Blutegeltherapie
Wieder Modern: Die Blutegeltherapie
Die Verwendung von Blutegeln im Sinne einer
Blutegeltherapie, lässt sich bis zum Jahre 1500 v. Chr. zurück
verfolgen. Der Grieche Nikandros von Colophon brachte im 2.
Jahrhundert das Verfahren nach Europa. Die Blutegeltherapie
erfreute sich daraufhin einem wachsenden Zuspruch, woraufhin
die natürliche Population stark unter Druck geriet und folglich
immer weniger Egel zur Verfügung standen.
Dies führte dazu, dass die Blutegeltherapie immer seltener
durchgeführt wurde, was sich erst um 1980 wieder änderte. Im
Zuge des Aufkommens der minimalinvasiven Operationsformen und
der Schönheitschirurgie leisteten Blutegel wertvolle Arbeit bei
der Behandlung von Stauungen und Blutansammlungen.
Nach wie vor werden Blutegel der Art Hirudo
medicinalis bei vielfältigen Krankheitssymptomatiken
eingesetzt. Hierzu gehören vor allem venöse Erkrankungen, sowie
Erkrankungen des Bewegungsapparates. Die Blutegeltherapie macht
sich die Ernähungsgewohnheiten des Tieres zu Eigen. Blutegel
besitzen am Vorder- und Hinterende jeweils einen Saugnapf. Der
Hintere dient zum festhalten, der am Vorderende trägt die
Mundöffnung. Die Mundöffnung trägt Kalkzähne, die zum anritzen
der Haut dienen.
Zwei Tage vor Beginn einer Blutegeltherapie sollte die zu
behandelnde Hautstelle nicht mehr mit Kosmetika in Berührung
kommen. Direkt vor dem aufsetzten der Tiere wird die Stelle mit
Alkohol desinfiziert. Zur Reduktion von Keimen am Saugnapf der
Egel, werden diese 2 Stunden vor der Therapie in kaltes,
abgekochtes Wasser überführt. Die Übertragung der Tiere auf die
betreffende Stelle wird mittels Holzspatel oder der Hand
ausgeführt.
Die Anzahl der verwendeten Blutegel richtet sich nach dem
physiologischen Befinden des Patienten, vor allem nach seinem
Gewicht und dem Alter. Krankheit und Ausdehnung des
Behandlungsortes spielen ebenfalls eine große Rolle. Die
Blutegel können theoretisch an jeder Stelle des Körpers
eingesetzt werden, jedoch sollten Stellen mit mangelnder
Durchblutung ausgespart werden. Ferner sind Handflächen,
Brustwarzen, Geschlechtsorgane und offenen Wunden weitere
Ausnahmen. Gegenanzeichen zeigen sich auch bei großvolumigen
Venen, da es zu starken Nachblutungen kommen könnte. Weitere
Kontraindikationen sollten vor Therapiebeginn individuell
besprochen werden.
Die eigentliche Behandlung bedarf keiner weiteren Schritte.
Nach dem aufsetzen saugt jeder Egel für ca. 30 Minuten an der
betreffenden Stelle. Danach fällt er ab und löst somit von
alleine die bestehende Verbindung. Tritt dieser Fall nicht ein,
was selten vorkommt, kann der Egel vorsichtig mit einem
Holzspatel entfernt werden. Nach dem lösen der Verbindung kommt
es zum "nachsickern" aus der entstandenen Wunde was bis zu 12
Stunden andauern kann. Dies sollte nicht unterbunden werden, da
es die Therapie noch unterstützt.
Die Blutegeltherapie ist wissenschaftlich anerkannt. Viele
Studien haben deutliche Verbesserungen der
Krankheitsymptomatiken nach erfolgter Therapie gezeigt. Dabei
wurden unterschiedliche Erkrankungen erfolgreich
therapiert.
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