden dafür verantwortlich gemacht. Und dann gibt es noch das Problem, dass andere Medikamente die sie möglicherweise einnehmen, die Wirkung der Blutdrucksenker stören: Ibuprofen, Naproxen, Nasensprays oder Methylphenidat (z.B. Ritalin, Concerta).

Die Studienlage bei der Bluthochdruck-Therapie scheint etwas anders auszusehen, als es gerne dargestellt wird..

Schulmedizinische Therapie

Und dennoch: Die derzeitige Meinung bezüglich der Therapie des Bluthochdrucks wird allgemein geradezu als "Durchbruch" dargestellt und auch eine Impfung gegen Bluthochdruck mit gefäßverengenden Hormonen geradezu als "Revolution" angepriesen.

Dabei sieht die Studienlage anscheinend etwas anders aus. Eine Studie aus dem Jahr 2014 (The Lancet 2014; 384: 591-8), brachte das Ergebnis, dass (nach neuesten Erkenntnissen!) eine "pauschale Behandlung" des Bluthochdrucks nicht sinnvoll ist. Die generelle Vorgehensweise der Behandlung heutzutage ist ja, den Blutdruck mit der Gabe von Medikamenten in den Normbereich herunterzudrücken - koste es was es wolle. Doch wie Forscher herausfanden, ist dieser Ansatz zu einfach und nicht geeignet, um Menschen vor dem Tod durch ein Herz-Kreislauf-Versagen zu retten. Bei der Einstellung des Blutdrucks werden heute von den Ärzten (so die Studie) andere gesundheitliche Risiken des Patienten wie beispielsweise Diabetes mellitus und der Einfluss des Lebensalters bei der Behandlung des Bluthochdrucks zu wenig berücksichtigt. Die Forscher des George Institute for Global Health sind der Meinung, dass bei der gesamtheitlichen Betrachtung und der daraus folgenden Beurteilung der Höhe des Blutdrucks des Patienten mehr Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermieden werden könnten. Ein weiterer wichtiger Effekt (so die Studienleiter), wären erhebliche Kosteneinsparungen durch die notwendigen Veränderungen bei der Diagnose und der Behandlung von Bluthochdruck. Während in den USA und Großbritannien die Regulierung des hohen Blutdrucks nach einem unflexiblen Schema vorgenommen wird, praktizieren die neuseeländischen Ärzte bereits den risikobasierten Behandlungsansatz.

Was viele Ärzte (auch) nicht sagen: alle Medikamente gegen Bluthochdruck haben verschiedene Nebenwirkungen: Depressionen, sexuelle Funktionsstörungen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit:

  • Diuretika, die als angeblich sicher eingestuft werden, erhöhen das Risiko für Diabetes um den Faktor 11.
  • Betablocker können bei älteren Männern Krebs verursachen und und zu Gedächtnisschwäche führen .
  • ACE Hemmer können gravierende Nierenschäden hervorrufen (oder zum Tod führen, wenn sie zu früh nach einem Herzinfarkt gegeben werden).
  • Kalziumantagonisten werden mit schweren Hautproblemen wie dem Steven-Johnson-Syndrom in Verbindung gebracht.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Trotz aller Medikamente aus dem Arsenal der Pharmalabore: In Europa erreichten bei einer Umfrage von 12.000 Patienten aus fünf Ländern nur ca. 30% (!) das von den Ärzten angestrebte Ziel (vgl. Blood Pressure, 1993, S. 5ff.) Diese Zahl ist zwar schon älter - aber sieht es heute anders aus?

Da stellt sich die Frage:

  • Geben wir Menschen zunehmend Medikamente wie Betablocker, damit diese sich weniger an "emotionale Dinge" erinnern (was durch Studien zum Teil gezeigt wurde)?
  • Werden Grenzwerte gesenkt, damit mehr Medikamente verkauft werden?
  • Verkauft man gegen die Nebenwirkungen (wie zum Beispiel Potenzstörungen bei Betablockern) andere Medikamente gegen genau diese Nebenwirkungen (z.B. Viagra)?

Wenn man sich die entsprechenden Studien dazu ansieht könnte man zu dieser Überzeugung kommen. Und falls Sie das in den Bereich der "Verschwörungstheorien" abtun, bitte ich Sie, sich einmal den Beitrag "Das Pharmakartell" anzusehen und zu lesen.

Dagegen haben Sie die natürlichsten Wirkstoffe gegen Bluthochdruck selbst in der Hand:

Bewegung, gesunde Ernährung, Stressreduktion, sowie die Vermeidung der Risikofaktoren: Übergewicht, Alkohol und Rauchen...

... und das OHNE Nebenwirkungen. Ist das nicht wirkliche Naturheilkunde?

Achtung: Bevor Sie Mittel gegen Cholesterin nehmen, lesen Sie meinen Cholesterin-Report.

Das Märchen vom bösen Cholesterin - von René Gräber

Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei zu hohem Blutdruck (Hypertonie) in Frage kommen.

Zu den Ursachen noch ein Wort: Diskutiert wird unter anderem das Cytomegalievirus (CMV), ein Virus aus der "Herpesreihe". Das Virus könnte die Produktion von Enzymen in der Niere erhöhen, was wiederum zur Erhöhung des Blutdrucks führen könnte (siehe hierzu die Studie: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2673691/).

Doch jetzt zu den Alternativen.

Aderlass Die "alten" Naturheilärzte wussten: ein regelmäßiger Aderlass senkt den Bluthochdruck. Auch neuere Erfahrungen und kleinere Studien zeigen beeindruckende Ergebnisse: bis zu 16mmHg kann der Blutdruck gesenkt werden. Das ist relativ beeindruckend, denn in Medikamentenstudien würden solche Ergebnisse zu Jubelstürmen führen und man würde die Sektkorken knallen lassen. Man nimmt heute an, dass vor allem die Absenkung des Eisenspiegels der Grund sein könnte, warum der Aderlass auch die Herzinfarktrate oder gar die Krebsrate senkt.
Aromatherapie Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet werden.
In Frage kommen: Lavendel, Majoran, Melisse, Muskateller Salbei, Ylang-Ylang, Zitrone.
Bachblüten Wenn der Bluthochdruck vor allem durch Stress verursacht wird, können Bachblüten ausgleichend wirken.
Entspannungsverfahren Vor allem Menschen mit Stress profitieren von Entspannungsverfahren. Finden Sie ein Verfahren, dass zu Ihnen passt.
Ernährung

Seit Jahrzehnten versucht die Forschung die Vorteile einer salzarmen Ernährung beim Bluthochdruck zu belegen, bislang ohne Ergebnis. Im Gegenteil können die entsprechenden Diäten sogar das kardiale (= das Herz betreffende) Risiko erhöhen. US-amerikanische Autoren vermuten, dass der Salz-Mythos aufgrund einer falschen Auswertung von frühen salzarmen Diäten entstanden ist.

Das Bluthochdruck auch besser durch eine Ernährungsumstellung gesenkt werden kann, zeigte dagegen diese Studie: Alternativen bei hohem Blutdruck.

Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum und essen Sie stattdessen lieber zwei mal wöchentlich Fisch: besonders Hering, Thunfisch, Lachs oder Makrele. Bevorzugen Sie Seefisch - und meiden Sie Zuchtlachs. Klar ist, dass Seefische alle in gewisser Weise mit Schwermetallen belastet sind.

Ein weiterer Zusammenhang, der relativ unbekannt ist: Getreide, vor allem Weizen kann problematisch sein. Verantwortlich könnte das Gluten sein. Mehr zum "Glutenproblem" finden Sie in meinem Beitrag zur Zöliakie.

Genrell rate ich auch dringend dazu den Konsum von Zucker zu reduzieren. Vor allem Fruchtzucker sollten Sie komplett streichen.

Grundsätzlich empfehle ich begleitetes Heilfasten um eine Umstimmung des Organismus zu erreichen. Mehr dazu unter: Heilfasten gegen Bluthochdruck.

Es gibt auch einige Lebensmittel, die einen günstigen Einfluss auf den Blutdruck haben:

Rosinen
So zeigte jüngst eine Untersuchung (Hypertension, 2010; 56: 274–81), dass bei einem nur leicht erhöhten Blutdruck – einer sogenannten Prehyptertension – Rosinen helfen. Werden diese drei Mal am Tag verzehrt, sinkt er innerhalb eines Monats auf ein gesundes Maß. Kekse, Cracker und vergleichbare Snacks können demnach sorgenfrei dazu gegessen werden. Sie haben laut Studie keinen negativen Einfluss.

Beeren
Eine Studie mit Männern und Frauen im mittleren Alter (J Nutr, 2013; 143: 1399–405) zeigte auf, dass besonders Beeren aller Art gut gegen zu hohen Blutdruck sind. In der Studie zeigten diejenigen Teilnehmer die täglich 100 Gramm Beeren verzehrten und ein Glas Beeren-Saft tranken, Reduzierungen des oberen Blutdruckwerts (systolisch) um bis zu 7,3 mmHG, sowie verbesserte Cholesterin-Werte und verbesserte Blutfließeigenschaften Thrombozytenaggregation).

Rote Beete
Nitrat ist ein Stoff, der allgemein dafür bekannt ist, dass er den Blutdruck senken kann. Der Stoff befindet sich in roter Beete. Schon lange gab es den Verdacht, dass die Rote Beete deshalb einen günstigen Einfluss bei Bluthochdruck haben könnte. Dies wurde auch durch eine Untersuchung (Am. J. Clin. Nutr., 2008; 87: 323–31) bestätigt. Demnach reicht schon ein Glas Roote Beete Saft pro Tag.

Leinsamen
Leinsamen helfen wegen ihrer Wirkung auf unterschiedliche Fette bei der Verdauung. Eine neue Studie (Am. J. Clin. Nutr., 2011; 93: 338–47) stellte zudem fest, dass sie auch innerhalb von sechs Monaten den Blutdruck nennenswert senken, wenn man wenigstens 30 Gramm von diesen pro Tag zu sich nimmt und sie beispielsweise mit Wasser trinkt. Die Leinsamen müssen gemahlen sein. Die Mediziner attestieren diesen eine der besten Wirkungen bezüglich des Blutdrucks, die man durch eine Ernährungsumstellung erreichen kann.

Gazpacho
Menschen, die von einem erhöhten Risiko leiden, einen Herzinfarkt zu erleiden und deshalb zu hohen Blutdruck bekämpfen müssen, sollten Gazpacho regelmäßig in ihren Speiseplan integrieren. So zeigt eine Untersuchung (Hypertension, 2013; 62: 1081–9 ), dass diese in 27 Prozent der Fälle den Blutdruck im betroffenen Personenkreis signifikant senkt. Wer sich wegen des Salz, das in die Suppe gehört, sorgt, kann laut Studie beruhigt sein: Die positiven Elemente überwiegen demnach diesen Nachteil.

Zartbitter-Schokolade
Eine weitere Studie (JAMA, 2007; 298: 49–60 ) wird auch die Freunde von Schokolade begeistern. Allerdings müssen diese eine starke Disziplin beweisen. Empfohlen wird der tägliche Verzehr von 6,3 Gramm (etwa drei kleine Quadrate) Zartbitter-Schokolade. Diese senkt den Blutdruck signifikant. Zusätzlich positiv: Die Testpersonen, die sich tatsächlich auf diese geringe Menge beschränken konnten, haben auch nicht zugenommen. Ich rate dazu auf dieses "Experiment" zu verzichten.

Olivenöl
„Extra Vergine Olivenöl“ kann laut einer Studie (J Agric Food Chem, 2014; 62: 912–7), die allerdings ausnahmlos mit Frauen durchgeführt wurde, ebenfalls dabei helfen, einen leicht erhöhten Blutdruck zu senken. Nötig ist hierfür der Verzehr von etwa 30mg pro Tag. Ausschlaggebend ist offenbar der Stoff Polyphenol, der in dem Öl enthalten ist. In einer Vergleichsuntersuchung mit Olivenölen, die ohne Stoff auskamen, gab es keine entsprechende Auswirkung auf den Blutdruck.

Fitnesstraining

Sie können es nennen wie Sie wollen: Fitness, Sport, Bewegung. Eines der besten Mittel gegen Bluthochdruck haben Sie selbst in der Hand. Zwar zeigt Sport & Bewegung nicht bei allen Hochdruckpatienten den gleichen Effekt - aber bei vielen wirkt er wie eine Wunderdroge. In Frage kommen Ausdauertraining, aber auch Krafttraining.

Der Zusammenhang von Bewegungsmangel und Bluthochdruck ist einfach klar. Forschungsergebnisse zeigen, dass bei leichter Hypertonie schon sechs bis zwölf Wochen Training die Gabe von blutdrucksenkenden Medikamenten ersetzen können. Verantwortlich dafür macht man u.a. die Entstehung neuer Gefäße im Muskel. Dies und die Erweiterung der „alten“ Blutgefäße lassen das Blut besser zirkulieren. Wer als eingefleischter Bewegungsmuffel noch einen weiteren Grund braucht, um das Sofa zu verlassen, den könnten die Forschungsergebnisse des dänischem Sportwissenschaftlers Michael Kjaer überzeugen: Muskeltraining stärkt die Knochen und lindert Gelenkbeschwerden. Und es wirkt wie ein Jungbrunnen. Durch die Bewegung wird Kollagen ausgeschüttet, das Bindegewebe und Haut strafft. Zudem wirkt regelmäßiges Krafttraining stimmungsaufhellend. Ich kann es auch anders formulieren:Trägheit führt zu vorzeitigem Ableben.

Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)
Folgende Mischung aus Urtinkturen kann sinnvoll sein: Je 30 ml Weissdorn und Mistel, je 20 ml von Immergrün und Zinnkraut.
Heilpflanzen

Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor: Helmkraut, Knoblauch, Mistel (Kraut), Rauwolfiawurzel. Ich empfehle gerne die "Knoblauchkur".

Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor: Alpenrosenblätter, Fuchskreuzkraut, Honigkrautblätter, Immergrünblätter, Waldgamanderkraut, Weissdorn, Zwiebel und auch Hibiskustee;

Klassische Homöopathie Homöopathie-Mittel beim sog. "roten" Bluthochdruck(Blutandrang zum Kopf, Kopfschmerz, Schwindel, Schlaflosigkeit, Herzklopfen etc.):
AconitumD30
ArnicaD4
Aurum metallicumD4
Conium D4
Ergotinum D4
Glonoinum D4
SulfurD12
Strontium Carbonicum D12

Homöopathie-Mittel beim sog. "blassen" Bluthochdruck(frostige Patienten, Vergreisung, hohes Lebensalter, Gedächnisschwäche, allgemeine Paralyse):
Barium Carbonicum D6
Plumbum Metallicum D6
Cuprum Metallicum D6
Arsenicum Album D6

Blutdruck einmal zu hoch - dann wieder zu tief:
Crataegus (Urtinktur)
Lachesis D12

Medizinische Massagen Eine gute Massage kann zur inneren Entspannung beitragen, vor allem, wenn Ihr Bluthochdruck durch Stress bedingt ist.
Orthomolekulare Medizin
Nur wenigen Ärtzen jedoch ist bekannt, wie effektiv ein erhöhter Blutdruck auch durch Vitalstoffe gesenkt werden kann.
 
Earl Mindell empfiehlt zum Beispiel: 3 x 3 Kapseln Lecithin, 2 x 1 Multivitamin, 100 IE Vitamin E steigernd bis 400 IE, 3 x 1 Spirulina-Kapsel, 3 x 1 Knoblauch-Kapsel.100µg Chrom/Tg. Auch Vitamin C und Magnesium werden häufig genannt. Diese Therapie mit Vitalstoffen wird ja häufig angezweifelt. Aber: Die Ergebnisse einer im August 2014 im Internet veröffentlichten Meta-Analyse im “Journal of Nutrition” lassen vermuten, dass eine Ernährung, die reich an Antioxidantien ist, der altersbedingten Verhärtung von Arterien vorbeugen kann. Der jeweilige Zustand stehe jedoch immer in Verbindung mit Arteriosklerose, Diabetes oder anderen Krankheiten. Ammar W. Ashor und sein Team der “England´s Newcastle University” führten 20 zufällig ausgewählte Tests durch, die insgesamt 1909 Probanden im Alter von 22 Jahren von 63 Jahren beinhalteten. Die Studien basierten auf der Einnahme von Vitamin C oder von Vitamin E, das jeweils in Kombination oder alleine zu sich genommen wurde. Zudem wurden auch andere Kombinationen von Antioxidantien oder entsprechenden Ergänzungsmitteln eingesetzt. Die arterielle Verhärtung wurde dabei durch Pulswellen-Messungen und andere aussagekräftige Methoden überwacht. Die Studie zeigte, dass eine erhebliche Verbesserung von arterieller Verhärtung festgestellt werden kann, wenn viele Antioxidantien eingenommen werden. Wurden Placebos verabreicht oder gar keine spezielle Behandlung durchgeführt, konnten solch derartige Verbesserungen der Gesundheit nicht festgestellt werden.

Aminosäuren: Wer als Patient Bluthochdruckmittel einnehmen "muss", profitiert von der Einnahme der Aminosäure Arginin. Dosierung: bis zu zwei mal 1000mg täglich.

Pycnogenol kann chinisischen Studien zufolge ebenfalls dazu beitragen, dass Blutdrucksenker reduziert werden können. Pycnogenol hemmt das Angiotensin-umwandelnde Enzym (ACE), das bei der Blutdruckregulation eine wichtige Rolle spielt. Allerdings ist diese positive Wirkung minimal, so dass der Rindenextrakt nicht als alleiniges Medikament zur Blutdrucksenkung in Frage kommt.

Nattokinase: die zum Teil deutliche Reduktion des systolischen und diastolischen Blutdrucks unter Nattokinase-Gabe ist in einigen Studien beeindruckend.

Probiotika: Was mich persönliche wirklich überraschte, war folgende Metastudie. Wie die Zeitschrift "Hypertension" 2014 verlauten lies (vgl. doi: 10.1161 / HYPERTENSIONAHA - 114.03469), hatten die Wissenschaftler neun verschiedene Studien ausgewertet, die mit insgesamt 543 Erwachsenen als Probanden durchgeführt wurden. Die Teilnehmer verzehrten dabei probiotische Kulturen, die beispielsweise in Joghurt, in Käse oder in saurer Milch enthalten wurden. Zudem wurden diese ebenfalls als Nahrungsergänzungsmittel gereicht. Wenn man täglich sogenannte "probiotische Kulturen", enthalten beispielsweise in speziellen Joghurtgetränken oder in Nahrungsergänzungsmitteln, konsumiert, kann das dabei helfen, den Blutdruck zu senken. Jedoch sei die Einnahme von probiotischen Kulturen nur über einen längeren Zeitraum dauerhaft wirkungsvoll, so die Wissenschaftler der Studie, die von der "Griffith University School of Medicine" durchgeführt wurde. Probanden, die diese Kulturen nicht länger als 8 Wochen eingenommen hatten, erzielten nachweisbar keinen nachhaltigen Effekt für ihre Gesundheit. Der Kopf des medizinischen Teams, Jing Sun, ist überdies der Meinung, dass Probiotika außerdem einen positiven Einfluss auf andere Bereiche des Organismus haben. Neben der Senkung des Cholesterinspiegels soll laut ihm auch der Blutzucker positiv beeinflusst und die Insulinverträglichkeit gefördert werden.

Säure-Basen-Haushalt Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen. Generell stellt sich die Frage, welche Mittel beim Bluthochdruck überhaupt gegeben werden können oder sollen. Natriumsalze erscheinen wegen einer möglichen Ödembildung etc. als weniger sinnvoll. Allerdings zeigt die Praxis und teilweise auch "kleinere" Studien, dass der systolische Blutdruck unter Natriumbicarbonat-Einnahme um ca. 5mmHg sinkt.
Schröpfen Nierenzone auf der Höhe Th 12 bis eine Handbreit kaudal des Kreuzbeins auf dem Blasen-Meridian. Evtl. mit dem Hypertoniepunkt L5 (Hypertonie-Sülze) kombinieren, jedoch nur, wenn die Systole über 160 mmHg liegt.
Schüssler-Salze

Allgemein zu hoher Blutdruck: Magnesium phos. Nr. 7.
Erhöhter Blutdruck durch Arterienverkalkung: Calcium fluoratum Nr. 1, Calzium phos. Nr. 2, Magnesium phos. Nr. 7, Natrium chlor. Nr. 8, Natrium phos. Nr. 9, Silicea Nr. 11.

Wirbelsäulensegmente Eine Fehlstellung des C1 (Atlas) kann Bluthochdruck verursachen. Gemäss der Dorn-Methode kommen folgende Segmente in Frage: Th 2 (H), Th 4 (G), Th 5 (Le), Th 10 + 11 (N), Th 12 (Dü), L 1 (Di), L 3 (B), auch C 2 und 4.
Sonstiges

Aus der Kneipptherapie: Knie- und Schenkelgüsse, Armgüsse, Wechselfußbäder, Wassertreten, Taulaufen. Aber: extreme Temperaturwechsel meiden.

Ein Kohlensäurebad wirkt antiseptisch, desinfizierend und schmerzlindernd zudem fördern es die Durchblutung und begünstigt die Fließeigenschaften des Blutes.

Ausgleichend und insgesamt sehr entspannend wirkt eine Fußrefelexzonenmassage.

Man liest oder hört selten davon: Biofeedback. Auch dieses Heilverfahren halte ich für geeignet.

Störfelder Wenn Sie unter besonderen Beschwerden bei Wetterwechsel leiden, finden Sie weitere Informationen in meinem Beitrag Wetterfühligkeit.
Traditionelle chinesische Medizin Akupunktur ist für mich nicht das erste Mittel der Wahl. Besser geeignet sind nach TCM Vorstellung YIN-stärkende Lebensmittel, die den Körper eher kühlen. Zusätzlich Qi Gong oder Tai Chi.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 10.11.2014 aktualisiert.