Die Blutegeltherapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Verwendung von Blutegeln im Sinne einer Blutegeltherapie, lässt sich bis zum Jahre 1500 v. Chr. zurück verfolgen. Der Grieche Nikandros von Colophon brachte im 2. Jahrhundert das Verfahren nach Europa - so jedenfalls eine Überlieferung.

Die Blutegeltherapie erfreute sich daraufhin einem wachsenden Zuspruch, woraufhin die natürliche Population der Blutegel stark unter Druck geriet und folglich immer weniger Egel zur Verfügung standen. Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Blutegeltherapie vor allem in Frankreich einen Höhepunkt. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden dort mehrere hundert Millionen Tiere "verbraucht". Das Ganze wurde natürlich völlig übertrieben. Es liegen Berichte vor, denen zu Folge manche Patienten mit bis zu 80 Blutegeln (pro Sitzung!) behandelt wurden. Dies führte zu Sprichwörtern wie, "man wird bis auf den letzten Tropfen Blut ausgesaugt".

Dies führte dazu, dass die Blutegeltherapie immer seltener durchgeführt wurde, was sich erst um 1980 wieder änderte. Im Zuge des Aufkommens der minimalinvasiven Operationsformen und der Schönheitschirurgie leisteten Blutegel wertvolle Arbeit bei der Behandlung von Stauungen und Blutansammlungen.

Blutegel am Unterarm eines Patienten
Abb.1: Blutegel am Unterarm eines Patienten. Nachdem die Tiere sich "festgesaugt" haben (was übrigens völlig schmerzlos ist), machen es diese sich gemütlich. Das Saugen merkt man, bisweilen machen die Tiere aber auch eine "Trinkpause" und scheinen zu weilen auch einzuschlafen.

Die Bissstelle eines Blutegels nach 6 Tagen
Abb.2: Die Bissstelle des Blutegels aus Abb.1 nach 6 Tagen. Die Wunde neigt noch einige Tage nach der Therapie zum Juckreiz. Die Bissstelle verblasst innerhalb von zwei Wochen. Eine winzige Narbe in Form eines Punktes kann zurückbleiben. Hierüber sollten die Patienten natürlich informiert sein! 

Nach wie vor werden Blutegel der Art Hirudo medicinalis bei vielfältigen Krankheitssymptomatiken eingesetzt. Hierzu gehören vor allem venöse Erkrankungen, sowie Erkrankungen des Bewegungsapparates. Die Blutegeltherapie macht sich die Ernähungsgewohnheiten des Tieres zu Eigen. Blutegel besitzen am Vorder- und Hinterende jeweils einen Saugnapf. Der Hintere dient zum festhalten, der am Vorderende trägt die Mundöffnung. Die Mundöffnung trägt Kalkzähne, die zum anritzen der Haut dienen.

Positive Erfahrungen liegen bei folgenden Erkrankungen vor:

Anwendung

Zwei Tage vor Beginn einer Blutegeltherapie sollte die zu behandelnde Hautstelle nicht mehr mit Kosmetika in Berührung kommen, denn die Tiere sind relativ "empfindlich", denn sie verfügen über eine ausgezeichnete Sensorik bezüglich Wärme, Bewegung und auch chemischen Reizen.

Die Übertragung der Tiere auf die betreffende Stelle wird mittels Holzspatel, der Hand oder einer modifizierten "Spritze" ausgeführt, sodass der Egel sich auch dort festsaugt, wo man ihn haben möchte.

Die Anzahl der verwendeten Blutegel richtet sich nach dem physiologischen Befinden des Patienten, vor allem nach seinem Gewicht und dem Alter. Krankheit und Ausdehnung des Behandlungsortes spielen ebenfalls eine große Rolle. Die Blutegel können theoretisch an jeder Stelle des Körpers eingesetzt werden, jedoch sollten Stellen mit mangelnder Durchblutung ausgespart werden. Ferner sind Handflächen, Brustwarzen, Geschlechtsorgane und offenen Wunden weitere Ausnahmen. Gegenanzeichen zeigen sich auch bei großvolumigen Venen, da es zu starken Nachblutungen kommen könnte.

Kontraindikationen für Blutegel

  • Allergien gegen Hirudin
  • Akute Magengeschwüre oder Darmgeschwüre
  • vermehrte Blutungsneigung (z.B. Hämophilie = "Bluterkrankheit")
  • Blutgerinnungsstörungen durch Medikamente (z.B. Heparin, Marcumar); bei niedrig dosiertem ASS kann eine Behandlung in Frage kommen, muss aber individuell abgeklärt werden
  • Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie)
  • eventuell bei einer arteriellen Verschlusskrankheit (AVK)
  • Hauterkrankungen an der Stelle an der die Blutegel zum Einsatz kommen sollen
  • Anämie (Blutarmut)
  • Immunsuppression
  • Schwangerschaft
  • Bei einer Neigung zu extremen Narbenbildungen (Keloidbildungen) sollte eine Behandlung geprüft werden

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Weitere Kontraindikationen sollten vor Therapiebeginn individuell besprochen werden.

Die eigentliche Behandlung bedarf keiner weiteren Schritte. Nach dem aufsetzen saugt jeder Egel für ca. 30 - 60 Minuten an der betreffenden Stelle. Während dieser Zeit trinkt der Egel bis zum 10-fachen seines Gewichtes (30-40ml). Die Egel kommen mit so einer Mahlzeit bis zu 2 Jahren ohne weitere Nahrung aus und werden dabei bis zu 20 Jahre alt. Allein diesen Faktor finde ich absolut faszinierend.

Wenn der Blutegel genug getrunken hat, fällt er ab und löst somit von alleine die bestehende Verbindung. Tritt dieser Fall nicht ein (was selten vorkommt), kann der Egel vorsichtig mit einem Holzspatel entfernt werden. Nach dem lösen der Verbindung kommt es zum "nachsickern" aus der entstandenen Wunde was bis zu 24 Stunden andauern kann. Dies sollte nicht unterbunden werden, da es die Therapie noch unterstützt. Dieses "Nachbluten" ist in der ersten Stunde am stärksten. Hier lasse ich den Patienten noch in der Praxis "sitzen". Danach werden die Bissstellen verbunden (mit reichlich Wundauflagen). Diese werden im Verlauf der nächsten Stunden erneuert, was einfach durch den Patienten geschehen kann.

Die Blutegeltherapie ist wissenschaftlich anerkannt. Viele Studien haben deutliche Verbesserungen der Krankheitsymptomatiken nach erfolgter Therapie gezeigt. Dabei wurden unterschiedliche Erkrankungen erfolgreich therapiert.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 26.10.2014 aktualisiert